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10.11.2019

Werde ich im Himmel meine Katze wiedersehen? (Lk 20,27-38)

P. Walter Ludwig OCist: Evangeliumsauslegung zum 32. Sonntag im Jahreskreis (19.11.2019)

 

 

Das Wort zur Schrift - meine Gedanken zum Evangelium

zum 32. Sonntag im Jahreskreis; Lukas 20, 27-38

 

mit Impuls - Inspiriert vom Evangelium

 

Kinderfragen über den Tod und das ewige Leben bringen mich immer in Verlegenheit. Aber auch Erwachsenen fällt es schwer, sich vorzustellen, wie es denn sein wird in jener Welt, wenn wir an der Auferstehung von den Toten teilhaben. Jesus sagt uns heute: Das Wesentliche wird die Beziehung zu Gott sein, der ein Gott der Lebenden ist.

 

Eine mittelalterliche Legende erzählt von zwei Mönchen, die sich immer wieder leidenschaftlich über das Paradies unterhielten. Der eine war Gärtner und empfand das ewige Leben als einen ewig blühenden Garten, der andere, ein Organist, erwartete im Himmel die allerschönsten Melodien.

 

Sie vereinbarten miteinander, dass der, welcher als erster sterben würde, dem Gefährten nach dem Tod erscheinen wolle, um ihm zu sagen, wie denn der Himmel sei: „Taliter“, das heißt: Ganz so, wie er es erwartete, oder „Aliter“: Anders, als sie es erwarteten.

 

Der Musiker starb und erschien tatsächlich seinem Freund. Der Gärtner fragte ihn: „Taliter?“, doch der Tote schwieg. Dann überlegte er die andere Möglichkeit: „Aliter?“, und nun sprach sein Freund: „Totaliter aliter!“ – „Vollkommen anders!“.

 

Das ist nicht eine hübsche lateinische Sprachspielerei, sondern eine Einladung an uns, zu überlegen, welche Bilder für das ewige Leben in uns auftauchen.

 

Die Frage des Kindes nach der Katze im Himmel könnte auf der Ebene der Kritiker im Evangelium bleiben, die den Himmel nur für eine Verlängerung des irdischen Zustands halten. Das könnte dann wie im heutigen Evangelium lächerlich werden.

 

Wenn mich ein Kind nach Fußball oder Eis oder Katze im Himmel fragt, versuche ich, dem Kind zu erzählen, dass der Himmel in all dem besteht, was uns Menschen mit Freude und Liebe erfüllt. Da Gott die Liebe ist, größer, als wir Menschen uns ausmalen können, kann kein Auge, oder Ohr, oder Herz ermessen, was er denen bereitet hat, die ihn lieben. Und alle Bilder, die wir uns vom Himmel machen, steigern unser persönliches Leben ins Unermessliche.

 

Als vor Jahren Max Böhm starb, der große humorvolle österreichische Schauspieler, zeigte man im Fernsehen einen Auftritt von ihm, wo er hymnisch über das ewige Leben sprach. Das hat mich so berührt, dass ich mir einige Sätze wörtlich gemerkt habe: „An jenem Tag wird das Tor zum Licht für mich aufgetan sein.

 

Und ich werde alle Bindungen und alle Verwirrungen lösen können, und ich werde erkennen die große Wirklichkeit. Und ich werde dort Schauspieler sein und die ewigen Heerscharen mein Publikum; und sie werden einen himmelblauen Stoff in den Wind hängen, einen strahlenden Rundhorizont um die ganze weite Erde, und wahrscheinlich, nein sogar ganz bestimmt, werde ich grenzenlos glücklich sein.“   

 

 

 

Evangelium

nach Lukas 16,19-31

 

In jener Zeit

kamen einige von den Sadduzäern, die bestreiten, dass es eine Auferstehung gibt, zu Jesus und fragten ihn: Meister, Mose hat uns vorgeschrieben: Wenn ein Mann, der einen Bruder hat, stirbt und eine Frau hinterlässt, ohne Kinder zu haben, dann soll sein Bruder die Frau nehmen und seinem Bruder Nachkommen verschaffen.


Nun lebten einmal sieben Brüder. Der erste nahm sich eine Frau, starb aber kinderlos. Da nahm sie der zweite, danach der dritte und ebenso die anderen bis zum siebten; sie alle hinterließen keine Kinder, als sie starben. Schließlich starb auch die Frau.


Wessen Frau wird sie nun bei der Auferstehung sein? Alle sieben haben sie doch zur Frau gehabt.


Da sagte Jesus zu ihnen: Die Kinder dieser Welt heiraten und lassen sich heiraten. Die aber, die gewürdigt werden, an jener Welt und an der Auferstehung von den Toten teilzuhaben, heiraten nicht, noch lassen sie sich heiraten.

 

Denn sie können auch nicht mehr sterben, weil sie den Engeln gleich und als Kinder der Auferstehung zu Kindern Gottes geworden sind.


Dass aber die Toten auferstehen, hat schon Mose in der Geschichte vom Dornbusch angedeutet, in der er den Herrn den Gott Abrahams, den Gott Ísaaks und den Gott Jakobs nennt.

 

Er ist doch kein Gott von Toten, sondern von Lebenden; denn für ihn leben sie alle.

 

 

Impuls

Inspiriert vom Evangelium

 

Was erwarte ich,  
vom ewigen Leben?

 

Wie erlebe ich jetzt schon etwas vom Glück,

das mir Gott verheißen hat?

 

Wie könnte ich den Menschen danken 

die mir den Glauben an einen barmherzigen, verständnisvollen und liebenden Gott nahegebracht haben? 

 

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