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26.04.2020

Begegnung am Tiefpunkt (Joh 21,1-14)

Markus Beranek: Evangeliumsauslegung zum 3. Sonntag der Osterzeit (26.4.2020)

 

Das Wort zur Schrift - meine Gedanken zum Evangelium

 

mit Impuls - Inspiriert vom Evangelium

 

zum 3. Sonntag der Osterzeit, Johannes 21,1-14

 

Immer mehr entdecke ich die Auferstehungsevangelien als Modellgeschichten, die mir helfen, meinen Alltag, meine Tiefpunkte, meine Sehnsucht und Suche nach dem lebendigen Jesus zu deuten. Ihm auch in meinem Leben mit all seinen mühsamen Dingen auf die Spur zu kommen.

 

Den Jüngern fällt die Decke auf den Kopf. Ausgangsbeschränkungen mit einem anderen Hintergrund als bei uns, eng ist es jedenfalls. Zumindest kommt mir die Vorstellung, dass sie nach dem Tod Jesu recht lust- und kraftlos zusammensitzen, bis – wieder einmal – Petrus die Initiative ergreift.

 

Fischen gehen, das kann in dieser Stelle eine doppelte Bedeutung haben. Einerseits ist es die Rückkehr zum Handwerk, das sie gelernt haben. Andererseits kann es bedeuten, dass die Jünger sich wieder im Namen Jesu auf den Weg machen. Jedenfalls erfolglos.

 

Es klappt trotz großer Mühe und Erfahrung nicht. Petrus ist innerlich wund wegen seines Verhaltens Jesus gegenüber, er fühlt sich bloßgestellt und nackt – und jetzt auch noch dieser Misserfolg.


Am frühen Morgen sind also die Netze leer und die Müdigkeit groß, die Stimmung im Keller. Dem Rat des Mannes am Ufer zu folgen kostet nicht viel und auf einmal ist alles anders. Die Netze sind voll, der „Jünger, den Jesus liebte“ – er könnte so etwas wie eine Modellfigur für Menschen sein, die in der Freundschaft mit Jesus leben – erahnt die Zusammenhänge und Petrus kann sich nicht mehr halten.

 

Seine Sehnsucht hilft ihm, sich bereit zu machen – er gürtet sich, springt ins Wasser, schwimmt zum Ufer auf Jesus zu und dann braucht es nicht mehr viele Worte.


Wir vermissen die Nähe von Menschen, die gemeinsame Messfeier, den Empfang der Sakramente – ähnlich wie die Jünger Jesus vermissen. Doch die erstaunliche Erfahrung ist, dass sie Jesus genau am Nullpunkt begegnen.

 

Es ist eine Erfahrung von Frieden, Trost und innerer Freude, die aus der Schwere, der Angst und der Trauer heraus geboren wird. Er ist da – gerade jetzt. Auch für uns.    

 

 

Evangelium

nach Johannes21,1-14

 

In jener Zeit offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal, am See von Tibérias, und er offenbarte sich in folgender Weise.


Simon Petrus, Thomas, genannt Dídymus, Natánaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit.


Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war.


Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas finden. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es.


Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See.

 

Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot – sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen – und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot liegen.


Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt! Da stieg Simon Petrus ans Ufer und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst!


Keiner von den Jüngern wagte ihn zu befragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch.


Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.

 

 

Impuls

Inspiriert vom Evangelium
 

Die dunklen und mühsamen Dinge
im Leben dürfen da sein,

auch in der Osterzeit, auch für gläubige Menschen…

 

Ich nehme meine Trauer, meine Angst meine Einsamkeit, meine Schwere
wahr und halte sie vor Gott hin…

 

Vielleicht ist es ein Trost, dass
auch die Jünger das selbst nach Ostern erlebt haben.   

 

Vielleicht kann aber auch da oder dort ein wenig Trost, Freude, Friede spürbar werden. Vielleicht ist das die Gegenwart des Auferstandenen…

 

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