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23.03.2021

150 Erwachsentaufen in der kommenden Osterzeit

Katechumenat-Verantwortlicher Vychytil: Große Vorfreude auf Sakrament bei Täuflingen, trotz wegen Corona deutlich erschwerter Bedingungen bei Vorbereitungen.

Mit großer Freude wird im Kreis der rund 150 Personen, die in der kommenden Osterzeit als Erwachsene die Taufe empfangen sollen, die Zusicherung möglicher Gottesdienstfeiern in der Osternacht und in der Osterzeit aufgenommen, wenngleich diese freilich nur unter starken Corona-Einschränkungen stattfinden werden: "Etliche Taufkandidaten haben sehr lange darauf gewartet und empfinden große Freude darüber, dass sie das Sakrament nun zu oder rund um diesen Termin empfangen können", berichtete Daniel Vychytil, Zuständiger für Erwachsenenkatechumenat der Österreichischen Bischofskonferenz.

 

Einige der in der Osternacht terminisierten Taufen sind nachgeholte Feiern von Katechumenen, welche schon vergangenen Herbst das Sakrament empfangen hätten sollen, wobei die Feier dann aber wegen des Lockdowns verschoben werden musste. Ostern ist jedoch ohnehin der traditionelle Haupttermin für die Erwachsenentaufen. Neben den 150 anstehenden Taufen in der Osterzeit wird es im weiteren Jahresverlauf noch weitere Tauftermine geben, weshalb Vychytil für 2021 mit einer österreichweiten Gesamtzahl von mehr als 200 katholischen Erwachsenentaufen rechnet.

 

Insgesamt hat die Corona-Pandemie in Verbindung mit der rückgängigen Zahl von Flüchtlingen einen Einbruch bei den Erwachsenentaufen gebracht. Durch die Lockdowns ist die Kontaktaufnahme mit den und die Integration in die Pfarrgemeinden deutlich schwieriger geworden.

 

Distanzregeln erschweren Integration

Nicht nur der erste nötige Schritt zur Taufe - nämlich das persönliche Ansprechen eines Priesters mit der Bitte um die Aufnahme in die einjährige Vorbereitung (Katechumenat) - sei durch die Pandemie erschwert worden, verdeutlichte Vychytil: "Für Menschen, die den Glauben und die Kirche erst gerade kennenlernen, macht es einen großen Unterschied, wenn durch die Distanzregeln Gemeinschaft schon im Gottesdienst weniger spürbar ist und man auch nach dessen Ende kaum von anderen angeredet werden kann. Dass es kein Zusammenstehen nach der Messe, kein Pfarrcafé und keine sonstigen Pfarrveranstaltungen gibt, fällt hier sehr ins Gewicht."

 

Dieselben Erschwernisse gibt es auch für die weiteren "Meilensteine" der Taufvorbereitung, die sich in vielen Diözesen als öffentlich gefeierte Momente etabliert haben: Die offizielle Aufnahme in das Katechumenat - die feierliche Überreichung von Bibel und Kreuz - die Salbung mit dem Katechumenenöl, die Stärkungsriten (Skrutinien) haben sich als die Vorbereitungen auf die Erwachsentaufe in den Gemeindegottesdiensten etabliert, vergleichbar mit der Vorbereitung für Erstkommunion und Firmung. "Die Taufbewerber stehen damit gleich mehrmals in der Mitte der gemeinsamen Feier, kommen somit auch ins Bewusstsein der Gläubigen und finden somit schneller Aufnahme. Vieles davon wurde coronabedingt leider nun nur im kleinen Rahmen gefeiert", so der Katechumenat-Verantwortliche.

 

Dass bei all diesen Einschränkungen Taufen dennoch stattfinden dürfen, war in jüngster Vergangenheit keine Selbstverständlichkeit: Mehrmals war auch in den Monaten, in denen in den Kirchen kein Lockdown herrschte, das Spenden der Taufe von der Bischofskonferenz untersagt. Es habe "erkämpft" werden müssen und sei für die Beteiligten äußerst wichtig, dass Taufen laut den jüngsten Richtlinien nun doch stattfinden dürfen, wenngleich in drastisch reduziertem Rahmen. Die vielen Verschiebungen und damit die ständige Ungewissheit hätten etliche der Betroffenen als große Herausforderung und psychische Belastung erlebt.

 

Wie alle anderen Bereiche in Gesellschaft und Kirche auch, musste schon die in der katholischen Kirche mindestens ein Jahr dauernde Glaubenseinführung der Taufkandidaten mit den Beschränkungen in der Pandemie abgestimmt werden. In der Regel geschieht diese Vorbereitung laut Vychytil im Einzel- oder Kleinstgruppen-Modus, in manchen Pfarren mit mehreren Kandidaten als Videokonferenz. Selbst bei Online-Taufkursen würden jedoch Erstgespräche immer im Live-Modus geschehen - "denn da geht es um eine Einschätzung, wie ernst es der Taufinteressent mit seiner Taufabsicht meint", so der Experte.

 

Langfristiger Aufwärtstrend

Auch wenn der auf die hohe Anzahl von Flüchtlingen und damit auch der Konvertiten zurückgehende Rekordwert von österreichweit 890 (2017) Erwachsenentaufen in naher Zukunft wohl nicht mehr erreicht wird und Corona weitere drastische Einschnitte brachte: Vychytil rechnet mit einem langfristigen Trend zu mehr Erwachsenentaufen, der sich besonders deutlich in der Gruppe der Österreicher widerspiegle. Was hier mitspiele, sei die rückläufige Zahl bei den Kindertaufen, so der Theologe.

 

"Für immer mehr Menschen in unserer Gesellschaft hat Religion in der Kindheit keine Rolle gespielt. Kommt eine gläubige Partnerin bzw. Partner ins Spiel oder hat jemand in entscheidenden Momenten ein Gespräch mit einem Seelsorger, kann dies nachhaltige Folgen haben." Auch die Bereitschaft, zwischen Glaubensgemeinschaften zu wechseln, sei gestiegen.