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28.03.2022

Tipps: Krieg, Angst, Überforderung – was kann ich tun?

Seit Wochen tobt ein Krieg in unserem europäischen Nachbarland, der Ukraine. Auch unsere Sicherheit scheint ins Wanken zu geraten. Klar, dass viele Menschen mit Angst und Verunsicherung reagieren. Wie kann man diesen Gefühlen begegnen?

Durch den Krieg in der Ukraine scheint unsere Sicherheit ins Wanken zu geraten. Klar, dass viele Menschen mit Angst und Verunsicherung reagieren. Wie kann man diesen Gefühlen begegnen? Was hilft uns jetzt?

 

Die Berater:innen der geförderten Familienberatungsstellen von Auf.leben fassen hier ein paar konkrete Tipps zusammen:

  • Holen Sie Informationen über den Krieg gezielt ein – so vermeiden Sie ein Überflutet werden oder dass Sie schlimme Nachrichten in „ungeeigneten Momenten“ erreichen.
  • Nutzen Sie seriöse Medien und seien Sie Inhalten sozialer Netzwerke kritisch gegenüber.
  • Wir können nicht viel tun – fokussieren Sie auf jene Dinge, wo Sie unterstützen können: Spenden von Geld, Zeit, Sachspenden, Quartiere
  • Kinder spüren die allgemeine Verunsicherung. Sprechen Sie offen und altersgemäß mit ihnen über die Geschehnisse in der Ukraine.
  • Ihr Kind macht vielleicht ganz eigene Erfahrungen damit: in der Schule wird diskutiert oder es kommen neue ukrainische Mitschüler:innen in die Klasse: Seien Sie neugierig, lassen Sie unterschiedliche Positionen und Gefühle zu. Bieten Sie kindgerechte Nachrichtensendungen an.
  • Versichern Sie Ihrem Kind, dass es in Sicherheit ist und die Erwachsenen auf sie aufpassen. Belügen Sie Ihr Kind jedoch nicht (auch falsche Versprechungen sind problematisch).
  • Verbringen Sie Ihre Zeit weiterhin mit angenehmen Dingen, die Ihnen guttun und ihrer Angst entgegenwirken: Spaziergänge, angenehme Musik, Atemübungen, Sport etc.
  • Dankbarkeit macht glücklich. Üben Sie sich in Dankbarkeit. „Jegliche Furcht rührt daher, dass wir etwas lieben.“ (Thomas von Aquin)

 

Krisensituationen bringen oft alte Konflikte in Familien zum Vorschein

Dennoch kann es sein, dass diese Krisensituation alte Konflikte in Familie, Freundschaft oder Partnerschaft aufheizt. Dass der allgemeine Stress zu Niedergeschlagenheit oder Überforderung führt. Dann macht es Sinn, Beratung bei professionellen Fachleuten zu suchen. Das Beratungsangebot der geförderten Familienberatungsstellen Auf.leben ist kostenlos, anonym und verschwiegen. Und dieses Angebot gibt es übrigens auch online, als Chat oder Videoberatung.

 

Alternativ zum persönlichen Kontakt an der Beratungsstelle bietet die Organisation Telefon-, Chat- und Onlineberatungen an. Diese ist entweder individuelle mit der BeraterIn zu vereinbaren oder auch völlig unkompliziert über die Website www.antworten.at bzw. www.elternseite.at/familienberatung buchbar. Dort finden Sie einen Kalender mit möglichen Terminen. Einfach einen freien Termin buchen, registrieren und zur gewünschten Zeit das Gerät einschalten. Für juristische Fragen des Ehe- und Familienrechts bietet Auf.leben auch eine juristische Beraterin online Termine an.

 

Auch online gilt: Die Beratungen sind ein anonymes, vertrauliches und kostenloses Angebot. Sie erfolgen prinzipiell überkonfessionell und ergebnisoffen.

 

Die Themen der Beratungen sind so vielfältig wie das Leben selbst: von Erziehungsfragen und Elterngespräche, über Paarberatung bei Konflikten und Krisen, bis hin zu allgemeinen Überforderungen und Lebenskrisen.

 

„Wir sind froh, dass unser Angebot online erweitert werden kann und für jede und jeden leicht zugänglich bleibt.“, Günther Hanisch, Fachbereichsleiter und Berater bei Auf.leben.

 

Informationen zu Auf.leben:

Auf.leben ist mit seinen 19 geförderten Familienberatungsstellen in Wien und Niederösterreich eine der wichtigsten Anlaufstellen für Menschen in persönlichen oder familiären Krisen, Konflikten und Schwierigkeiten. Zusätzlich sind die Teams an vielen Bezirksgerichten tätig. Hier können sich Menschen immer Dienstagvormittags über das Ehe- und Familienrecht informieren und Unterstützung in Form von Beratung holen.

 

Die Beratung ist anonym, vertraulich, kostenlos, ergebnisoffen und unabhängig von Konfession und Weltanschauung. Die Familienberatungsstellen sind vom Bundeskanzleramt, Bereich Frauen, Familien und Jugend sowie von der Erzdiözese Wien gefördert. Über einen freiwilligen Kostenbeitrag nach einer Beratungseinheit (in individueller Höhe) freut sich die Organisation.

 

Alle weiteren Informationen zu Auf.leben finden Sie hier: www.beziehungaufleben.at

 

Übrigens: Auf.leben bietet in der neuen Beratungsstelle in der Krottenbachstraße 120, 1190 Wien, ebenfalls kostenfreie Familienberatungen an.

 

Feedback von KlientInnen zur Onlineberatung:

Herr L. sagt: „Ich habe Probleme mit meinem 16-jährigen Sohn, der schon lange Schule und Aktivitäten verweigert. Ich dachte, einfach mal einloggen und sich Rat holen, das könnte was bringen. Und ich war sehr erleichtert, wie unkompliziert das abläuft. Die Beratung bringt zwar den Sohn nicht dazu, dass er morgen wieder in die Schule geht, aber ich konnte mir einige Tipps für die Kommunikation mit ihm holen und ich habe für mich einen Umgang mit dieser belastenden Situation gefunden.“

 

Frau S. schreibt: „Wir haben als Paar schon lange Probleme miteinander. Aus Angst vor Corona und weil wir noch einen Säugling zu Hause haben, konnten wir einfach nirgends hingehen, um uns Hilfe zu holen. Wir sind sehr erleichtert, dass die Paarberatung auch online für uns sehr gut funktioniert und wir so einen ersten Schritt machen konnten. Es ist schön, dass das Angebot nicht auf wenige Sitzungen limitiert ist und wir es so lange in Anspruch nehmen können, wie wir es brauchen.“