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04.07.2022

Augustinerkloster in Korneuburg wird Begegnungszentrum

Am 28. Juni 2022 wurde das Konzept eines multifunktionalen Wohn-, Arbeits- und Begegnungszentrums für eine Neunutzung des 1808 aufgelassenen Augustinereremiten-Klosters präsentiert.

Seit langem wurde in Korneuburg um eine Neunutzung des 1808 aufgelassenen Augustinereremiten-Klosters gerungen. Teil des Klosters ist auch eine denkmalgeschützte Kirche, die aber nur noch sporadisch von der Pfarre Korneuburg genützt wurde.

 

Da die Kirche nur 280 Meter Fußweg von der Pfarrkirche entfernt ist, hatte die Pfarre kein Interesse an der weiteren Nutzung der Kirche angemeldet, die ohnedies durch den Mangel an Nebenräumen nur sehr eingeschränkt verwendbar war. Das Kloster befindet sich im Eigentum der Stadtgemeinde Korneuburg, die Klosterkirche im Eigentum der Erzdiözese Wien.

 

Nun haben sich die Stadtgemeinde und die ihr im Bieterverfahren angeschlossene Erzdiözese entschieden, die Gebäude an die Ventana Holding GmbH zu verkaufen, die über eine Projektgesellschaft ihres Tochterkonzerns Validus-Immobilien-Gruppe das Konzept eines multifunktionalen Wohn-, Arbeits- und Begegnungszentrums zur Umsetzung bringen.

 

Das Konzept wurde am Dienstag, den 28. Juni 2022 der Bevölkerung der Stadt Korneuburg präsentiert: In der Augustinerkirche soll der Bereich „Kunst und Kultur“ entstehen, der durch einen attraktiven Freiraum und die im Gebäude des Klosters und im zu errichtenden transparenten, zeitgemäßen Neubau angesiedelten Gastronomie- und Gewerbebetriebe sowie – in den Obergeschossen – attraktive Büros und Wohnungen ergänzt.

 

Im Rahmen des Umsetzungskonzepts wird großer Wert auf Nachhaltigkeit und Wahrung des alten Bestandes gelegt. Dazu gehört unter anderem die Errichtung einer Galerie im Kirchengebäude etwa für eine Kunstgalerie oder ein Museum (soweit es der Denkmalschutz genehmigt). Im Klosterbereich wird ein hochwertiger und öffentlich zugänglicher Frei- und Grünraum samt Kinderspielplatz geschaffen. Selbstverständlich bleibt der Kirchenraum als Kunstschatz – etwa mit den bedeutenden Fresken von Franz Anton Maulbertsch – erhalten.

 

„Jede Kirche ist ein Gotteshaus und damit ein ganz besonderer Ort, eine Labstätte für die Seele“, sagt der Pressesprecher der Erzdiözese Wien, Michael Prüller. „Darum ist es für uns immer traurig, wenn eine Kirche aufhört, Kirche zu sein. Aber es wäre unsererseits unvernünftig gewesen, an der Augustinerkirche ohne echten Bedarf festzuhalten. Es wäre für die Pfarre kein Gewinn und für unsere Beitragszahler eine nicht zu rechtfertigende Last.“ Von Anfang an wäre daher das Optimum gewesen, „dass die Klosterkirche aufgrund ihrer Geschichte und ihres kunsthistorischen Wertes mit Behutsamkeit und Respekt behandelt und einer würdigen kulturellen Nutzung zugeführt wird.“ Dies sie mit dem Konzept der Ventana Holding gegeben.