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29.11.2023 · Österreich & Weltkirche · Lebensschutz

1973: Fristenregelung blieb für Kirche "offene Wunde"

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Bischöfe und kirchliche Vereinigungen stemmten sich vor 50 Jahren mit aller Kraft gegen die sich abzeichnende Freigabe der Abtreibung - und blieben dabei letztlich erfolglos.

Nie hat die katholische Kirche Österreichs in der Zweiten Republik dermaßen ihr gesellschaftliches Gewicht in die Waagschale gelegt wie vor 50 Jahren: Als 1973 die Straffreiheit für Abtreibung in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten beschlossen wurde, galt die Kirche als stärkste Gegenstimme gegen die Pläne der alleinregierenden SPÖ. Auf allen Ebenen wurde gegen die Entscheidung im Zuge der Familien- und Strafrechtsreform mobilisiert. Der Einsatz blieb vergeblich, und eine Aussöhnung von Befürwortern der Abtreibung mit jenen des Lebensschutzes steht bis heute aus. Das Datum 29. November 1973, an dem die Fristenregelung beschlossen wurde, blieb als Symbol einer "offenen Wunde".

 

Allen Versuchen einer Änderung der Abtreibungsbestimmungen gelte es ein "unbedingtes Nein" entgegenzusetzen, erklärte die Bischofskonferenz schon zuvor im Juni 1973 zur damaligen Regierungsvorlage. Diese sei unannehmbar "in jeder Variante". Denn: "Die Fristenlösung sieht nicht mehr das ungeborene Leben, sondern das Leben und die Gesundheit der Mutter als zu schützendes Rechtsgut an. Die mehrfach aufgestellte Behauptung, dass es nur bei der sogenannten Fristenlösung möglich wäre, abtreibungswillige Frauen zu Beratungsstellen zu bringen und damit den Schwangerschaftsabbruch als Massenerscheinung einzudämmen, ist unzutreffend", so die Bischofskonferenz.

 

Bereits an der Begrifflichkeit stießen sich die Kirchenvertreter. "Gerade weil gesellschaftliche Mängel, die als Begründung oder Vorwand für die Einführung der Fristenlösung ins Treffen geführt werden, behoben werden können, ist die Fristenlösung keine Lösung", hieß es in der Stellungnahme. Die Fristenlösung würde die "faktische Freigabe des Schwangerschaftsabbruchs" bedeuten, ungeborenes Leben rechtlos machen und der schon bis dahin laxen Handhabung der Gesetze nur noch weiter Vorschub leisten. Parallel zu ihrer Eingabe an den Nationalrat verfügten die Bischöfe, man möge fortan in allen Kirchen Österreichs bei den Gottesdiensten Fürbitten zum Schutz des menschlichen Lebens beten.

 

Warnende Ärzte

Auch andere setzten sich in Bewegung, wie etwa die Ärzteschaft. Österreichs Gynäkologen sprachen sich in einer geheimen Briefabstimmung zu 89 Prozent "gegen den freien Abortus" aus. Die Frauenkliniken Wien, Graz, Innsbruck und Salzburg warnten in einem Memorandum an die Nationalrats-Mitglieder eindringlich vor der Fristenreglung - aus medizinischen Gründen und wegen negativer Erfahrungen in anderen Ländern. "Es ist nicht nur eine Frage der christlichen Moral, wenn Sie, Herr Bundeskanzler, die Öffentlichkeit glauben machen wollen, es geht hier um die Frage der menschlichen Existenz und Freiheit, um die Frage von Recht und Wahrheit. Als Mensch und Kinderarzt beschwöre ich Sie, besinnen Sie sich!", schrieb der Rektor der Universität Innsbruck, Heribert Berger, in einem offenen Brief an Bruno Kreisky.

 

Eine wichtige Rolle spielte in der Debatte die überkonfessionelle "Aktion Leben", deren Unterschriftenaktion sich 823.000 wahlberechtigte Österreicher anschlossen. Gefordert wurde die "Gewährleistung des strafrechtlichen Schutzes des ungeborenen Lebens". Weiters gelte es dabei "schwerwiegende Konfliktsituationen" zu berücksichtigen, bei gleichzeitiger Verwirklichung "weitreichender sozialpolitischer Maßnahmen, durch die Müttern und Kindern wirksame Hilfe geleistet werden sollte".

 

Mahnschreiben und Straßenproteste

Die Abtreibungsfrage war dann auch Thema der "Österreich-Synode", bei der eine Resolution verfasst und auf Geheiß der Bischöfe am 16. November 1973 bei allen Gottesdiensten verlesen wurde. "Eine Gesellschaft, die den Anspruch des Menschen auf sein Leben infrage stellt, ist unmenschlich", hieß es darin. Jedes Vergehen gegen menschliches Leben "auf jeder Entwicklungsstufe" sei ein Übel und enthülle ein "Versagen des Einzelnen und der Gemeinschaft". Vor dem Beschluss einer Fristenlösung wurde gewarnt, angesichts "weitreichender Folgen", wobei auch eine stimmenmäßig knappe Beschlussfassung "verhängnisvolle Polarisierungen" nach sich zu ziehen drohe. Die Kirche forderte stattdessen ein "positives Gesetz", welches das "Recht jeder Mutter, ihr Kind zur Welt zu bringen und ein menschenwürdiges Leben zu führen" unterstreichen solle.

 

Eine Umstimmung der absoluten regierenden SPÖ, von deren Langzeit-Justizminister Christian Broda der Gesetzesentwurf für die Fristenlösung stammte, versuchte der Katholische Familienverband in einem Schreiben an die roten Landesparteivorstände. Ersucht wurde darum, die Partei möge bei der Abstimmung in der Fristenlösungs-Frage den Klubzwang aufheben und ihren Abgeordneten die Entscheidung freistellen. Wer gegen die Parteilinie votiere, möge keine Nachteile erleiden. Die Hoffnung lag dabei vor allem bei den Tiroler Funktionären, deren Obmann Herbert Salcher sich kritisch gegenüber der Fristenregelung ausgesprochen hatte. Auch von der Katholischen Jungschar, Arbeiterbewegung und Lehrerschaft waren ähnliche Forderungen vernehmbar.

 

Demonstrierende Bischöfe

Angesichts immer härterer Fronten steuerte alles auf den Showdown zu - in Wien und schon zuvor in den Bundesländern. So erlebte am 11. November Dornbirn die größte Demonstration seiner Geschichte, als Uniprofessoren und die Schriftstellerin Gertrud Fussenegger an der Spitze von laut Berichten 10.000 Menschen im Schweigemarsch für Ungeborene durch die Stadt zogen. Ähnlich in Salzburg, wo es im Festspielhaus eine Kundgebung mit Erzbischof Karl Berg und Landeshauptmann Hans Lechner gab. In Graz sagte Diözesanbischof Johann Weber vor versammelter Menschenmenge: "Wir können nicht einfach zuschauen, wenn in unserem Vaterland menschliches Leben nicht mehr geschützt wird."

 

20.000 kamen schließlich am 24. November zur Demo in Wien, unter ihnen auch Kardinal Franz König, die Diözesanbischöfe Franz Zak und Stefan Laszlo, Erzbischof-Koadjutor Franz Jachym und die Weihbischöfe Jakob Weinbacher, Karl Moser und Alois Wagner. "Ja zum Leben - Nein zum Töten" lautete das Motto am Hohen Markt nach einem Schweigemarsch durch die Innenstadt. Gestärkt waren die Teilnehmenden durch eine "Kurier"-Umfrage vom Vortrag, wonach damals nur 23 Prozent der in Österreich Lebenden eine Fristenlösung und nur sieben Prozent die völlige Straffreiheit für Abtreibung befürworteten.

 

Königs Fernsehansprache

Einen letzten verzweifelten Versuch unternahm Kardinal Franz König dann am 25. November, als er in einer TV- und Radioansprache nochmals darlegte: "Der Mensch kann nicht über das Leben des Menschen verfügen. Wir haben die Todesstrafe für Verbrecher abgeschafft, wir sollen sie sozusagen einführen für die Wehrlosesten und Unschuldigsten, für die noch nicht geborenen Menschen?" Der Schutz ungeborenen Lebens "darf in diesem Land nicht als eine Marotte der Christen abgetan werden", sondern sei aus verschiedenen Sichtweisen wohlbegründet.

 

Weiters erklärte der Kardinal, die Fristenlösung sei "zutiefst gegen eine echte Emanzipation der Frau". Statt deren Befreiung bewirke sie vielmehr "ihre Auslieferung an all jene Kräfte, die an ihr nur als Produktionsfaktor interessiert sind", mahnte König. Die Frau werde damit dem Druck ihrer Umwelt zur Abtreibung ausgesetzt und die "Entwicklung eines humanen Sexualverhaltens, das einer verantwortungsvollen persönlichen Bindung entspricht" verhindert.

 

Dennoch zeigte sich der Kardinal grundsätzlich gesprächsbereit: Die Kirche rufe "nicht nach Kerker und Strafe" und sei weder an Polarisierung noch an Kulturkampf interessiert. Auch wolle man "Brücken, die in der Vergangenheit mühsam aufgebaut wurden, nicht abbrechen". Jedoch hätte sich, so Königs Credo, "ein Weg finden lassen müssen, der das prinzipielle Recht des ungeborenen Kindes auf Leben schützt, dabei aber bei jenen Frauen, die aus nachweisbar auswegloser Situation handeln, die Strafe aussetzt".

 

Beschluss ohne Gesamtkonzept

Wie schon zuvor abzusehen war, standen dann am 29. November die insgesamt 88 ablehnenden Stimmen von ÖVP und FPÖ jenen 93 SPÖ-Mandataren gegenüber, welche auf den Passus in der neuen Familien- und Strafrechtsreform bestanden. Schon unmittelbar vor der Beschlussfassung hieß es vonseiten der "Aktion Leben", die SPÖ habe bisher "zwar die Fristenlösung mit Eifer betrieben, es bezüglich der notwendigen positiven Maßnahmen aber bei bloßen Ankündigungen gelassen und überdies kein umfassendes und überzeugendes Gesamtkonzept für die Bekämpfung der Abtreibung mit anderen als strafrechtlichen Mitteln vorgelegt".

 

In Kraft trat das neue Gesetz ein gutes Jahr später am 1. Jänner 1975, erfuhr die Fristenregelung doch am 6. Dezember plangemäß Einspruch im ÖVP-dominierten Bundesrat, woraufhin sie von der SPÖ im Nationalrat mittels Beharrungsbeschluss - mit 92 zu 89 Stimmen - durchgesetzt wurde.

 

Ein im November 1975 gestartetes Volksbegehren der "Aktion Leben" zum besseren Schutz ungeborenen Lebens - es erreichte 895.665 Unterschriften - wurde von den Bischöfen erst im letzten Moment unterstützt. Kardinal König begründete dies bei einer Rede am Katholikentag - an dem auch Bundespräsident Rudolf Kirchschläger und Kanzler Bruno Kreisky waren - damit, dass man "im Bewusstsein unserer Verantwortung für den inneren Frieden unseres Volkes" gezögert, lange überlegt und gewartet habe "auf ein kleines Zeichen des Entgegenkommens, das dieses Volksbegehren nicht notwendig gemacht hätte". Dieses Zeichen sei jedoch nicht gekommen. Zeitlebens bezeichnete König die Fristenlösung als "offene Wunde".

erstellt von: red/kathpress
29.11.2023
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Kardinal Schönborn: Palliativ- und Hospizarbeit Vorrang geben

Kardinal Schönborn: Palliativ- und Hospizarbeit Vorrang geben

Wiener Erzbischof betont zu Neuregelung der Sterbehilfe: "Der Mensch soll nicht durch die Hand eines Menschen sterben, sondern an der Hand eines Menschen".

Suizidbeihilfe: Bischofskonferenz bleibt bei Ablehnung

Suizidbeihilfe: Bischofskonferenz bleibt bei Ablehnung

Erzbischof Lackner: Hoffnung und Auftrag, dass Sterbeverfügungsgesetz "im besten Sinne totes Recht wird, wenn es uns als Solidargemeinschaft gelingt, dass niemand in Österreich das Bedürfnis hat, es in Anspruch zu nehmen".

Suizidbeihilfe: Experten befürchten enorme Schäden für Gesellschaft

Ex-Politikerinnen Kdolsky und Pittermann, Bischofskonferenz-Vertreter Schipka und Merckens sowie Sterbehilfe-Befürworter Reif und Proksch in Podiumsdiskussion: Geplante Neuregelung wird Zusammenleben und Selbstverständnis verändern.

Suizidbeihilfe: Experten kritisieren fehlenden Palliativ-Ausbau

Ethik- und Hospizexperten warnen vor "Ungleichgewicht" und fehlender Wahlfreiheit für Lebensmüde.

Orden und Caritas: "Schutz und Würde des Lebens bis zuletzt"

"Vorläufiger Orientierungsrahmen für den Umgang mit dem Wunsch nach assistiertem Suizid" in Pflegeeinrichtungen der Orden und Caritas veröffentlicht. Assistierter Suizid niemals Teil des Angebots-Spektrums kirchlicher Einrichtungen. Orden und Caritas setzen auf Begleitung.

Aktion Leben: Kinderrechte auch für Kinder vor der Geburt

Generalsekretärin Kronthaler sieht beim "Recht auf Leben" besonderen Handlungsbedarf und kritisiert "Kampf der Ideologien"

Sterbeverfügungsgesetz - schwere Bedenken

Laienrat hält Gesetzesvorlage in der derzeitigen Form für verfassungswidrig. Schwerwiegende Bedenken u.a. auch vom Institut für Ehe und Familie und dem Salzburger Ärzteforum.

Bischof Glettler: Suizidbeihilfe - "kultureller Dammbruch"

Innsbrucker Bischof in Allerheiligenpredigt: "Dass daraus ein gesellschaftlicher Normalfall wird, ist zu erwarten."

Respekt und Kritik zur Vorlage für ein neues Sterbeverfügungsgesetz

Der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler, für Lebensschutzfragen zuständiger Bischof respektiert Bemühen um eine verantwortungsvolle Regelung, lobt Ausbau der Palliativ- und Hospizversorgung, zeigt sich aber enttäuscht über vertane Chancen bei der Suizidprävention.

"Pro Life Tour": Für Lebensschutz drei Wochen lang durch Österreich

Jugendliche marschieren für "Menschenrechte von Anfang an" von Salzburg nach Klagenfurt und stellen sich gegen das "Menschenrecht auf Abtreibung".

Sterbehilfe: Schlussbericht des "Dialogforums" veröffentlicht

Sterbehilfe: Schlussbericht des "Dialogforums" veröffentlichtKonsens bei Forderung nach Hospiz, geregeltem Ablauf und Sicherstellung der freien Willensfähigkeit, deutliche Differenzen bei Wartezeit und durchführenden Personen. Gesetzesvorschlag der Regierung verzögert sich.

Heilige Messe zum Schutz des Lebens mit Weihbischof Scharl

Anlässlich des Tages für das Leben feiert Weihbischof Franz Scharl am 2. Juni 2021 um 18 Uhr die Hl. Messe in der Kirche St. Josef ob der Laimgrube, 6., Windmühlgasse 3.

Bischöfe mahnen: Assistenz zum Leben statt Hilfe zur Selbsttötung

Erklärung der Bischofskonferenz zum "Tag des Lebens" (1. Juni) nennt Erwartungen für künftiges Suizidbeihilfe-Gesetz:  Suizidwillige vor Einflussnahme Dritter schützen, Palliativ- und Hospizangebote ausbauen, Menschenwürde "nicht der Leistungslogik opfern"

Experten: Solidarische Gesellschaft ist wichtigste Suizidprävention

Experten: Solidarische Gesellschaft ist wichtigste Suizidprävention

Ärzte, Seelsorger und Theologen rufen bei Online-Diskussion in der "Lange Nacht der Kirchen" zu mehr Zuwendung zu Kranken, Alten und Einsamen auf. Bischof Scharl sieht Bewusstseinsarbeit auch in der Kirche nötig.

Turnovszky: Der Tod ist nicht Ende, sondern Vollendung des Lebens

Wiener Weihbischof übt in Niederösterreichischen Nachrichten Kritik an vom Verfassungsgerichtshof aufgehobenen absoluten Verbot des assistierten Suizids.

Sterbehilfe

Sterbehilfe: Dialogforum startet mit Hospiz und Palliativversorgung

Kirchenvertreterin im Forum, Merckens: Ausbau, finanzielle Absicherung und Rechtsanspruch auf Hospiz und Palliativversorgung vor der Suizidbeihilfe-Freigabe unbedingt notwendig.

Suizidbeihilfe: Experten fordern Schutzkonzept und Palliative Care

Mediziner Watzke kritisiert massive Unterversorgung mit Palliativmedizin. Ex-Behindertensprecher Huainigg fordert Hilfen für selbstbestimmtes Leben.

Glettler kritisiert "Manipulation" in Sterbehilfe-Umfrage

Lebensschutz-Bischof in "Tiroler Tageszeitung" bemängelt Formulierung der von Sterbehilfe-Gesellschaft beauftragten Befragung. Auch früherer Ärztekammer-Präsident hinterfragt Ergebnisse.

Ethikerin warnt vor Auffassung von Altwerden als "Krankheit"

Untersuchungen in Benelux-Staaten zeigen dramatischen Anstieg von Fällen aktiver Sterbehilfe bei älteren Menschen ohne schwere Erkrankung. IMABE-Geschäftsführerin Kummer hinterfragt Konzept des "selbstbestimmten Todes".

Suizidbeihilfe: Familienverband fordert Maßnahmen gegen Missbrauch

KFÖ-Präsident Trendl fordert Ausbau mobiler und stationärer Palliativmedizin sowie von Telefonseelsorge. Appell an Gesetzgeber und Regierung für flankierende Maßnahmen zum assistierten Suizid.

"Jugend Eine Welt": Corona trifft auch 2021 unschuldige Kinder

Katholische Hilfsorganisation rechnet mit Folgeschäden der Pandemie wie armutsbedingte Bildungsabbrüche und mehr Kinderarbeit.

Scharl: Kein schwarzes Loch fürs Töten bohren

Mit dem Erkenntnis des Österreichischen Verfassungsgerichtshofes (ÖVfGH) von vergangener Woche wird ein erstes kleines schwarzes Loch für das Töten als Beenden menschlichen Lebens zu bohren versucht.

Nach VfGH-Urteil: Ethiker warnt vor weiterer Entsolidarisierung

Ethiker Weiß: Entscheid ist "konsequente Entwicklung in einer Gesellschaft, in der Autonomie als der höchste Wert verstanden wird". Schattenseite der Überhöhung der individuellen Autonomie ist aber Gleichgültigkeit.

Assistierte Suizid: Kritik an VfGH-Entscheidung

Salzburger Ärzteforum warnt im Blick auf Länder wie Benelux-Staaten, Schweiz und Kanada vor weitreichenden negativen Folgen der Aufhebung des Verbots an Suizid-Mitwirkung. Auch Ärztekammer sieht falschen Schritt.

Kardinal Schönborn: Töten darf nicht zur Gewohnheit werden

Kardinal Christoph Schönborn äußert in der "Kronenzeitung" heute Sonntag die Hoffnung, dass das Parlament nach dem am Freitagabend vom Verfassungsgerichtshof aufgehobenen Verbot der Sterbehilfe „mit Weisheit nach guten Lösungen sucht."

H?nde einer alten und einer jungen Frau.      Wien, 29.9.2004         ? Franz Josef Rupprecht; A-7123 M?nchhof; Bank: Raiffeisenbank M?nchhof (BLZ: 33054), Konto.-Nr.: 17.608

Erzbischof Lackner: Sterbehilfe-Urteil ist Kulturbruch

Vorsitzender der Bischofskonferenz, Erzbischof Lackner, reagiert mit "Bestürzung" auf Urteil des Verfassungsgerichtshofs. Für Kirche gilt: "Der Mensch soll an der Hand eines anderen, aber nicht durch die Hand eines anderen sterben"

Sterbebegleitung – Beistand bis zum Ende

"Das Leben ist lebenswert, bis zum Schluss", sagt Monika. Die diplomierte Krankenschwester begleitet Todkranke in ihren letzten Stunden.

Bischof bei "Marsch fürs Leben": Verbot von Sterbehilfe beibehalten

Emeritierter Bischof Küng: "Unabhängig davon, ob jemand an Gott glaubt oder nicht, betrifft die Auffassung, dass das menschliche Leben ein unantastbares Gut ist, das Wesen des Menschen und der menschlichen Gesellschaft".

Turnovszky: Aktive Sterbehilfe kein Akt der Barmherzigkeit

Wiener Weihbischof appelliert zu mehr gesellschaftlichen Investitionen für "Aufmerksamkeit, Nähe und Zeit" am Lebensende.

Hände

Sterbehilfe: Experte warnt vor Rechtfertigungsdruck auf Kranke

Deutscher Arzt und Psychotherapeut Bauer in "Der Sonntag"-Interview gegen Freigabe kommerzieller Sterbehilfe. In besonderen Einzelfällen ethische Vertretbarkeit einer Sterbehilfe nicht völlig ausgeschlossen.

Sterbehilfe: Weitere Warnungen vor Lockerung nicht nur aus Kirche

Wiener Ärztin und frühere SP-Gesundheitsstadträtin Pittermann warnt vor Tabubruch und Missbrauch. Wiener Katholischer Familienverband strikt gegen Legalisierung aktiver Sterbehilfe. Benelux-Daten "ernüchtern".

Suizidbeihilfe: Bischöfe warnen erneut vor Aufhebung des Verbots

Kardinal Schönborn: "Das Sterben darf nicht zum Geschäft werden". VfGH verhandelt Donnerstag über mögliche strafrechtliche Lockerungen.

Vor VfGH-Verhandlung: Weitere Experten warnen vor Suizidbeihilfe

Bioethiker, Moraltheologen, Bischöfe und Ordensvertreter sprechen sich für Beibehaltung der aktuell gültigen Rechtslage zum Lebensende aus.

"Aktion Leben": Wien lässt viele schwangere Frauen im Stich

Stadt informiert Schwangere nicht über kostenlose und qualitätsgesicherte Beratungs- und Hilfsangebote des unabhängigen Vereins. Neue Werbeoffensive mit City Lights.

Ein bisschen töten gibt es nicht

Am Ende darf man dann wie in Belgien Kinder oder wie in den Niederlanden Demente töten – also Menschen, die gar keine mündige Zustimmung zu ihrer Tötung geben können.

"Aktion Leben": Klares "Nein" zu Sterbehilfe

Statt Lockerung der aktiven Sterbehilfe Ausbau der Palliativ- und Hospizbetreuung.

Sterbehilfe: Familienverband gegen "Geschäft mit dem Tod"

Im Hinblick auf anstehendes VfGH-Urteil publiziert Katholischer Familienverband Stellungnahmen von Ex-ÖVP-Behindertensprecher Huainigg und katholischer Publizistin Kaiser.

"Aktion Leben" fordert Kinderrechte auch für Ungeborene

Generalsekretärin Kronthaler: Es ist an der Zeit, die Kindheit in ihrer Gesamtheit zu achten und zu schützen. UN-Kinderrechtskonvention feiert am 2. September 30-jähriges Bestehen.

"Pro Life Tour" 2020 endet mit Forderung "Hilfe statt Abtreibung"

Jugendliche Lebensschützer legten in drei Wochen zu Fuß 342 Kilometer durch vier deutschsprachige Länder Europas zurück.

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