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07.05.2025 · Österreich & Weltkirche

Plakolm: Religionen sind "Hoffnungsspender" für Österreich

Kultusministerin bei Osterempfang im Bundeskanzleramt

 

Kultusministerin bei Osterempfang im Bundeskanzleramt: Offenes Gesprächsklima zwischen den Religionen wichtig für Zusammenhalt in Gesellschaft. Erzbischof Lackner: Religion "essenzieller Bestandteil des säkularen, demokratischen Staates".

Auf die Bedeutung des interreligiösen Miteinanders und der gesellschaftlichen Wertschätzung des Glaubens hat Kultusministerin Claudia Plakolm am Dienstagabend beim Osterempfang im Bundeskanzleramt hingewiesen. Es sei ein positives Zeichen, dass wieder mehr über den Glauben gesprochen werde - entscheidend sei jedoch das "Miteinander" im Gespräch, sagte die ÖVP-Politikerin vor den versammelten Religionsvertreterinnen und -vertretern. Österreich könne stolz darauf sein, dass es hierzulande ein "unkompliziertes, offenes Gespräch unter Religionen" gebe, so die ehemalige Jugendstaatssekretärin bei ihrem ersten Empfang in der Rolle als Kultusministerin.

 

Die Ministerin bezeichnete die Zusammenkunft im Bundeskanzleramt als ein "Familientreffen der Hoffnungsspender in Österreich": Glaubensgemeinschaften seien nicht nur Gesinnungsgemeinschaften, sondern böten auch Zuflucht und Trost, kümmerten sich um Benachteiligte und pflegten gemeinsam den Glauben an Gott. "Unsere Religionen geben uns Struktur im Jahreskreis, Halt im Alltag und Hoffnung in schwierigen Zeiten", so Plakolm. Vielen Menschen sei der Glaube eine wichtige Lebensstütze, und das gelte auch für sie selbst: "Glaube ist etwas Schönes, ein fixer Bestandteil meines Lebens", bekannte die Ministerin.

 

Mehrmals sprach die Ministerin den Tod von Papst Franziskus am Ostermontag an, weshalb der ursprünglich für den 28. April terminierte Empfang um etwas mehr als eine Woche verschoben worden war. Dass die religiösen Oberhäupter an diesem Tag stattdessen vereint im Wiener Stephansdom dem verstorbenen katholischen Kirchenoberhaupt "Schulter an Schulter" die letzte Ehre erwiesen hätten - gemeinsam mit den politischen Vertretern -, sei ein starkes Zeichen des Zusammenhalts zwischen den Religionen gewesen, befand Plakolm. "Diese Art von ehrlicher Wertschätzung füreinander ist etwas, wovon wir mehr brauchen." Ebenso schön sei, dass heuer Christen, Juden und Muslime ihre Feste in zeitlicher Nähe "nicht nur nebeneinander, sondern miteinander" gefeiert hätten.

 

Lackner: Orientierungspunkte geben

Auf die Trauerfeierlichkeiten für Papst Franziskus unter Beteiligung aller Religionen verwies auch der Salzburger Erzbischof Franz Lackner in seiner Ansprache als Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz. Der am Ostermontag verstorbene römische Pontifex habe mit seinem Wirken als "Leuchtturm" vielen Menschen Orientierung gegeben - ebenso wie auch Religionen im gesellschaftlichen Miteinander Orientierungspunkte lieferten. "Die ganze Welt hat seinen letzten Weg begleitet", sagte Lackner, "denn der Papst ist mehr als das Oberhaupt einer Konfession - er ist eine Stimme für den Frieden, stellvertretend für die Menschheit als Ganzes".

 

Lackner zeichnete ein nachdenkliches Bild einer säkularisierten Gesellschaft, in der jungen Menschen zunehmend Orientierung fehle. Er schilderte Begegnungen mit Jugendlichen, die Religion nicht mit moralischen Vorschriften verbinden, sondern als Sehnsuchtsort der Stille, Vertraulichkeit und inneren Ruhe wahrnehmen. Dies belege, dass "die schier unendlichen Möglichkeiten digitaler Kommunikation keine tragfähige Alternative zu echter, menschlicher Interaktion" seien. Religion dürfe daher nicht auf eine bloße Privatsache reduziert werden, sondern sei wesentlicher Bestandteil gesellschaftlicher Bindung und ethischer Mitgestalter des öffentlichen Raumes.

 

"Kritisch-gutes Miteinander"

Bedeutend ist Religion nach den Worten des Erzbischofs auch deshalb, da sie "über den Menschen hinausweise". Um Freiheit garantieren zu können, sei der säkulare, demokratische Staat auf ein Wertefundament angewiesen, welches jedoch nicht durch Gesetze und Beschränkungen eingefordert werden dürfe. "Nur im Zusammenspiel der von der Religion garantierten Personenwürde und der allgemeinen Gesetzlichkeit kann das Ganze gelingen", sagte Lackner. Religion sei somit "essenzieller Bestandteil des säkularen, demokratischen Staates, wie wir ihn uns auch zukünftig erhalten wollen", wobei sich alle Religionen für das Gemeinwohl einzubringen hätten - durch Übernahme von Verantwortung und Handeln aus dieser.

 

Im Namen der anwesenden Religionen bekannte sich auch Lackner zu einem Miteinander - der Religionen untereinander als auch von Religion und Staat. "Wir brauchen ein kritisch-gutes Miteinander im Sinne des Glaubens, der letzten Endes ja persönlich ist, und der Res Publica, die für die Verantwortung gegenüber dem Ganzen steht", sagte der Salzburger Erzbischof, der sich bei Plakolm als Gastgeberin für die Fortführung der "schönen Tradition" des gemeinsamen Osterempfangs unter der neuen Regierung bedankte.

 

Vorbilder im Dialog sein

Oberkirchenrätin Ingrid Bachler (Evangelische Kirche A.B.) erinnerte beim Osterempfang daran, dass das Osterfest eine starke Zusage an den Menschen sei, besonders in herausfordernden Zeiten. Angesichts von Krieg, Armut und gesellschaftlicher Erschöpfung gelte es, Hoffnung nicht aus den Augen zu verlieren: "Wer Ostern kennt, kann nicht verzweifeln", zitierte sie Dietrich Bonhoeffer. Ostern sei der Übergang "aus der Dunkelheit ins Licht", und damit ein Bild des Neuanfangs - nicht nur im persönlichen, sondern auch im gesellschaftlichen Leben. Bachler betonte die Verantwortung von Religionsgemeinschaften, im gemeinsamen Dialog Vorbilder zu sein: "Gesprächsfähig zu bleiben ist essenziell - besonders in einer Demokratie, die sich weiterentwickeln muss." Im Sinne der deutschen Dichterin Hilde Domin warb sie für eine Haltung der Achtsamkeit: "Nicht müde werden, sondern dem Wunder leise wie einem Vogel die Hand hinhalten."

 

Auch der griechisch-orthodoxe Metropolit Arsenios (Kardamakis) verwies auf die spirituelle Tiefe des Osterfestes, das über das Gedenken hinaus ein unmittelbares Erleben sei. Die Auferstehung Christi bedeute mehr als die Überwindung des Todes - sie öffne "die Pforte zur Beziehung mit dem Absoluten". Diese Erfahrung verwandle die menschliche Existenz grundlegend, indem sie neue Wege zur Liebe, Achtsamkeit und Mitverantwortung aufzeige. Aus der österlichen Botschaft wachse eine ethische Verpflichtung zur Bewahrung der Schöpfung und zum Dienst am Nächsten, betonte Arsenios. Gerade in einer Zeit zunehmender gesellschaftlicher Spaltungen sei die Botschaft der Auferstehung ein Anstoß zu wachsamem, fürsorglichem Miteinander.

 

Einsatz für die Menschen

Dem von den Wiener Sängerknaben musikalisch umrahmten Empfang im Bundeskanzleramt, dem auch der Päpstliche Nuntius in Österreich, Erzbischof Pedro Lopez Quintana beiwohnte, war ein Arbeitsgespräch der Spitzenvertreterinnen und -vertreter der Religionen - darunter neben den christlichen Konfessionen auch aus dem Judentum und dem Islam - mit Ministerin Plakolm vorausgegangen. Im Zentrum stand dabei das gemeinsame Bekenntnis zum "Einsatz für die Menschen, die in Österreich leben - das auch Staat, Politik und Kirche verbindet", wie die Ministerin abschließend erklärte. Auch für das in den Religionsgemeinschaften geleistete ehrenamtliche Engagement sprach sie dabei Dank aus.

erstellt von: red/kathpress
07.05.2025
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Innsbrucker Theologin analysiert bei Salzburger Pastoraltagung christlichen Nationalismus und Integralismus - Aufruf zu Selbstkritik und mehr politischer Theologie

Papst Leo mahnt beim Konsistorium zu Einheit und geistlicher Nüchternheit

Beim außerordentlichen Konsistorium rief Papst Leo XIV. die Kardinäle zu Einheit, Demut und gemeinsamer Verantwortung auf und warnte eindringlich vor persönlichen Agenden und kirchlichen Lagerbildungen.

Papst Leo XIV. berät mit Kardinälen über Zukunftsfragen der Weltkirche

Papst und Kardinäle beraten in Rom über zentrale Zukunftsfragen der Kirche, liturgische Konflikte, Reformprozesse und weltweite Kommunikationsstrukturen.

Bischof Kapellari zum 90er: "Sehe viel Positives und bin gelassen"

Emeritierter Oberhirte der Diözesen Graz-Seckau und zuvor Gurk zieht in "Sonntagsblatt"-Interview Bilanz über "reiche Lebensernte"

2026 wird das erste Jahr, in dem allein Leo XIV. Papst ist

Sein Antrittsjahr 2025 war noch vom Erbe seines Vorgängers geprägt, doch 2026 wird Leos XIV. eigenes Jahr werden - innerhalb wie außerhalb des Vatikans. Von Kathpress-Rom-Korrespondent Ludwig Ring-Eifel

Volles Programm für den Papst zu Weihnachten und an den Folgetagen

Zum ersten Mal feiert Papst Leo XIV. in diesem Jahr in Rom die Gottesdienste zu Weihnachten und zum Jahreswechsel.

Papst Leo XIV. soll Deutsch auf Duolingo üben – sogar nachts

Im Vatikan sorgt ein ungewöhnliches Detail aus dem Alltag von Papst Leo XIV. für Gesprächsstoff: Offenbar widmet sich das Kirchenoberhaupt mit bemerkenswerter Ausdauer dem Deutschlernen – und das nicht nur zu "christlichen Tageszeiten".

Podcast Lebenswerk feiert einjähriges Jubiläum mit Live‑Ausgabe vom Gesundheitstag

Die Jubiläumsfolge macht spürbar, wie stark gemeinsame Werte, Kooperation und spirituelle Wurzeln die Arbeit der Ordensspitäler in Österreich prägen.

Im Vatikan endet ein Jahr der Extreme

Das Eineinhalb-Päpste-Jahr 2025 - Von Kathpress-Rom-Korrespondentin Severina Bartonitschek

Europäische Synodenexperten beraten in Linz

Katholische Privat-Universität Linz als zentraler Ort der Vernetzung in Umsetzungsphase der Weltsynode für eine synodalere Kirche - Theologin Csiszar in "Task Force für Synodalität" des Rats der Europäischen Bischofskonferenzen berufen - 2026 europäische Synodalitätskonferenz in Oberösterreich

St. Gabriel: Steyler Missionare sammeln Sachspenden für Geflüchtete auf der Balkanroute

Mitten im Winter wächst die Solidarität: Eine neue Initiative zeigt, wie engagierte Menschen konkrete Hilfe für Schutzsuchende organisieren und sichtbar machen.

Gaza: Weihnachtslichter inmitten der Zerstörung

Weinachten in Gaza in aller Einafchheit und Schlichtheit, mit dem Wunsch nach Frieden am Weihnachtsbaum.

Leo XIV. betet nach Fahrt im Papamobil an römischer Mariensäule

Papst setzt am Marienfeiertag mit Gebet vor der Muttergottes nahe der Spanischen Treppe Tradition seiner Vorgänger fort

Ein Mann sitzt auf der Couch und googelt.

Online-Suchtrends 2025: Österreich googelte Alter des neuen Papstes

Auch Ereignisse rund um Tod von Papst Franziskus interessierten die Internetnutzer.

Peter Thiel und die Theologie: Warum wir Tech-Ideologen ernst nehmen müssen

Der Innsbrucker Sozialethiker Wolfgang Palaver sprach an der Wiener Katholisch-Theologischen Fakultät über die religiösen Denkfiguren des US-Milliardärs Peter Thiel. Begriffe wie „Antichrist“ und „Katechon“ prägen Thiels politische Vision – und fordern die Theologie heraus, sich in die Debatte einzumischen.

Papst mahnt: Synodaler Weg braucht mehr innerdeutschen Dialog

Papst Leo XIV. sieht den Reformprozess der deutschen Kirche noch nicht am Ziel. Beim Rückflug aus dem Libanon mahnte er mehr innerdeutschen Dialog an – und warnte vor Machtgefällen, die Stimmen vieler Gläubiger zum Verstummen bringen könnten. Vielfalt in der Synodalität sei kein Bruch, sondern Stärke.

Papst Leo XIV. startet erste Auslandsreise – Friedensbotschaft für die Türkei und den Libanon

Papst Leo XIV. startet vom 27. November bis 2. Dezember seine erste Auslandsreise in die Türkei und den Libanon. Der frühere Leiter des Augustinerordens gilt als reisefreudig und bringt weltweite Erfahrung mit.

Gemüse in der Wüste – Hoffnung für Turkana

Landwirtschaft statt Hunger: Ein Projekt verwandelt Kenias Wüste in fruchtbares Land. Am 2. Dezember besucht eine Gruppe von Aktivisten Wien und berichtet von ihrer Arbeit

Tigray hungert trotz Friedensabkommen

Tigray bleibt von Hilfen weitgehend abgeschnitten – Ordensmann warnt vor dramatischer Lage

"Leo from Chicago": Neue Papst-Doku jetzt mit deutschen Untertiteln

Dokufilm beleuchtet familiäre, schulische und religiöse Prägung von Robert Francis Prevost

Belarus: Lukaschenko begnadigt zwei katholische Geistliche nach politisch motivierten Prozessen

Ordensmänner Akalatowitsch und Juchniewicz, gegen die in offensichtlich politisch motivierten Prozessen Lagerhaft verhängt worden war, kommen frei

Friedenslicht aus Oberösterreich für Papst Leo

Florian Mitter, das Friedenslichtkind aus Oberösterreich, übergab im Vatikan das Licht aus Bethlehem an Papst Leo XIV. und zeigte sich zutiefst beeindruckt.

Kinderpalliativzentrum MOMO: Inklusion schwerkranker Kinder sichern

Wiener Einrichtung mahnt Einlösung von UN-Kinderrechtskonvention ein: "Inklusion, Teilhabe, Schutz vor Gewalt, Bildung und Beteiligung müssen für alle Kinder in unserer Gesellschaft selbstverständlich sein"

3.800 Ordensleute als weiter prägende Kraft in Kirche und Gesellschaft

Österreichweit sind die 191 Ordensgemeinschaften in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pflege, Soziales, Kultur, Mission, Spiritualität und Seelsorge eine nicht wegzudenkende Größe.

Propst Sonnleitner: "Musik ist für mich ein Teil von Seelsorge"

Gefragter Organist an Spitze der Augustiner Chorherren von St. Florian ist kurz nach seiner Wahl mit drei unerwarteten Interessenten aus dem Kongo konfrontiert

Neues Buch gibt bislang unbekannte Einblicke in das Konklave 2025

Vatikanjournalisten öffnen in "Das letzte Konklave" den Blick auf Wahlgänge, Pannen und Anekdoten aus der Sixtinischen Kapelle.

Stift Klosterneuburg: René Girards Denken über Neid und Gewalt im Fokus

Das Stift Klosterneuburg präsentiertr das Buches "Neid, Gewalt und Sündenböcke" von Stiftskämmerer Elias Carr.

Katholische Jungschar fordert Partizipation: „Frag mich doch!“

Zum Internationalen Tag der Kinderrechte am 20. November macht die Katholische Jungschar Österreichs mit ihrer Kinderrechteaktion auf das Recht auf Partizipation aufmerksam.

Kardinal-König-Kunstpreis 2025 geht an Huda Takriti

Der seit 2005 alle zwei Jahre vergebene Preis zeichnet internationale Künstlern aus Österreich aus, die mit ihren Werken Debatten bereichern.

 

Papst Leo XIV. in Rom: Sant'Anselmo als „pulsierendes Herz“ für die Weltkirche

Papst Leo ermunter Benediktiner, Christus in den Mittelpunkt ihres Lebens und ihrer Mission zu stellen

Lackner: Bischöfe "höchst erfreut und dankbar" über Grünwidl

Salzburger Erzbischof erwartet neue Impulse für Österreichs Kirche durch Seelsorge-Schwerpunkt seines designierten Wiener Amtskollegen

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