Ein Monat nach seiner Bischofsweihe feierte Erzbischof Josef Grünwidl einen Gottesdienst mit 1000 Religionslehrerinnen und Religionslehrern im Stephansdom.
Drei Elemente der Bischofsweihe fanden sich auch in dieser Feier wieder: Die Tauferneuerung, das von Hermann Platzer komponierte Lied ‚Nehmt Gottes Melodie in euch auf‘ und die Bitte um den Segen für den Erzbischof, ausgesprochen von Religionslehrenden aller Inspektionsbereiche und Schularten.
Schulamtsleiterin Andrea Pinz betonte in ihren Begrüßungsworten: „Das erste großen Zusammentreffen der Religionslehrenden mit ihrem Bischof ist auch Ausdruck für den gemeinsamen Weg: in der Verkündigung, im Dasein für die Menschen und im Mitgestalten unserer Gesellschaft.“
Predigt: Religionsunterricht ist Geschenk Gottes
In seiner Predigt bezog sich Erzbischof Grünwidl auf den Tagesheiligen, den Apostel Matthias. Der Name Matthias heiße übersetzt ‚Geschenk Gottes‘ und Erzbischof Grünwidl sehe den Religionsunterricht „als wertvolles Geschenk Gottes. Und ich danke auch für die vielen Geschenke Gottes, die hier sitzen und stehen. Die sich bereit erklärt haben, diesen Beruf, diesen Dienst in der Kirche zu übernehmen,“ sagte Grünwidl mit Blick auf die Religionslehrenden.
Wieder auf den Apostel Matthias bezugnehmend sagte Erzbischof Grünwidl, dass wir nicht genau wüssten, wann und wo er gewirkt und das Evangelium verkündet habe. Auch was beim Unterricht hängenbleibe wüssten wir nicht genau. „Aber eines wissen wir: Der Religionsunterricht öffnet einen Raum für Lebensfragen, kann den Horizont weiten. Von ‚ich‘ auf ein ‚du‘ und ein ‚wir‘, auf Gemeinschaft und Schöpfung. Kann über konfessionelle Grenzen hinaus, ökumenisch, interreligiös Religionen und Kulturen verbinden und so einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft und für ein gutes Miteinander leisten.“ Grünwidl verglich den Religionsunterricht mit dem „berühmten Fuß in der Tür. Dass die Tür nicht ganz zufallen kann, sondern einen Spalt offenbleibt.“ Manchmal koste es viel Nerven und Kraft, diesen Spalt offenzuhalten. „Manchmal schlagen uns Kinder und Jugendliche auch die Tür vor der Nase zu, aber sehr oft gelingt es und kommt zu Gespräch, Dialog und Begegnung.“
Erzbischof Grünwidl appellierte an die Mitfeiernden, dass sie ihre „Beziehung und die Freundschaft mit Christus pflegen sollen, im persönlichen Gebet und in der Gemeinschaft mit unseren Schwestern und Brüdern.“ Es gehe um das Wissen: „Christus hat mich erwählt, das heißt: Er braucht uns, unsere Stimme, unsere Energie, unsere Lebenszeit.“
Schließlich zitierte er Papst Paul den VI., der gesagt habe, dass Menschen lieber auf Zeugen, als auf Lehrer hören. Und wenn sie auf einen Lehrer oder eine Lehrerin hören, dann deshalb, weil es Zeugen sind, glaubwürdig, authentisch, stimmig. „Ich wünsche Ihnen, dass Sie die Melodie Gottes nicht nur unterrichten, sondern dass Sie als Person mit Ihrem Leben authentisch und stimmig ein Ton in Gottes Melodie sind.“
Gottes Melodie
Die musikalische Gesamtleitung übernahm Hermann Platzer. Es musizierten Lehrerinnen und Lehrer des Projektchores, das NGL Ensemble des Diözesankonservatoriums für Kirchenmusik der Erzdiözese Wien und Musizierende des CCM Project Vienna.
Segen für Erzbischof
Am Schluss segneten sieben ReligionslehrerInnen stellvertretend für alle Mitfeiernden den Erzbischof. Dabei wurden Schirme als Zeichen für Schutz und Segen aufgespannt.
Im Segensgebet hieß es unter anderem:
‚Sei ihm Stütze und Rückhalt in all seinen Entscheidungen.
Dein Geist der Weisheit gebe ihm die notwendige Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen, die er nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern,
die er ändern kann, und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.