Papst Franziskus hat gegenüber der römischen "traditionsverbundenen" Franziskanerkongregation "Francescani dell'Immacolata" die Aktualität der Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) und die daraufhin entwickelte neue Messform betont. Er warnte davor, über die Vorgaben Papst Benedikts XVI. zur Feier der "Alten Messe" hinauszugehen. In einem Motu proprio von Juli 2007 hatte Benedikt die Feier der sogenannten Tridentinischen Messe unter bestimmten Auflagen wieder zugelassen. Franziskus sagte gegenüber den "Traditions-Franziskanern", er wolle dies akzeptieren, doch sei jeweils eine strenge "Unterscheidung der Geister" mit dem zuständigen Bischof und dem Pfarrer erforderlich, wenn es um die Feier von Messen im "Alten Usus" in Pfarrkirchen gehe.
Das Treffen mit rund 60 Ordensangehörigen in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses Santa Marta hatte bereits am 10. Juni 2014 stattgefunden. Berichte darüber wurden jedoch erst diese Woche auf italienischen Online-Nachrichtenportalen veröffentlicht.
Im August 2013 hatte der Vatikan einen Apostolischen Kommissar für die "Francescani dell'Immacolata" ernannt, weil der Orden nach dem Motu proprio in seinen weltweit rund 20 Klöstern die Messe im "Alten Usus" als Standard-Messform übernommen hatte. Darüber war es innerhalb des Ordens zu Streit gekommen. Franziskus hatte die Brüder damals angehalten, die Messe regulär in der neuen Liturgie zu feiern, wie sie nach dem Konzil entwickelt wurde.
Im Gespräch mit den Brüdern, die Fragen an den Papst richten konnten, betonte dieser nun nochmals, die Regelung zur "Alten Messe" verlange das Einverständnis der zuständigen Autoritäten. Die Beschlüsse des Zweiten Vatikanums stünden zudem ganz in der Kontinuität der Kirche.