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03.06.2015

Erste "Pfarre Neu" in der Erzdiözese Wien

Drei Pfarrgemeinden in Wien-Favoriten bilden nun die "Pfarre Neu" "Zum Göttlichen Wort". Zwei Neugründungen folgen heuer.

Drei katholische Pfarren in Favoriten bilden ab nun die gemeinsame „Pfarre Neu“ mit dem Pfarrnamen „Zum Göttlichen Wort“. Kardinal Schönborn feiert heute, am 3. Juni, den Neubeginn mit einem Wortgottesdienst in der Kirche St. Johann Evangelist (Keplerplatz 6, 1100 Wien, um 18.00 Uhr). Dabei wird er der neuen Pfarrgemeinde ein Evangeliumsbuch („Evangeliar“) überreichen, um alle Gläubigen damit zu senden, die Frohe Botschaft der Erlösung durch Jesus Christus allen Menschen in dieser neuen Pfarre zu verkünden.

 

Herausforderung gemeinsamer missionarischer Initiative

Matthias Felber SVD steht der ersten Pfarre Neu der Erzdiözese Wien mit rund 10.950 Katholiken vor: „Als Mitglied des Ordens der Steyler Missionar sehe ich die Herausforderung darin, dass uns allen gemeinsam die eine oder andere missionarische Initiative gelingt, vor allem Wege des Zugehens auf möglichst viele Menschen, die guten Willens sind. In unserem Fall geht es auch um das spannende Zu- und Miteinander von bisher drei selbständigen Pfarren."


Die neue Pfarre setzt sich aus den Gemeinden der bisherigen Pfarren:

  • Johann Evangelist am Keplerplatz,
  • Zur Heiligen Familie am Puchsbaumplatz und
  • Zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit in der Alxingergasse zusammen.

Dazu kommt die große philippinische Gemeinde, deren Mitglieder sich am Sonntag aus ganz Wien zur Heiligen Messe am Keplerplatz versammeln. Seelsorglich betreut die Pfarre auch eine Seniorenresidenz und den Schulcampus im neuen Sonnwendviertel. Ein weiterer geistlicher Ort innerhalb der Pfarre ist der „Raum der Stille“ am Hauptbahnhof.

 

Priester keine Einzelkämpfer

Entsprechend den Vorgaben der Diözesanreform, dass in neuen Pfarren Priester nicht als „Einzelkämpfer“ wirken sollen, besteht das Team der hauptamtlichen Seelsorger in der Pfarre zum Göttlichen Wort aus vier Priestern und zwei Pastoralassistenten (einer davon ist auch Diakon).In allen drei Kirchen wird es weiterhin regelmäßig Gottesdienste geben, an Sonntagen sollen jeweils insgesamt fünf Heilige Messen gefeiert werden. Die Schließung von Kirchen ist nicht vorgesehen.

 

Im Pfarrgebiet der Pfarre „Zum Göttlichen Wort liegt auch das neu entstehende Wohngebiet „Sonnwendviertel" beim Hauptbahnhof, das im Endausbau 5.000 Wohnungen mit 13.000 Bewohnern aufweisen wird. Mit gemeinsamer Kraft will die neue Pfarre die Herausforderung angehen, auch für die Menschen dieses neuen Viertels da zu sein.

 

Entwicklungsprozess der Erzdiözese Wien

Die Diskussion um einen Entwicklungsprozess der Erzdiözese Wien wurde im Jahr 2008 durch Kardinal Christoph Schönborn mit einem Hirtenbrief angestoßen. 2012 erhielt der Diözesanprozess unter dem Titel "APG2.1" konkrete Leitlinien:

  • Nachdenken über Aufgaben und Ziele zeitgemäßer Pfarrarbeit,
  • Umsetzen des Grundsatzes, dass nicht nur der Pfarrer oder das Leitungsteam, sondern alle Getauften und Gefirmten Träger der Mission der Kirche und damit auch der pfarrlichen Seelsorge sind,
  • Bildung größerer Seelsorgeeinheiten zur Erleichterung neuer Initiativen und zur effizienteren Bündelung der Ressourcen (Priester, Diakone, haupt- und ehrenamtliche Laien, Geld). Zielbild ist dabei die „Pfarre Neu“, die aus mehreren Teilgemeinden (bisherigen Pfarren) mit unterschiedlichen Schwerpunkten besteht und unter der Verantwortung eines Pfarrers von einem Team aus mehreren Priestern und Laien geleitet wird.

Weiter "Pfarren Neu" folgen

Konkrete Vorbereitungen zur Pfarre Neu gibt es derzeit in Wien-Favoriten, wo sich am 1.September die Pfarre Christus am Wienerberg und am 1. November die Pfarre Zur Göttlichen Barmherzigkeit formieren wird. Mit Jahresbeginn 2016 wollen die drei vom Salesianerorden in Wien XIX betreuten Pfarren eine gemeinsame Pfarre bilden, für 2017 sind zwei weitere Pfarrfusionen in Wien-Fünfhaus geplant.


Alle anderen Pfarren der Erzdiözese Wien werden heuer in Entwicklungsräume eingeteilt. Diese Entwicklungsräume haben als „Räume der Mission“ keine eigene kirchenrechtliche Organisationsform, legen aber fest, in welchem Gebiet sich über die Pfarrgrenzen hinaus Zusammenarbeit entwickeln soll