Mit einem öffentlichen Gedenkgottesdienst im Wiener Stephansdom wird am Montagabend um 19 Uhr der 71 in einem Schlepper-Fahrzeug zu Tode gekommenen Flüchtlinge gedacht werden. Geleitet wird die Messe von Kardinal Christoph Schönborn. Konzelebranten sind u.a. Militärbischof Werner Freistetter und Weihbischof Franz Scharl, weiters Bischofsvikar Dariusz Schutzki und Laszlo Vencser, Nationaldirektor für die Seelsorge andersprachiger Gemeinden in Österreich. Fast die gesamte Bundesregierung, angeführt von Kanzler Werner Faymann und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner, hat ihr Kommen zugesagt; darunter auch Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und Außenminister Sebastian Kurz.
Zum Einzug um 19 Uhr wird die nur selten geläutete Pummerin erklingen. Zugleich werden die Kirchenglocken in der gesamten Erzdiözese Wien geläutet, als Zeichen des Mitgefühls und Respekts vor den Opfern. Auch in der Erzdiözese Salzburg, sowie den Diözesen Graz-Seckau, Linz und St. Pölten werden die Glocken geläutet.
Am Ende des Gottesdienstes wird Kardinal Schönborn für die Opfer eine Gedenkkerze entzünden. Im Anschluss sind alle Gottesdienstteilnehmer eingeladen, an dieser Gedenkkerze ebenfalls eine Kerze zu entzünden und so den Altarraum in eine Lichtermeer des Gedenkens, Mitgefühls und des Gebets zu verwandeln. Die Sammlung beim Gottesdienst kommt der Flüchtlingshilfe der Caritas zugute. "radio klassik Stephansdom" und "Radio Maria" übertragen den Gottesdienst ab 19 Uhr live.
Die Erzdiözese Wien wird am Stephansplatz Flüchtlinge aufnehmen, so Schönborn-Sprecher Michael Prüller am Montag, 31. August 2015. Kardinal Schönborn will damit auch ein Signal an die Pfarren seiner Erzdiözese setzen, denn Ziel soll es sein, "dass es keine Pfarre gibt, die sich nicht in der einen oder anderen Form um Flüchtlinge kümmert", erläuterte Prüller.
Kardinal Schönborn sei zutiefst davon überzeugt, dass die europäische Identität nicht durch die Flüchtlinge gefährdet sei, sondern durch den drohenden Verlust der Mitmenschlichkeit, die ein wesentlicher Bestandteil der europäischen Identität sei.