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10.11.2015
Gottesdienst bei Bischofskonferenz

Bischof Krautwaschl: Gerechtigkeit und Barmherzigkeit gehören zusammen

Grazer Bischof bei Messe der österreichischen Bischöfe in Stift Michaelbeuern: Christen müssen "Evangelium in den unterschiedlichsten Wirklichkeiten leben.“

Christen sollen Gerechtigkeit und Barmherzigkeit zugleich leben, weil beide zusammengehören. Das betonte Bischof Wilhelm Krautwaschl am Dienstag, 10. November 2015 in der Predigt bei der Eucharistiefeier im Rahmen der in Stift Michaelbeuern stattfindenden Vollversammlung der Bischofskonferenz. Der Grazer Bischof verwies dabei auf Aussagen von Papst Leo d. Großen, der am 10. November 461 in Rom verstarb und dessen Gedenktag die Kirche an diesem Dienstag begangen hat.


„Rede über die Seligpreisungen“

Schon dieser Kirchenlehrer habe in der "Rede über die Seligpreisungen" auf die inneren Bezug von Barmherzigkeit und Gerechtigkeit hingewiesen. Beide verhielten sich ähnlich zueinander, so wie auch die Liebe zu Gott und die Nächstenliebe miteinander verbunden seien. "Das eine ist ohne das andere nicht zu denken", sagte Bischof Krautwaschl im Blick auf die nötige Verbindung von Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Andernfalls würde man "Gefahr laufen, weder Gottes Anspruch und Maß noch uns als Menschen auf dem Weg zu sehen und ernst zu nehmen".

Es sei Aufgabe des Menschen, das Evangelium in den unterschiedlichsten Wirklichkeiten zu leben und "mit den Augen Gottes" zu sehen und zu deuten. Nur so "bleibt das Evangelium für die Kirche eine lebendige Quelle ewiger Neuheit", betonte der Grazer Bischof.

Die Bischöfe setzen ihre Vollversammlung bis Donnerstag in der im Salzburger Flachgau gelegenen Benediktinerabtei fort. Bei den Beratungen am Dienstag ging es u.a. um die neuen päpstlichen Regelungen zur Vereinfachung des kirchlichen Ehenichtigkeitsverfahrens und deren Umsetzung in den österreichischen Diözesen.