Johannes Cornaro hat jede Droge ausprobiert, die er in die Finger bekam. Mit 14 beginnt er, Haschisch zu rauchen, später versucht er auch harte Drogen.
„Ich war orientierungslos und unzufrieden mit mir selbst“, sagt der Diplomatensohn heute. Die Drogen sollten ihn das vergessen machen. Sie versprachen ein aufregendes Leben: „Das war alles spannend und ein bisserl verrucht. Nachdem ich aus gutem Hause bin, war es für mich eine Möglichkeit auszubrechen.“
Als Veranstaltungstechniker arbeitet Johannes Cornaro bei Konzerten, verdient schnell Geld und hat viel freie Zeit. Er grübelt, wie er die Welt besser machen könnte – denn das ist es, was er eigentlich will. Aber seine hohen Ansprüche an sich selbst kann er nicht erfüllen. Die Niedergeschlagenheit darüber drückt er weg mit Feiern und Festen. Doch wenn die Parties vorbei sind, breitet sich eine Leere in ihm aus. Mit 19 Jahren schlittert er in eine Depression.
„Ich habe äußerte Finsternis erlebt und konnte mir nicht vorstellen, da wieder rauszukommen“, erzählt Johannes Cornaro, „diese Lähmung von Geist und Körper war fürchterlich.“ Seine Familie und einige Freunde stützen ihn, aus der Krise heraushelfen können sie ihm aber nicht.
Das tut ein anderer: „Wer mich da wirklich herausgeholt hat, war Jesus Christus.“
Ein Freund bringt Johannes Cornaro zu einem Priester. Das Gespräch öffnet ihm für vieles die Augen und endet mit einer Beichte – „was ein kleines Wunder bei mir war, wie wohl ich viel hatte, das ich loswerden wollte.“ Der Priester, bis heute Johannes Cornaros Beichtvater, ermutigt den 21-Jährigen, Jesus einen Vertrauensvorschuss zu geben.
Zwei Wochen später spricht Johannes Cornaro zum ersten Mal in Gedanken mit Jesus: ,Wenn es dich geben sollte‘ - denkt er - ,lege ich mein Leben in Deine Hände.‘
„Und er hat’s genommen“, sagt Johannes Cornaro, „er hat sich mir sehr deutlich zu erkennen gegeben. Ich habe ganz stark die Liebe erfahren, mit der er mich liebt, und die sein Wesen ist: echte, reine Liebe.“
Sein Bekehrungserlebnis vermag Johannes Cornaro nicht in Worte zu fassen. „Es war, was man in der Mystik Ekstase nennt“, versucht er zu beschreiben, „ein Zustand, der sämtliche Fasern des Leibes erfasst – Körper, Seele und Geist. Man ist wie elektrifiziert. Und obwohl es so übernatürlich und wunderbar ist, wenn man Christus erkennt und er sich einem zeigt, ist es total nüchtern und klar, verstandesmäßig weiß man genau, was jetzt los ist.“
Den Freunden, die meinen, er habe sich das eingebildet, entgegnet Johannes Cornaro: „Wenn du es erlebst, weißt du, dass du es dir nicht einbildest. Ich hab’ wohl keinen Rausch ausgelassen, aber das ist so anders, wirklich etwas Übernatürliches, alle Sinne sind ganz wach.“
Bis heute empfindet Johannes Cornaro diesen Moment als großes Gnadengeschenk: „Es hat mich aus meinen Zweifeln erlöst und mir den Glauben geschenkt.“ Seither versucht er mit Jesus als seinem Herrn und Lehrer seinen Weg zu gehen.
Auf Drogen muss Johannes Cornaro nie mehr zurückgreifen. „Ich habe gelernt, meine Schwächen Jesus hinzulegen und konnte mich annehmen, so wie ich war. Das war eine große Erlösung.“ 2003 wird er zum Priester geweiht, am Aschermittwoch dieses Jahres sendet ihn Papst Franziskus mit mehr als 1.000 anderen Priestern als „Missionar der Barmherzigkeit“ zu den Menschen.
Johannes Cornaro möchte für andere sichtbar machen, dass er mit Gott unterwegs ist: „Ich habe ganz stark erfahren, dass Gott mich führt und, dass er alles zum Guten führen kann, in jeder Lebensgeschichte.“
Das Gespräch mit Johannes Cornaro wurde zwei Jahre nach seiner Priesterweihe geführt.