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18.05.2016

„Staatsfähigkeit Palästinas erhalten“- Hilfe aus Österreich

Gaza-Stadt ist besonders betroffen vom israelisch-palästinensischen Konflikt.

Seit Jahrzehnten dauert der Konflikt zwischen Israel und Palästina an. Österreich unterstützt Hilfsprojekte für die Menschen, die unter den Auswirkungen leiden, im Westjordanland und in Gaza. Lokalaugenschein in einem Land, in dem es trotz allem auch noch das Lachen gibt.

Wir konnten aufgrund der Bombenangriffe 40 Tage das Haus nicht verlassen“, schildert Riham Kharroub. Die Palästinenserin aus Bethlehem erinnert sich an 1988, mitten in der Zeit der Ersten Intifada, der gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen Palästinensern und der israelischen Armee.

 

Die Ursachen für den immerwährenden Aufstand der palästinensischen Bevölkerung sind vielfältig: einerseits eine junge Bevölkerung, die Hälfte der Palästinenser ist jünger als 15 Jahre, 70 Prozent davon unter 30. Andererseits die Besetzung des Westjordanlands und des Gazsastreifens durch Israel seit 1967 und der Mauerbau, der Palästina von Israel trennte.

 

Ganze Generationen wuchsen unter der israelischen Besatzung auf, mit permanenter Verschlechterung ihrer Lebenssituation. „Ich bin froh, dass ich später zum Studieren nach London gehen konnte“, schildert Riham. Danach kehrte sie aber nach Palästina zurück. Für die ADA, die Austrian Development Agency, die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, ist sie nun als Projektmitarbeiterin im Büro in Ramallah in Palästina tätig.


Es geht darum „die Staatsfähigkeit des palästinensischen Volkes zu erhalten, dass es möglichst gut auf einen eigenen Staat vorbereitet ist“, unterstreicht der Leiter des Österreichischen Vertretungsbüros in Ramallah, Andrea Nasi, zur Hilfe der ADA. 2011 hatte ein Bericht der Vereinten Nationen festgestellt, dass Palästina bereit sei für Eigenstaatlichkeit.

 

Die bescheinigte „Staatsfähigkeit“ bezieht sich darauf, bis es zu einer mit Israel ausgehandelten Zwei-Staatenlösung kommt. Doch bis dahin ist der Weg noch weit und kaum erkennbar. Zahlreiche Bemühungen über dauerhaften Frieden sind in der Vergangenheit gescheitert. Hilfe und Unterstützung benötigt die palästinensische Bevölkerung aber gegenwärtig und täglich.


Im Sommer 2014 wurde Palästina sieben Wochen lang vom Krieg in Gaza erschüttert. Die Folgen sind knapp zwei Jahre danach unübersehbar: Zerstörte Häuser, kaputte Infrastruktur, Straßen mit Schlaglöchern, Strom nur für wenige Stunden am Tag und erschwerter Zugang zu Trinkwasser machen das Leben der Menschen zum Überleben.

 

Dazu kommt, dass der Gazastreifen von Israel völlig abgeriegelt wurde. Der Personenübergang „Erez Crossing“ im Norden des Gaza-Streifens verbindet Israel und die Palästinenser-Enklave am Mittelmeer.  Aber nur wer die notwendigen Dokumente hat, gelangt auch auf die andere Seite. Für viele Palästinenser bleibt dieser Weg verschlossen, Israelis ist der Durchgang untersagt.

Überleben in Gaza-City

„Wir leben in einem großen Gefängnis“, beschreibt es Imad Okal, stellvertretender Bereichsleiter für Nordgaza der UNRWA. Die Organisation der Vereinten Nationen strukturiert die Wiederaufbauhilfe in Gaza.

 

Zahlen unterstreichen die prekäre Lage: Die Arbeitslosenquote im Gazastreifen beträgt 50 Prozent, unter Hochschulabsolventen liegt sie bei 75 Prozent, bei Frauen bei 80 Prozent. Für ein UNRWA-Projekt zur Drei-Monate-Kurzzeitarbeit gibt es eine Warteliste von bis zu drei Jahren.

 

70 Prozent der 1,8 Millionen Einwohner im Gazastreifen sind Flüchtlinge. Die Mehrheit lebt in Flüchtlingslagern, 900.000 Menschen erhalten Lebensmittelhilfe. Die Wassersituation ist prekär, das Grundwasser ist wegen der starken Übernutzung stark versalzen.


Die Austrian Development Agency unterstützt den Gazastreifen vor allem in der Wasserversorgung. Bereits vor rund zehn Jahren war Österreich Pionier bei der Errichtung einer Anlage zur Meerwasserentsalzung, die sich nun, wie Andrea Nasi von der ADA unterstreicht, „als das zentrale Element der Trinkwasserversorgung herausstellt“. 650 Kubikmeter Wasser können in einer Anlage am Stadtrand von Gaza-City täglich verarbeitet werden. Die Palästinensische Wasserbehörde unterstützt in der Koordination und in der Verteilung des Wassers an Krankenhäuser und Schulen in Gaza.

Lachen für kranke Kinder in Palästina

Die Palästinensischen Gebiete sind durch den jahrzehntelangen politischen Konflikt permanentes Krisengebiet. Wie so oft sind Ältere, kranke Menschen und Kinder besonders betroffen. Angstzustände und Traumata begleiten Kinder. Ein wenig Abwechslung und Lachen bringt die „Clowndoctor“-Intervention nach Palästina.

 

In sechs Spitälern arbeiten zehn Doktoren mit den Roten Nasen. Seit 2010 sind sie im Ramallah Medical Complex tätig. In dem Spital der palästinensischen Verwaltungshauptstadt wurde mit Hilfe der österreichischen ADA ein Hauszentrum eingerichtet, darunter auch eine Kleinkindabteilung.

 

Miriam Baseer, die medizinische Direktorin, schildert: „Die Kinder leiden unter den Auswirkungen der Kampfhandlungen von vor zwei Jahren. Sie haben psychologische Probleme, schlafen schlecht und sind generell sehr krankheitsanfällig. Da helfen uns die Clown-Doctoren sehr, denn sie lenken die Kinder ab und bringen sie zum Lachen. Das ist eine gute Medizin.“


Generell leidet die palästinensische Bevölkerung auch in Ramallah unter der großen Knappheit an gutem Trinkwasser. Ärztin Baseer: „Sie lagern es in großen schwarzen Behältern am Dach, es wird verschmutzt. Trotzdem verwenden sie es zum Trinken, die Folge ist Gastritits. Zwei von drei Menschen in Ramallah leiden daran.“


Zisternenbau im Jordantal

Im Jordantal lebt die Gemeinschaft der Maghayer Ad Deir und der Wadi Seiq-Beduinen. Es ist ein sogenanntes Area C-Gebiet unter israelischer Militärverwaltung. Es gibt kein Fließwasser oder Strom. Mit Hilfe der ADA konnten die Beduinen nun Zisternen renovieren und eine Photovoltaikanlage installieren, denn Wasserknappheit plagt die Gemeinschaft, die auf eine ergiebige Regenzeit angewiesen ist. Von den 60 Zisternen funktionieren nur 20.

 

Dazu kommt das Leben in gespannter Atmosphäre, denn die Gemeinschaft der Beduinen lebt umgeben von israelischen Siedlungen. Die asphaltierten Straßen trauen sie sich wegen Übergriffen der Siedler oder des israelischen Militärs nicht zu nutzen. „Wenn ich weggehe gehe, weiß ich nicht, ob ich zurückkomme“, sagt Abu Bashar, der einer der 33 Beduinenfamlien vorsteht.

 

Österreich engagiert sich hier beim zum Schutz von palästinensischem Land und Besitz, der wirtschaftlichen Entwicklung, Wasser- und Gesundheitsversorgung und darum, die Abwanderung der Bevölkerung einzudämmen.

Internationale Projekthilfe
Robert Zeiner leitet die Abteilung Programme und Projekte International in der Austrian Development Agency. Er besucht immer wieder die Projekte in Palästina. Die zentrale Herausforderung sieht er darin, „die Chancen und die Hoffnung für eine friedliche Entwicklung in Palästina und in der Region aufrechtzuerhalten – und das wird auch so bleiben.“

erstellt von: Der SONNTAG / Stefan Hauser
18.05.2016
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Weitere Informationen

 

Austrian Development Agency
Zelinkagasse 2
1010 Wien
Tel.: +43 (0)1 90399 - 0
Fax: +43 (0)1 90399 - 2290
e-mail: office@ada.gv.at

Internet: Portal der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit

 

 

Österreich hilft in Palästina

Die gesamten öffentlichen Entwicklungshilfeleistungen Österreichs an die Palästinensischen Gebiete von 1995 bis 2015 betrugen rund 85 Mio. Euro.

 

Die Austrian Development Agency (ADA) unterstützte in diesem Zeitraum Programme mit rund 65 Mio. Euro. In den vergangenen Jahren belief sich das Budget der ADA für die Palästinensischen Gebiete auf rund 4 Mio. Euro pro Jahr.

 

2015 förderte die ADA Projekte in der Höhe von knapp 3,7 Mio. Euro. Aktuell werden rund 20 Projekte unterstützt, besonders im Bereich von Gesundheit und Wasserversorgung.

 

Weitere Infos: www.entwicklung.at

 

 

 

Der Sonntag

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Die Zeitung der ED. Wien
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Sr. Franziska Madl OP schreibt ihre Gedanken zum Evangelium zum Pfingstsonntag (31.5.2020)

Vom anderen her, auf andere hin (Joh 17,1-11)

Markus Muth und Boris Porsch schreiben ihre Gedanken zum Evangelium zum 7. Sonntag der Osterzeit  (24.5.2020)

Ich mag Liebesfilme (Joh 14,15-21)

Elisabeth Birnbaums Evangeliumsauslegung zum 6. Sonntag der Osterzeit (17.5.2020)

Im Mai durch das ganze Nordvikariat

Bischofsvikar Stephan Turnovszky: Bitte um Mariens Schutz und Hilfe

Wer fragt, bekommt eine Antwort (Joh 14,1-12)

Br. Günter Mayer SDB: Evangeliumsauslegung zum 5. Sonntag der Osterzeit (10.5.2020)

Hilfe für Mütter in Not

Muttertag ist trotzdem

Öffnet die Türen (Joh 10,1-10)

Barbara Ruml: Evangeliumsauslegung zum 4. Sonntag der Osterzeit (3.5.2020)

Begegnung am Tiefpunkt (Joh 21,1-14)

Markus Beranek: Evangeliumsauslegung zum 3. Sonntag der Osterzeit (26.4.2020)

Durch verschlossene Türen (Joh 20,19-31)

Sr. Franziska Madl OP schreibt ihre Gedanken zum Evangelium zum Sonntag der Barmherzigkeit (19.4.2020)

Vorurteil oder nicht? Die Kirche ist mächtig

Die eigentliche Macht der Kirche sind aber das Wort und die Tat.

Vorurteil oder nicht? Wasser predigen und Wein trinken

Was meint die Rede von der „glücklichen Schuld“ in der Osternacht?     

„Die Diagnose war der Anfang, nicht das Ende“

Diagnose Brustkrebs: Über ein Jahr lang  kämpft die zweifache Mutter mit der Erkrankung, erfolgreich.

Keine Sympathie für Pilatus (Mt 27,1-26)

Elisabeth Birnbaums Evangeliumsauslegung zum Palmsonntag (5.4.2020)

Vorurteil oder nicht? Die Kirche ist konservativ.

Ist die Kirche zu konservativ?

Durchkreuzt: Keine Antwort auf das Warum?

Ein Gott, bei dem uns alles klar wäre, ist nicht der Gott Jesu Christi.

Auferweckung ist nicht gleich Auferstehung (Joh 11, 3-7.17.20-27.33b-45 )

Br. Günter Mayer SDB: Evangeliumsauslegung zum 7. Fastensonntag (29.3.2020)

Vorurteil oder nicht? Ignoranz und Vertuschung

Der Skandal des Vertuschens

Weihbischof Turnovszky: Unser aller Leben hat sich schlagartig verändert

Corona und die Folgen, Weihbischof Turnovszky zur aktuellen Lage und wie sich auch sein Tagesablauf verändert hat.

Fürchtet euch nicht

Vom Umgang mit der Angst

Jetzt ist die Zeit der anderen Backe

Darauf müssen wir uns einfach einstellen. Lassen wir die Unduldsamkeit an der Liebe zerschellen!

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Freude einüben, Leben schöpfen (Joh 9,1)

Barbara Ruml: Evangeliumsauslegung zum 4. Fastensonntag (22.3.2020)

Christus, Heil der Kranken...

Es ist nicht mangelndes Gottvertrauen wenn wir medizinisch vorsichtig sind

Lebendig (Joh 4,5-26. 39a. 40-42)

Markus Beranek: Evangeliumsauslegung zum 3. Fastensonntag ( 15. März 2020)

Vorurteil oder nicht? Die Kirche ist: Verstaubt oder zeitgemäß?

Ist der Glaube und die Kirche überhaupt (noch) zeitgemäß.

Nach 66 Tagen.

Ein Kind, das lebensverkürzend erkrankt, verändert eine ganze Familie und die Hospizarbeit in Österreich.

Vorurteil oder nicht?: Nur Kinder, Küche und Kirche?

Welche Rolle spielen die Frauen in der Kirche? Sind Frauen generell spiritueller als Männer?

Hoffnung und Trost aus Stein und Glas?

Es macht nachdenklich, wenn Kirchen in Zeiten von Angst und Verunsicherung gesperrt werden.

Es ist gut, dass wir hier sind! (Mt 17, 1-9)

Sr. Franziska Madl OP: Evangeliumsauslegung zum 2. Fastensonntag (8.3.2020)

„Passionswege“ durch die Fastenzeit: Völlig allein gelassen

Die Geschichte eines Missbrauchs: Mit einem Mal ist die Zeit wieder präsent. Die Ereignisse liegen 40 Jahre zurück.

Genau hinschauen (Mt 4, 1-11)

Markus Muth und Michael Haller schreiben ihre Gedanken zum Evangelium zum 1. Fastensonntag, (1. März 2020)

Vorurteil oder nicht?: Zwischen Glaube und Geld

Den gängigsten Vorurteilen gegen die katholische Kirche auf den Grund gegangen.

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Neuer Online-Auftritt und wöchentliches Digital-Abo

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Hilfe für unbegleitete Flüchtlinge in Bosnien

„Pfarrnetzwerk Asyl“ hilft jugendlichen  Flüchtlingen konkret vor Ort in der Stadt Bihac.

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Expertin Brigitte Pregenzer gibt Tipps für eine wohltuende Reinigungskur, für Pollen-Allergiker und bei Frühjahrsmüdigkeit.

Gelassen pilgern durch das Weinviertel

Auf 153 Kilometern führt der „Jakobsweg Weinviertel“ von Drasenhofen nach Krems.

„Wir wollen nicht nationale Not gegen andere ausspielen“

Interview mit Andreas Knapp, Auslandshilfechef der österreichischen Caritas.

„In der Bibel ist immer Fasching“

Auch wenn der Fasching keine explizit kirchliche Erfindung ist, offensichtlich gibt es durchaus biblische Anleihen für ausgelassenes Feiern.

Genussvoll glauben: Immer der Nase nach

In dieser Ausgabe widme ich mich den Freuden, die wir uns durch Gerüche und Düfte bereiten können.

Nicht schon wieder! (Mt 5,38-48)

Elisabeth Birnbaums Evangeliumsauslegung zum 7. Sonntag im Jahreskreis (23.2.2020)

Neue Lektüre für Klein und Groß

Warum auch Erwachsene das eine oder andere Kinder- und Jugendbuch unbedingt zur Hand nehmen sollten, haben wir uns für Sie angeschaut.

Was tun bei Demenz?

Kurse und Lehrgänge vermitteln grundlegendes Wissen und einige hilfreiche Methoden und Ideen für einen stressarmen Alltag

Durchkreuzt: Einfach da sein dürfen vor Gott - ein Interview

Schicksalsschläge werfen oft aus der Bahn. Benediktinerpater Martin Werlen im Interview

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