Das alljährliche Gedenken an die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki ist durch den Terror in Europa heuer besonders brisant. Darauf hat Kardinal Christoph Schönborn in einer Grußbotschaft anlässlich des "Hiroshima-Tages" am kommenden Samstag, 6. August 2016 auf dem Wiener Stephansplatz hingewiesen. Eine Serie von Anschlägen mit zahlreichen unschuldigen Opfern erschüttere die Länder Europas. "Seither geht Angst um. Wann folgt der nächste Terroranschlag?", schrieb der Wiener Erzbischof. Kein Ort scheine mehr sicher zu sein vor neuen Akten brutaler Gewalt. "Nach Jahrzehnten des Friedens in Europa ist die Bedrohung durch Terror wieder real und spürbar geworden."
Kardinal Schönborn zitierte dazu jene Worte, die Papst Franziskus kürzlich "mit eindrucksvoller Deutlichkeit" auf dem Flug von Rom zum Weltjugendtag nach Polen sagte: "Die Welt ist im Krieg, weil sie den Frieden verloren hat. Fürchten wir uns nicht, diese Wahrheit zu sagen."
Das jährliche Hiroshima-Gedenken erinnert laut Schönborn daran, dass vor mittlerweile 71 Jahren "das Unvorstellbare" geschehen sei: der Einsatz von Atomwaffen mit Hunderttausenden Toten und unzähligen Verwundeten, die oft bis an ihr Lebensende unvorstellbar gelitten hätten. Seither sei die Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen eine ständige Realität, wies der Kardinal hin. "Hoffen und beten wir, dass die Welt von dieser Angst und Bedrohung befreit wird."
Grußadressen an die Wiener Gedenkveranstaltung anlässlich der Atombomben-Abwürfe auf die beiden japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki, bei denen am 6. und 9. August 1945 rund 300.000 Menschen starben, kommen jedes Jahr von zahlreichen Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Wissenschaft und Kirche.
Die Hiroshima-Gedenkveranstaltung beginnt am Samstag, 6. August, um 18 Uhr auf dem Wiener Stephansplatz und wird um ca. 20:30 Uhr mit einem Laternenmarsch vom Stephansplatz zum Teich vor der Karlskirche abgeschlossen. Im Rahmen der Aktion werden Grußadressen veröffentlicht, Vertreter von Friedensgruppen informieren über Atomwaffen, es werden Friedenslieder erklingen. Die Initiative der Wiener Friedensbewegung und der Hiroshima-Gruppe Wien wird u.a. vom Internationalen Versöhnungsbund unterstützt.