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21.09.2017 · Aus der Diözese · Ehrenamt

Flüchtlingshilfe: Theologen planen Leitfaden für Ehrenamtliche

Tagung "Leben und Lernen von und mit Flüchtlingen" am 20. September 2017 im Wiener Kardinal-König-Haus.

Theologin Polak: Ziel ist es, "positive Narrative" zu entwickeln, um Menschen zu motivieren, sich für Flüchtlinge zu engagieren.

Ein neuer Leitfaden soll dazu beitragen, Menschen für die Flüchtlings- und Integrationshilfe fit zu machen und zum Engagement zu motivieren. Der Leitfaden, der derzeit im Entstehen ist, wird vom Institut für Praktische Theologie der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien und der Forschungsplattform "Religion and Transformation in Contemporary Society" verantwortet. Er basiert auf einer Erhebung unter religiösen und kirchlichen Communities und in privaten und öffentlichen Schulen und deren Erfahrung bei der Flüchtlingshilfe. Vorrangiges Ziel des Leitfadens sei es, "positive Narrative" aufzugreifen, d.h. etwa Geschichten gelungener Integration und positiver Hilfserfahrungen, betonte die Wiener Pastoraltheologin und Initiatorin Regina Polak gegenüber "Kathpress".

 

"Positive Narrative zu entwickeln heißt nicht, mit Zuckerguss bestehende Probleme abzudecken, sondern es bedeutet, ohne Ressentiment und Hass solche Probleme zur Sprache zu bringen und lösungsorientiert zu denken", so Polak weiter. Tatsächlich gebe es zahlreiche positive Beispiele gelungener und gelingender Flüchtlings- und Integrationshilfe, die es bekanntzumachen gelte. Flucht und Migration sei eine "Jahrhundertaufgabe", die sich "ohne positive Bilder und Visionen von einer gemeinsamen Zukunft" nicht lösen lasse, zeigte sich Polak überzeugt. "Wir müssen wegkommen von unserem defizitorientierten Blick auf Migration", mahnte die Theologin. Ohne eine solche positive Blickumkehr drohe Integration zu einem "technokratischen Expertenprojekt" zu werden und damit letztlich zu scheitern.

 

Die Bedeutung der Schule für gelingende Integration unterstrich indes gegenüber "Kathpress" die Wiener Professorin für Religionspädagogik Andrea Lehner-Hartmann. Sowohl in der Hochphase der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 als auch in der Folgezeit sei an Schulen und dort speziell im Religionsunterricht viel an positiven Akzenten im Umgang mit und in der Betreuung von Flüchtlingen geschehen. Daher richte sich der geplante Leitfaden nicht zuletzt auch an Lehrer, die "helfen wollen, aber nicht wissen, wie sie das mit ihren Schülerinnen und Schülern gemeinsam angehen sollen", so Lehner-Hartmann.

 

Polak und Lehner-Hartmann äußerten sich am Rande einer Tagung, die am Mittwoch im Wiener Kardinal-König-Haus zu Ende gegangen ist. Die Tagung stand unter dem Motto "Leben und Lernen von und mit Flüchtlingen" und diente der Vorbereitung des Leitfadens. An der Tagung nahmen u.a. Terezija Stoisits (Flüchtlingsbeauftragte "Die Grünen"), Michael Kuhn (ComECE), Doris Peschke (CCME, Kirchliche Kommission für Migranten), Linda Jones (Caritas Europe), Krzysztof Zadarko (Weihbischof von Koszalin-Kolobrzeg), Niraj Nathwani (EU-Grundrechte-Agentur), Antoine Savary (Referat für Migration und Inneres der Europäischen Kommission) und der EU-Parlamentarier Josef Weidenholzer (SP) teil.

 

Asylrecht tief im EU-Recht verankert

Niraj Nathwani von der Grundrechte-Agentur der Europäischen Union mit Sitz in Wien zeigte in einem Kurzvortrag am Mittwochnachmittag auf, wie tief das Asylrecht im europäischen Recht verankert ist - auch wenn es einen differenzierten und nicht konsensfähigen Begründungsdiskurs in der Fachliteratur gebe. Tatsächlich nämlich sei das Asylrecht als ein Grundrecht in der EU ein sehr junges Phänomen; rechtsverbindlichen Charakter habe es erst mit den Lissabon-Verträgen bekommen, die die Charta der Grundrechte inklusive Artikel 18 zum Asylrecht in den Rang des EU-Primärrechts erhob.

 

Weder die Europäische Menschenrechtskonvention noch die späteren UN-Menschenrechtskonventionen enthielten indes Artikel zum Asyl - somit könne man die Geschichte des Asylrechts und seine Implementierung in der Europäischen Union durchaus als "positives Narrativ" bezeichnen, so Nathwani: "Diese Art von Schutz des Asyls gibt es mit dieser Verbindlichkeit nur in der EU".

 

Positiv wertete der Grundrechts-Experte auch die Integrationsbemühungen auf EU-Ebene. Seit 2004 seien die gemeinsamen Grundprinzipien der Integration in EU in einem gemeinsamen Dokument festgehalten. Zentral sei darin etwa, dass Integration stets ein bidirektionales Geschehen darstelle: Es gebe nie nur Verpflichtungen seitens der Migranten, sondern stets auch Verpflichtungen seitens der Aufnahmegesellschaft, so Nathwani. Und auch in der 2020-Strategie der Europäischen Union, die vornehmlich Jobs und Wirtschaftswachstum betreffe, schlage sich das Integrationsthema nieder.

 

Europa braucht Migration

Antoine Savary betonte in seinem Vortrag, dass Asyl nicht nur eine rechtliche Seite kenne, sondern auch eine "moralische Verpflichtung" darstelle, die aus der Solidarität der Mitgliedsstaaten erwachse. Notwendig sei jedoch die Entwicklung eines "effektiven gemeinsamen europäischen Migrationsprogramms", so der Mitarbeiter des Referats für Migration und Inneres der Europäischen Kommission. Europa brauche kontrollierte Zuwanderung "allein schon aus ökonomischen Gründen" und aufgrund der demografischen Entwicklung.

 

"Außerdem brauchen wir eine effektive Integrationspolitik, ansonsten verlieren wir die dringend benötigten Migranten wieder". Versäumnisse bei der Integration würden die Union auch finanziell mit viel höheren Folgekosten belasten als nunmehrige gezielte Investitionen in Integrationsprogramme, warnte der Experte.

 

Asylpolitik in Europa: "Lauter Frustrationserlebnisse"

Kein gutes Haar lässt indes EU-Parlamentarier Josef Weidenholzer (SP) an der europäischen Asyl- und Integrationspolitik. Im Blick auf diese Themen könne er von "lauter Frustrationserlebnissen" sprechen. Die 2015 ausgebrochene Flüchtlingskrise bezeichnete der Politiker als "europäisches Multiorganversagen". Die Dysfunktionalität der EU im Bereich der Asyl- und Integrationspolitik habe in den letzten Jahren dazu geführt, "dass das EU-Projekt insgesamt Schaden genommen hat", so Weidenholzer, der u.a. bis 2015 Präsident der Volkshilfe Österreich war.

 

Das Problem bestehe heute darin, "dass wir nicht zu viel, sondern zu wenig Europa haben", brachte es Weidenholzer auf den Punkt. Dazu gehöre etwa das Problem, dass sich die Union nie auf eine gemeinsame Migrationspolitik verständigen konnte und zugleich die Mittel für die Flüchtlingsbetreuung in den Krisenregionen 2015 reduziert hat. Auch das Dublin-II-Verfahren habe sich als Holzweg erwiesen: "Wir, die reichen Ländern, haben ein wenig Zeit gewonnen, mehr nicht." Konkret sprach sich Weidenholzer daher u.a. für die Schaffung "legaler Wege der Einreise" in die Europäische Union ein. Nur so lasse sich langfristig dem Schlepperwesen das Handwerk legen.

erstellt von: red/kap
21.09.2017
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Sternsinger im Parlament

Delegation der Dreikönigsaktion in Begleitung von Militärbischof Freistetter im Hohen Haus - Kinder appellieren an Abgeordnete, Kampf gegen Kinderarmut, Kinderarbeit und den Klimawandel zu verstärken.

WB Stephan Turnovszky mit Sternsingern

Auftakt zur Sternsingeraktion mit Jugendbischof Turnovszky

Wiener Weihbischof bittet Österreicher, ihre Türen und Herzen für die Sternsinger zu öffnen.

Der innere Drang zu helfen

Franz Bednar saniert Häuser in der Slowakei oder bringt eine Tonne Erdäpfel von Patzmannsdorf nach Wien.

„Niemand stellt sich freiwillig auf die Straße zum Betteln“

Jetzt im Advent beginnt für einige Menschen die schwierigste, gefährlichste und leidvollste Zeit des Jahres. - Interview mit Klaus Schwertner

Sterntalerhof: Hier hat das volle Leben Platz

Wenn ein Kind erkrankt, erkrankt die ganze Familie. Das Kinderhospiz Sterntalerhof hat das erkannt.

Neue Leitung in der Wiener Gesprächsinsel

Seit Anfang Dezember 2008 wurden über 55.000 Gespräche und Kontakte gezählt.

Helfer am Hauptbahnhof gesucht

Der Raum steht für Heilige Messen, Andachten, Gebet, Aussprachen, Impulse und natürlich einfach für Stille.

Mit neuer Strahlkraft in die Zukunft

Mittelschüler-Kartell-Verband Vorsitzender Walter Gröblinger möchte in ein neues Zeitalter führen.

Die Helden, die keine Helden sein wollen

Der Leiter der Bergrettung Lech spricht über die Berufung ein Bergretter zu sein.

Kein Mesner fällt vom Himmel

Tagung der Arbeitsgemeinschaft der Sakristanenverbände des deutschen Sprachraums (ADS) im Don Bosco-Haus.

Ehrenamtliche Helfer gefeiert

Aufbauenden Worte bei der jährlichen Elisabeth-Messe in der Erzdiözese Wien

Werkzeug Gottes sein

Rosalia besucht jede Woche alte Menschen im Pflegeheim.

Bewährt im Glauben und Beruf

Ständige Diakone prägen seit Jahrzehnten unsere Erzdiözese.

Unsere neuen Diakone

Vierzehn bewährte Männer werden am 22. September um 15 Uhr im Stephansdom zu Ständigen Diakonen geweiht.

Van der Bellen verabschiedet Jugendliche ins Auslandsvolontariat

Bundespräsident würdigt bei Hofburg-Empfang für 120 künftige Freiwillige das Vorhaben, "die Welt ein kleines Stück besser zu machen"

Verkaufte Körper, verwundete Seelen

Vom Leid der Mädchen in Sierra Leones Hauptstadt Freetown erzählt ein neuer Film.

Wo ein Pfarrhof die Marktgemeinde prägt

Der riesige Pfarrhof von Gaweinstal wird zum Zentrum für alle Menschen des Ortes.

Ich lebe meinen Glauben im Tun

Florian Redl setzt sich in seiner Freizeit für Obdachlose und Bedürftige ein.

Von Haus zu Haus unterwegs

Mehr als 60 Freiwillige gingen von Tür zu Tür um die Menschen aktiv in die Pfarre einzuladen.

Der Sport verbindet die Menschen

Diözesansportgemeinschaft (DSG): Schnittstelle zwischen Kirche und Sport.

Im Zahlen-Dschungel der Pfarren

Informationsabend zum Thema „Die Aufgabe der RechnungsprüferInnen“. 

Viel geben, um viel zu bekommen

Beispiele wie viel unsere Pfarren im Kampf gegen Armut und Not leisten.

„Kirche ist cool und faszinierend“

Judith Faber ist ehrenamtliche Vorsitzende der Katholischen Jugend.

440.000 Österreicher freiwillig für Glaubensgemeinschaft tätig

Rund 46 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren sind unbezahlt engagiert

Telefonseelsorge: Seit 50 Jahren "24h-Zuhörangebot" in Krisen

1,13 Millionen Gespräche seit der Gründung allein in Wien, Beratung mittlerweile auch über Email und Chat.

Sozial und solidarisch mit den Menschen

Salz der Erde und Sauerteig sein: Das sieht Barbara Karner als ihren Auftrag.

Flüchtlingshilfe: Theologen planen Leitfaden für Ehrenamtliche

Leitfaden wird derzeit an Universität Wien erarbeitet.

Hofburg-Gespräch:

Hofburg-Gespräch: Landau sieht große Ermutigung für Ehrenamtliche

Bundespräsident Van der Bellen lud Vertreter von Caritas, Diakonie, Rotem Kreuz und Ärzte ohne Grenzen ein.

Integration: Caritas sucht Paten für junge Flüchtlinge

Information unter: www.caritas-commit.at

„Einfach da sein“ – Wissen und Haltung für die Begleitung am Lebensende und bei Demenz

Schwesterngemeinschaft der Caritas Socialis erfreut über große Nachfrage nach Ausbildung für Sterbe- und Trauerbegleitung.

Glawischnig: Sternsinger-Aktion "wirklich großartig"

Reigen der Besuche bei der Politik des Landes.

Nationalratspräsidentin Bures: "Sternsinger wichtiger Teil der Zivilgesellschaft"

Sternsinger aus Maria Lanzendorf im Parlament.

Seit 76 Jahren Ministrant

Diözesanweiter Rekord

Gelebte Barmherzigkeit: „Man kann ihnen schwer mit Gott kommen“

Adriano Eckert hilft im Wohnheim für Haftentlassene in Wien-Mariahilf.

Gelebte Barmherzigkeit: „Die Menschen schütten auch ihr Herz aus“

Sabine Kienast hilft, seit zwei Jahren, jeden Dienstag bei der Lebensmittelverteilung in Wien-Meidling.

Gelebte Barmherzigkeit: „Ein Gespräch kann auch sehr aufbauend sein“

Seit über vier Jahrzehnten hat die 79-Jährige Eva Engelmann in der Telefonseelsorge ein offenes Ohr.

Helene Gratzer engagiert sich ehrenamtlich in der Kontaktstelle für Alleinerziehende der Erzdiözese Wien.

Gelebte Barmherzigkeit: Mit der "Wahlomi" in Park und Museen unterwegs

Wöchentlich verbringt Helene Gratzer Zeit als "Wahlomi" und entlastet damit die Mutter.

„72 Stunden ohne Kompromiss“: Ein Vorbild für unsere Gesellschaft

Wie 4.000 Jugendliche in ganz Österreich an drei Tagen die Welt ein Stück weit verbesserten.

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