Am 20. Juni war Weltflüchtlingstag. Wer heute ein gutes Wort über Flüchtlinge sagt, macht sich kaum beliebt. Es geht aber nicht um Beliebtheit, sondern um nüchterne Tatsachen, über die kaum gesprochen wird. Weltweit gibt es mehr als 68 Millionen Menschen, die auf der Flucht sind. Nur ein kleiner Teil kommt nach Europa. 85 Prozent aller Flüchtlinge werden in Entwicklungsländern aufgenommen. Die meisten sind Flüchtlinge im eigenen Land. Europa mit mehr als 500 Millionen Menschen macht so einen Wirbel wegen zwei Millionen Flüchtlingen. Hier spielen Populismus und Angstmache eine größere Rolle als nüchterne Zahlen und einfache Menschlichkeit.
Zum Weltflüchtlingstag haben wir, Vertreter der Kirchen und Religionen, Juden, Christen und Muslime, eine Botschaft veröffentlicht, in der wir vor allem den vielen Freiwilligen danken, die bis heute schutzsuchenden Menschen aus anderen Ländern selbstlos helfen. Sie fördern die Integration, helfen ihnen, hier hier ein neues Leben zu beginnen. Vor kurzem konnte ich die Lehrwerkstätten der ÖBB in Floridsdorf besuchen. Beeindruckt haben mich die jungen Flüchtlinge, die einmal tüchtige Menschen in unserem Land sein werden. Auch das muss einmal gesagt werden.