1.700 Delegierte aus allen 637 Pfarren der Erzdiözese, den Orden, anderssprachigen Gemeinden, Gemeinschaften und Bewegungen, der Caritas und der Dienststellen u.a. treffen von 27.-29. September im Wiener Stephansdom zur dreitägigen Diözesanversammlung zusammen, die seit 2009 bereits zum fünften Mal in dieser Weise stattfindet.
Im Mittelpunkt steht ein gemeinsames Hinschauen auf den Diözesanen Entwicklungsprozess APG2.1, den Kardinal Christoph Schönborn 2008 zur Erneuerung und Entwicklung der Diözese gestartet hat. Der Austausch von Erfahrungen und „Best Practice“-Workshops soll die Teilnehmer inspirieren und in ihrer Arbeit ermutigen. „Es ist Zeit gemeinsam hinzuschauen: Was bleibt? Was verändert sich? Wo stehen wir? Was steht an?", so Kardinal Schönborn.
Nachdem in den vergangenen Jahren vor allem die Strukturentwicklung im Vordergrund stand – die Schaffung von regionalen pastoralen Räumen zum effizienteren Einsatz der Ressourcen und zur besseren Bildung kleiner Gemeinschaften für das Christsein im Alltag – steht diesmal die spirituelle Erneuerung im Vordergrund, der die neuen Strukturen dienen sollen.
„HIER WIRD MAN JÜNGER“ – ein bewusst doppeldeutiges Transparent am Dom weist auf das Kernthema hin: Jüngerschaft. Weihbischof Stephan Turnovszky: „Jüngerschaft meint die tiefe persönliche Beziehung zur Person Jesu Christi - als Grundlage für ein frohes, echtes und ehrliches Christsein, 24 Stunden lang, sieben Tage die Woche. Das erneuert die Kirche, und darüber hinaus die ganze Welt.“
Als Auftakt findet morgen, Mittwoch, erstmals ein Tag für alle rund 1500 Religionslehrerinnen und Religionslehrer der Erzdiözese Wien statt, ebenfalls im Stephansdom. Unter dem Motto: „Geerdet und gehimmelt“, gibt es u.a. eine Podiumsdiskussion mit Bildungsminister Heinz Faßmann. Das Programm der Donnerstagnachmittag beginnenden Diözesanversammlung umfasst Plenarsitzungen mit „offenem Mikro“, Vorträge, Gebetseinheiten und gemeinsames Feiern. Erstmals wird heuer auch Graphic Recording eingesetzt, sowie das Smartphone-basierte Mitsprache-Tool „Mentimeter“ für Stimmungsbilder unter den Teilnehmern. Dafür wurde erstmals WLAN im gesamten Stephansdom installiert.
Zu drei Terminen, alle mit Kardinal Schönborn, ist jeder herzlich eingeladen:
Der Entwicklungsprozess der Erzdiözese Wien, deren Fortgang diese Diözesanversammlung dient, zielt auf eine Erneuerung von Form und Leben der katholischen Gemeinden ab. Er hat seine Wurzeln in der „Stadtmission“, die unter anderem in Wien 2003 durchgeführt wurde. Der Startschuss erfolgte mit einem Hirtenbrief von Kardinal Schönborn 2008, dem sich die 1. Diözesanversammlung 2009 anschloss. 2012 gab Kardinal Schönborn als Erzbischof Leitlinien für die strukturelle Erneuerung vor: Sie sehen größere Organisationseinheiten vor, in denen jeweils drei bis fünf Priester im Team mit Laien arbeiten und Laien auch die Leitung von einzelnen Teilgemeinden übernehmen können.
Im November 2015 wurden unter Mitwirkung der Basis alle Pfarren der Erzdiözese Wien in 140 Entwicklungsräume eingeteilt. Sie sind aufgerufen, in Zusammenarbeit neue missionarische Formen und Initiativen zu entwickeln, in denen das Christsein für die Menschen vor Ort relevant wird und die Welt zu einem besseren Ort macht. Die Entwicklungsräume sind auch dazu aufgerufen, immer verbindlichere Formen der pfarrübergreifenden Zusammenarbeit einzugehen. So gibt es heute in 12 Entwicklungsräumen bereits eine Pfarre mit Teilgemeinden (1 Pfarre mit 1 Pfarrer, mehreren Priestern, mehreren Gemeinden), in weiteren 24 Entwicklungsräumen bestehen Pfarrverbände (1 Pfarrer, mehreren Priester, mehrere selbstständige Pfarren) und in 25 Entwicklungsräumen gibt es Seelsorgeräume (selbstständige Pfarren mit eigenen Pfarrern, einer davon leitet den Seelsorgeraum).
Die 5. Diözesanversammlung soll gemeinsam mit anderen Zusammenkünften, etwa der Dechanten, eine Standortbestimmung des Erneuerungsprozesses ermöglichen, aus der im Frühjahr 2019 die Festlegung der nächsten Schritte erfolgen soll.