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28.09.2018

Kardinal Schönborn: "Die rechte Zeit erkennen"

"Ich lade jeden Christen ein, noch heute seine persönliche Begegnung mit Jesus Christus zu erneuern", so Kardinal Christoph Schönborn.

„Wir hören heute bewusst die Tageslesungen und nicht selbst ausgewählte Texte“, sagte Kardinal Christoph Schönborn in seiner Predigt am Freitagmorgen, 28. September 2018, bei der 5. Diözesanversammlung im Stephansdom.

 

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Der Kardinal appellierte damit an die Pfarren und Gemeinschaften, in den Gottesdienst-Feiern auf das Wort der vorgesehenen Tageslesungen zu hören, die die Kirche jeweils festgelegt hat. Ausgehend von einem bekannten Text aus dem alttestamentlichen Buch Kohelet (3. Kapitel: „Alles hat seine Zeit…“) erinnerte unser Erzbischof daran, dass es „eine rechte Zeit, aber auch eine Unzeit gibt“.

 

„Warum schweigen die Bischöfe zur Flüchtlingsfrage“, werde er beispielsweise oft gefragt. Oder zur sogenannten „Ehe für alle?“ Schönborn: „Wir tun enorm viel für Flüchtlinge, aber wir tun es diskret. Wir helfen, so gut wir können.“

 

Drei Eigenschaften, um die rechte Zeit zu erkennen

Der Kardinal nannte dann drei „Eigenschaften, um die rechte Zeit zu erkennen“: „Aufmerksamkeit, die Unterscheidung der Geister und Gehorsam gegenüber dem Heiligen Geist.“ „Aufmerksamkeit“ meine „die Leidenschaft für die Wirklichkeit, das Wach-Sein für das Heute, das Wahrnehmen des anderen“.

 

Papst Franziskus predige „pausenlos“ die „Gabe der Unterscheidung“. Dazu gehöre auch das Gespräch. „Der Diözesane Entwicklungsprozesses hat viel mit Gespräch zu tun“, sagte unser Erzbischof: „Es braucht dabei die Mühsal des Weges.“ Letztlich seien „Gottes Wege nicht immer unsere Wege“, unterstrich der Kardinal. Es gehe auch darum, „Gott in allen Dingen zu erkennen und zu finden“.

 

Persönliche Begegnung mit Jesus Christus

Die Frage Jesu („Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“, Lukasevangelium 9,18-22) müsse jeder Christ für sich beantworten: ob man nur eine Meinung über Jesus hat oder ob man an ihn glaubt. Kardinal Schönborn zitierte aus der Programmschrift von Papst Franziskus, „Evangelii gaudium“ („Die Freude des Evangeliums“, Nr. 3): „Ich lade jeden Christen ein, gleich an wel­chem Ort und in welcher Lage er sich befindet, noch heute seine persönliche Begegnung mit Jesus Christus zu erneuern oder zumindest den Entschluss zu fassen, sich von ihm finden zu lassen, ihn jeden Tag ohne Unterlass zu suchen.“