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13.10.2018

Weltaidstag: "Jedermann"-Benefizaufführung im Wiener Stephansdom

Kardinal Schönborn, Life-Ball-Organisator Keszler und Malteserorden laden zu Vorstellung zugunsten Aidshospiz in Südafrika.

Die Kooperation der katholischen Kirche und dem Verein "Life+", die im Vorjahr mit einem Gedenkgottesdienst für die Opfer von HIV/Aids gestartet ist, wird fortgesetzt: Am Freitag, 30. November 2018, dem Vorabend zum internationalen Welt-Aids-Tag, findet im Wiener Stephansdom ab 18.30 Uhr die einmalige Benefizvorstellung "Jedermann (reloaded)" u.a. mit dem Schauspieler Philipp Hochmair statt. Einladende sind Kardinal Christoph Schönborn, "Life+"-Obmann und "Life Ball"-Organisator Gery Keszler sowie auch der Prokurator des Malteser-Ritter-Ordens für Österreich, Norbert Salburg-Falkenstein.

Die Vorstellung ist zugunsten des Malteser-Aids-Hospizes "Brotherhood of Blessed Gérard" in der südafrikanischen Region KwaZulu-Natal, dessen Leiter P. Gerhard Lagleder zuvor einen Hilferuf an Kardinal Schönborn gerichtet hatte. Wegen Lieferschwierigkeiten drohe der Nachschub an lebenswichtigen HIV-Medikamenten für die dort versorgten 673 Patienten des Hospizes zu versiegen, berichtete Keszler in einer Aussendung vom Samstag, 13. Oktober 2018. "Eine Unterbrechung der antiretroviralen Therapie fördert die Bildung von Resistenzen und führt zum Fortlauf der Immunschwäche und letztlich zum Ausbruch von AIDS. Dies wäre ein Todesurteil für die ohnehin bereits vom Leben gebeutelten Menschen in diesem bitterarmen Landstrich. Ein Umstand, den wir so nicht hinnehmen wollen."

 

Bemühung Menschen zu helfen

Kardinal Schönborn hob lobend hervor, dass sich bei der "Jedermann"-Vorstellung die Bestrebungen des Malteserordens und die von Keszlers Vereins "in wunderbarer Weise treffen" würden: "Beide sind bemüht, den Menschen zu helfen und das können wir hier unmittelbar und noch dazu in einer so passenden Kulisse wie dem Wiener Stephansdom, in dem Himmel und Erde, Leben und Tod einander so nahe sind", so der Erzbischof. Der in Südafrika tätige Benediktinerpater Lagleder werde auch persönlich an diesem Abend anwesend sein.

Malteser-Prokurator Salburg-Falkeinstein rief dazu auf, "rasch zu helfen, um Leben zu retten". Ziel der Veranstalter sei es, durch die Einnahmen die medizinische Versorgung der 673 Patienten im Hospiz für einen Monat - pro Patient kostet ein Generikum drei Euro pro Tag, im Monat 93 Euro - zu sichern. 93 Euro beträgt auch der Preis für eine Sitzplatzkarte, zudem sind unter www.oeticket.com ab sofort auch Karten zu 47 Euro (Sitzplatz hinteres oder seitliches Kirchenschiff), 24 Euro (Sitzplatz mit Sichteinschränkung) und 9,30 Euro (Stehplatz) erhältlich.

"Jedermann"-Mime Hochmair, der im Sommer bei den Salzburger Festspielen für Tobias Moretti eingesprungen war, bezeichnete das Benefizkonzert als Überlebenssicherung für die Kinder, Waisen und Sterbenden im südafrikanischen Malteser-Hospiz. Dies sei eine "direkte Übersetzung von Hoffmannsthals Stück". Bei der allegorischen Darbietung geht es schließlich ebenfalls um das Sterben (allerdings eines reichen Mannes) sowie um die Verringerung des Leides und des menschlichen Elends in der Welt.

Für die "reloaded"-Version des "Jedermanns" im Wiener Stephansdom wird das Stück mit Elektrobeats und Rocksounds der Band "Die Elektrohand Gottes" als vielstimmiges Sprechkonzert dargeboten. "Getrieben von Gitarrenriffs und experimentellen Sounds wird Jedermann als Zeitgenosse erkennbar, der in seiner unstillbaren Gier nach Geld, Liebe und Rausch verglüht", heißt es in der Ankündigung des Programms, laut der es auch Gastauftritte hochrangiger Schauspieler geben wird.