Die Aufnahme von "wenigstens 200 Kindern" aus griechischen Flüchtlingslagern über Korridortransporte fordert die Katholische Aktion (KA) der Diözese St. Pölten von der österreichischen Bundesregierung. Angesichts der entsetzlichen humanitären Situation in den überbelegten Lagern wären ähnliche Lösungen wie sie derzeit u.a. für Pflegende oder Erntehelfende aus anderen europäischen Ländern organisiert werden, ein sinnvoller "Akt der Solidarität", hieß es in einer Mitteilung vom Montag.
"Wir finden es unerträglich, wie Menschen zu einem politischen Spielball gemacht werden und auf der Suche nach Schutz, Frieden und Sicherheit vor den Grenzen Europas um ihr Überleben kämpfen", nahm KA-Generalsekretär Axel Isenbart Stellung. Österreichs Politik müsse "endlich an einer tragfähigen europäischen Lösung in der Migrationsfrage mitwirken" und dürfe nicht vergessen, dass es bei ihrer Haltung um menschliche Schicksale gehe.
Es müsse für Österreich - "als eines der reichsten Länder der Welt" - möglich sein, ein Kontingent an Flüchtlingen sofort aufzunehmen, befand Isenbart. Der KA-Generalsekretär erinnerte zudem an die zunehmende Angst vor dem Coronavirus, die katastrophale medizinische Versorgung und an die fehlende Umsetzbarkeit von Schutzmaßnahmen angesichts der Überbelegung: Allein auf der Insel Lesbos beherbergt das Lager von Moria, ausgelegt für knapp 3.000 Menschen, derzeit mehr als 19.000 Personen.
Die Katholische Aktion der Diözese St. Pölten verwies in der Aussendung auch auf die Kompetenz und Erfahrung in der Betreuung und Integration von Flüchtlingen seitens der Pfarren und kirchliche Einrichtungen. "Darauf kann auch heute aufgebaut werden. Signalisieren wir unsere christliche Überzeugung, sodass Menschen sagen können 'Ich war im Flüchtlingslager und ihr habt mir geholfen'", so der Appell Isenbarts.