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27.04.2021 · Österreich & Weltkirche · Lebensschutz

Sterbehilfe: Dialogforum startet mit Hospiz und Palliativversorgung

Sterbehilfe

Hinsichtlich der Palliativ- und Hospizversorgung fehle es in Österreich bislang am "flächendeckenden Ausbau leistbarer Angebote sowohl der stationären, wie auch der mobilen Versorgung", sagte Merckens.

Kirchenvertreterin im Forum, Merckens: Ausbau, finanzielle Absicherung und Rechtsanspruch auf Hospiz und Palliativversorgung vor der Suizidbeihilfe-Freigabe unbedingt notwendig.

Mit Beratungen über den Ausbau der Palliativ- und Hospizversorgung ist am Montag das von der Regierung eingerichtete "Dialogforum Sterbehilfe" gestartet, das in den nächsten Tagen Vorschläge für eine gesetzliche Neuregelung der Suizidbeihilfe liefern soll. Die 26-köpfige Expertenrunde habe dem Justizministerium deutlich gemacht, dass im Bereich Hospiz und Palliativ Care bisher "erst der halbe Weg gegangen wurde", berichtete Stephanie Merckens, Vertreterin der Bischofskonferenz beim Dialogforum, am Montagnachmittag.

 

Hinsichtlich der Palliativ- und Hospizversorgung fehle es in Österreich bislang am "flächendeckenden Ausbau leistbarer Angebote sowohl der stationären, wie auch der mobilen Versorgung", sagte Merckens. Bedeutend sei dies insofern, als derartige Angebote genauso wie die psychosoziale Begleitung in Krisensituationen "wesentliche Säulen zur Suizidprävention" seien. "Hier braucht es einen Ausbau, eine finanzielle Absicherung und einen individuellen Rechtsanspruch auf Versorgung", betonte die Juristin und Referentin für Biopolitik beim Institut für Ehe und Familie (IEF).

 

Dass Suizidprävention weiterhin staatliches Ziel und Aufgabe sei, war nicht nur die einhellige Meinung der geladenen Experten: Es sei dies auch bereits aus dem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes (VfGH) vom Dezember, mit dem das bisher ausnahmslose Verbot von Suizidbeihilfe aufgehoben worden war, erkennbar, verwies Merckens auf eine Fachmeinung des Linzer Strafrechtlers Alois Birklbauer, der ebenfalls dem Forum angehört.

 

Verfassungsministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) hat bereits angekündigt, dass das Sterbehilfe-Gesetz bis zum Sommer kommen soll. Das Justizministerium hat daraufhin Vertreter von Hilfsorganisationen, Pflegeeinrichtungen, der Ärztekammer, der Wissenschaft, des Verfassungsdienstes, des Sozialministerium und der Religionsgemeinschaften zum Dialogforum geladen. Dessen Online-Beratungen sollen bei der weiteren Entscheidungsfindung helfen.

 

Die Auswahl der zum Forum eingeladenen Personen und Organisationen bildet laut dem Ministerium "verschiedene Ansichten und Standpunkte, sowie ein ausgewogenes und breites Meinungsspektrum" ab. Kirchlicherseits gehört dem Forum neben Merckens auch die Caritas-Generalsekretärin Anna Parr an. Der Theologe, Mediziner und Pharmazeut Prof. Matthias Beck nimmt als Mitglied der Bioethikkommission im Bundeskanzleramt an den Beratungen teil. Einer Aussendung des Justizministeriums vom Montag zufolge wird es nach dem Dialogforum einen Bericht geben, der die Ergebnisse zusammenfasst und auf der Homepage des Ministeriums veröffentlicht wird.

 

Religionen gegen Lockerungen

Bereits vor dem VfGH-Spruch hatten Vertreter von Religionsgemeinschaften, etwa die katholische Bischofskonferenz, vor einem "Dammbruch" im Fall einer Lockerung der Gesetzeslage gewarnt. Befürchtet wird u.a., dass dadurch Druck auf unheilbar kranke oder pflegebedürftige Menschen sowie auf bestimmte Berufsgruppen entsteht oder Suizidprävention abgeschwächt wird. Man werde ein Gesetz, das Hilfe zum Suizid unterstützt, nie gutheißen, stellte der in der Bischofskonferenz für den Bereich zuständige Innsbrucker Bischof Hermann Glettler klar. Die Kirche beteilige sich dennoch am Dialogforum, da man verhindern wolle, dass es bei einer neuen Gesetzeslage zu Missbrauch kommen könnte.

 

Gegenüber der Plattform religion.orf.at (Montag) äußerten sich auch Vertreter anderer Konfessionen und Religionsgemeinschaften dahingehend. Für die evangelische Kirche erklärte Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser, der Ausbau von Palliativ-und Hospizangebote mit Rechtsanspruch darauf sei vorrangig. Assistierter Suizid müsse an "freie Selbstbestimmungsfähigkeit" geknüpft sein, wobei ein Schutzgesetz auf Hilfe angewiesene Menschen vor Missbrauch und Druck schützen müsse. Recht auf Selbstbestimmung gelte es "zuerst auf das Leben zu beziehen und dann erst auf den Tod".

 

Im jüdischen Recht ist laut Angaben des Wiener Gemeinderabbiners Schlomo Hofmeister gegenüber religion.orf.at jede Art von Sterbehilfe - aktive und auch passive - verboten, da der Mensch nicht das Recht habe, seinen Todeszeitpunkt oder den eines anderen selbst zu bestimmen. In aussichtslosen Fällen sei es jedoch möglich, Medikamente auslaufen zu lassen. Auch Hofmeister warnte vor Missbrauch: Schon heute werde in Spitälern teils empfohlen, "Maschinen abzudrehen, weil Betten gebraucht würden".

 

Auch im Islam werde aktive Sterbehilfe und Suizidbeihilfe abgelehnt, so das Portal. Hinsichtlich von Therapien am Lebensende bestehe jedoch keine Pflicht, diese in Anspruch zu nehmen. Auch für die buddhistische Religionsgesellschaft erklärte deren Präsident Gerhard Weißgrab, die Priorität liege im Ausbau der Palliativmedizin und Hospizangebote, "damit ein Sterbewunsch gar nicht aufkommt". Da die Eigenverantwortung großgeschrieben werde, sei man der Sterbehilfe zwar "nicht gänzlich verschlossen", doch sei auch aus karmischer Sicht Selbstmord keine Lösung und bringe keine Befreiung; Bedingungen, die zum Leid im jetzigen Leben geführt haben, würden durch einen Suizid in die nächste Existenz mitgenommen.

erstellt von: red/kathpress
27.04.2021
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Respekt und Kritik zur Vorlage für ein neues Sterbeverfügungsgesetz

Der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler, für Lebensschutzfragen zuständiger Bischof respektiert Bemühen um eine verantwortungsvolle Regelung, lobt Ausbau der Palliativ- und Hospizversorgung, zeigt sich aber enttäuscht über vertane Chancen bei der Suizidprävention.

"Pro Life Tour": Für Lebensschutz drei Wochen lang durch Österreich

Jugendliche marschieren für "Menschenrechte von Anfang an" von Salzburg nach Klagenfurt und stellen sich gegen das "Menschenrecht auf Abtreibung".

Sterbehilfe: Schlussbericht des "Dialogforums" veröffentlicht

Sterbehilfe: Schlussbericht des "Dialogforums" veröffentlichtKonsens bei Forderung nach Hospiz, geregeltem Ablauf und Sicherstellung der freien Willensfähigkeit, deutliche Differenzen bei Wartezeit und durchführenden Personen. Gesetzesvorschlag der Regierung verzögert sich.

Heilige Messe zum Schutz des Lebens mit Weihbischof Scharl

Anlässlich des Tages für das Leben feiert Weihbischof Franz Scharl am 2. Juni 2021 um 18 Uhr die Hl. Messe in der Kirche St. Josef ob der Laimgrube, 6., Windmühlgasse 3.

Bischöfe mahnen: Assistenz zum Leben statt Hilfe zur Selbsttötung

Erklärung der Bischofskonferenz zum "Tag des Lebens" (1. Juni) nennt Erwartungen für künftiges Suizidbeihilfe-Gesetz:  Suizidwillige vor Einflussnahme Dritter schützen, Palliativ- und Hospizangebote ausbauen, Menschenwürde "nicht der Leistungslogik opfern"

Experten: Solidarische Gesellschaft ist wichtigste Suizidprävention

Experten: Solidarische Gesellschaft ist wichtigste Suizidprävention

Ärzte, Seelsorger und Theologen rufen bei Online-Diskussion in der "Lange Nacht der Kirchen" zu mehr Zuwendung zu Kranken, Alten und Einsamen auf. Bischof Scharl sieht Bewusstseinsarbeit auch in der Kirche nötig.

Turnovszky: Der Tod ist nicht Ende, sondern Vollendung des Lebens

Wiener Weihbischof übt in Niederösterreichischen Nachrichten Kritik an vom Verfassungsgerichtshof aufgehobenen absoluten Verbot des assistierten Suizids.

Sterbehilfe

Sterbehilfe: Dialogforum startet mit Hospiz und Palliativversorgung

Kirchenvertreterin im Forum, Merckens: Ausbau, finanzielle Absicherung und Rechtsanspruch auf Hospiz und Palliativversorgung vor der Suizidbeihilfe-Freigabe unbedingt notwendig.

Suizidbeihilfe: Experten fordern Schutzkonzept und Palliative Care

Mediziner Watzke kritisiert massive Unterversorgung mit Palliativmedizin. Ex-Behindertensprecher Huainigg fordert Hilfen für selbstbestimmtes Leben.

Glettler kritisiert "Manipulation" in Sterbehilfe-Umfrage

Lebensschutz-Bischof in "Tiroler Tageszeitung" bemängelt Formulierung der von Sterbehilfe-Gesellschaft beauftragten Befragung. Auch früherer Ärztekammer-Präsident hinterfragt Ergebnisse.

Ethikerin warnt vor Auffassung von Altwerden als "Krankheit"

Untersuchungen in Benelux-Staaten zeigen dramatischen Anstieg von Fällen aktiver Sterbehilfe bei älteren Menschen ohne schwere Erkrankung. IMABE-Geschäftsführerin Kummer hinterfragt Konzept des "selbstbestimmten Todes".

Suizidbeihilfe: Familienverband fordert Maßnahmen gegen Missbrauch

KFÖ-Präsident Trendl fordert Ausbau mobiler und stationärer Palliativmedizin sowie von Telefonseelsorge. Appell an Gesetzgeber und Regierung für flankierende Maßnahmen zum assistierten Suizid.

"Jugend Eine Welt": Corona trifft auch 2021 unschuldige Kinder

Katholische Hilfsorganisation rechnet mit Folgeschäden der Pandemie wie armutsbedingte Bildungsabbrüche und mehr Kinderarbeit.

Scharl: Kein schwarzes Loch fürs Töten bohren

Mit dem Erkenntnis des Österreichischen Verfassungsgerichtshofes (ÖVfGH) von vergangener Woche wird ein erstes kleines schwarzes Loch für das Töten als Beenden menschlichen Lebens zu bohren versucht.

Nach VfGH-Urteil: Ethiker warnt vor weiterer Entsolidarisierung

Ethiker Weiß: Entscheid ist "konsequente Entwicklung in einer Gesellschaft, in der Autonomie als der höchste Wert verstanden wird". Schattenseite der Überhöhung der individuellen Autonomie ist aber Gleichgültigkeit.

Assistierte Suizid: Kritik an VfGH-Entscheidung

Salzburger Ärzteforum warnt im Blick auf Länder wie Benelux-Staaten, Schweiz und Kanada vor weitreichenden negativen Folgen der Aufhebung des Verbots an Suizid-Mitwirkung. Auch Ärztekammer sieht falschen Schritt.

Kardinal Schönborn: Töten darf nicht zur Gewohnheit werden

Kardinal Christoph Schönborn äußert in der "Kronenzeitung" heute Sonntag die Hoffnung, dass das Parlament nach dem am Freitagabend vom Verfassungsgerichtshof aufgehobenen Verbot der Sterbehilfe „mit Weisheit nach guten Lösungen sucht."

H?nde einer alten und einer jungen Frau.      Wien, 29.9.2004         ? Franz Josef Rupprecht; A-7123 M?nchhof; Bank: Raiffeisenbank M?nchhof (BLZ: 33054), Konto.-Nr.: 17.608

Erzbischof Lackner: Sterbehilfe-Urteil ist Kulturbruch

Vorsitzender der Bischofskonferenz, Erzbischof Lackner, reagiert mit "Bestürzung" auf Urteil des Verfassungsgerichtshofs. Für Kirche gilt: "Der Mensch soll an der Hand eines anderen, aber nicht durch die Hand eines anderen sterben"

Sterbebegleitung – Beistand bis zum Ende

"Das Leben ist lebenswert, bis zum Schluss", sagt Monika. Die diplomierte Krankenschwester begleitet Todkranke in ihren letzten Stunden.

Bischof bei "Marsch fürs Leben": Verbot von Sterbehilfe beibehalten

Emeritierter Bischof Küng: "Unabhängig davon, ob jemand an Gott glaubt oder nicht, betrifft die Auffassung, dass das menschliche Leben ein unantastbares Gut ist, das Wesen des Menschen und der menschlichen Gesellschaft".

Turnovszky: Aktive Sterbehilfe kein Akt der Barmherzigkeit

Wiener Weihbischof appelliert zu mehr gesellschaftlichen Investitionen für "Aufmerksamkeit, Nähe und Zeit" am Lebensende.

Hände

Sterbehilfe: Experte warnt vor Rechtfertigungsdruck auf Kranke

Deutscher Arzt und Psychotherapeut Bauer in "Der Sonntag"-Interview gegen Freigabe kommerzieller Sterbehilfe. In besonderen Einzelfällen ethische Vertretbarkeit einer Sterbehilfe nicht völlig ausgeschlossen.

Sterbehilfe: Weitere Warnungen vor Lockerung nicht nur aus Kirche

Wiener Ärztin und frühere SP-Gesundheitsstadträtin Pittermann warnt vor Tabubruch und Missbrauch. Wiener Katholischer Familienverband strikt gegen Legalisierung aktiver Sterbehilfe. Benelux-Daten "ernüchtern".

Suizidbeihilfe: Bischöfe warnen erneut vor Aufhebung des Verbots

Kardinal Schönborn: "Das Sterben darf nicht zum Geschäft werden". VfGH verhandelt Donnerstag über mögliche strafrechtliche Lockerungen.

Vor VfGH-Verhandlung: Weitere Experten warnen vor Suizidbeihilfe

Bioethiker, Moraltheologen, Bischöfe und Ordensvertreter sprechen sich für Beibehaltung der aktuell gültigen Rechtslage zum Lebensende aus.

"Aktion Leben": Wien lässt viele schwangere Frauen im Stich

Stadt informiert Schwangere nicht über kostenlose und qualitätsgesicherte Beratungs- und Hilfsangebote des unabhängigen Vereins. Neue Werbeoffensive mit City Lights.

Ein bisschen töten gibt es nicht

Am Ende darf man dann wie in Belgien Kinder oder wie in den Niederlanden Demente töten – also Menschen, die gar keine mündige Zustimmung zu ihrer Tötung geben können.

"Aktion Leben": Klares "Nein" zu Sterbehilfe

Statt Lockerung der aktiven Sterbehilfe Ausbau der Palliativ- und Hospizbetreuung.

Sterbehilfe: Familienverband gegen "Geschäft mit dem Tod"

Im Hinblick auf anstehendes VfGH-Urteil publiziert Katholischer Familienverband Stellungnahmen von Ex-ÖVP-Behindertensprecher Huainigg und katholischer Publizistin Kaiser.

"Aktion Leben" fordert Kinderrechte auch für Ungeborene

Generalsekretärin Kronthaler: Es ist an der Zeit, die Kindheit in ihrer Gesamtheit zu achten und zu schützen. UN-Kinderrechtskonvention feiert am 2. September 30-jähriges Bestehen.

"Pro Life Tour" 2020 endet mit Forderung "Hilfe statt Abtreibung"

Jugendliche Lebensschützer legten in drei Wochen zu Fuß 342 Kilometer durch vier deutschsprachige Länder Europas zurück.

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