In knapp einem Monat, am 12. Juni, beginnt die Fußball-WM in Brasilien. Millionen von Fußballfans weltweit fiebern dem sportlichen Großereignis entgegen. Die Weltmeisterschaft ist aber nicht für alle Grund zur Freude: Tausende Brasilianerinnen und Brasilianer wurden aus ihren Häusern und Wohnungen vertrieben, weil dort neue Stadien und Straßen gebaut wurden.
Die brasilianische Bischofskonferenz hat am 13. Mai eine Botschaft zur Fußball-WM veröffentlicht und darin Stellung bezogen: „Wir können nicht hinnehmen, dass Familien und ganze Gemeinschaften für den Bau von Stadien und anderer Infrastruktur vertrieben wurden, was eine klare Verletzung des Rechts auf Wohnen darstellt“, heißt es in dem Text.
Die Bischöfe kritisieren zudem, dass sich im Vorfeld der Weltmeisterschaft die Ungleichheit und die Umweltzerstörung verschärft haben. Sorge bereitet ihnen, dass „sich private Akteure und große Unternehmen den Sport aneignen und die Regierungen öffentliche Aufgaben an sie abgeben“.
Die Bischofskonferenz schreibt von einer „Umkehrung der Prioritäten in der Verwendung öffentlicher Gelder, die vorrangig der Gesundheitsversorgung, Bildung, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, Verkehr und Sicherheit dienen sollten“. Erwähnt wird auch die fortschreitend institutionalisierte Ausnahmegesetzgebung und die systematische Missachtung der Gesetze im Umwelt-, Arbeits- und Konsumentenrecht. Die Bischöfe berichten von der Zerstörung heiliger Stätten der katholischen, indigener, afrikanischer und anderer Religionen.
In einem eigens erstellten Folder werden u.a. wirkungsvolle Maßnahmen gegen Sklavenarbeit, Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung, vor allem von Kindern und Jugendlichen gefordert.
Am Ende ihrer Botschaft zur Fußball-WM lädt die Brasilianischen Bischofskonferenz zum Miteinander ein: „Wir sind eingeladen, eine einzige Mannschaft zu bilden, in der wir alle Teammitglieder im Spiel des Lebens sind und wo keine Zuschauer erlaubt sind."
fis / DKA / Übersetzung: Herbert Wasserbauer