Mittwoch 25. Februar 2026
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Barmherzigkeit ist nicht billig

(17.8.2014) 3. Apostolischer Weltkongress der Barmherzigkeit (WACOM)

„Barmherzigkeit, unser Auftrag in einem vereinten Herzen." Unter diesesem Titel stand der Apostolische Weltkongress der Barmherzigkeit (WACOM) in der kolumbianischen Millionenmetropole Bogotá. Die Bedeutung der Barmherzigkeit für die missionarischen Bemühungen der Kirche und, damit einhergehend, für die gesamte Gesellschaft.


Mut und Gerechtigkeit

Präsident der WACOM-Reihe, die nach Rom (2008) und Krakau (2011) heuer erstmals außerhalb Europas Station macht, ist der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn. Auf dem Programm standen auch in diesem Jahr Vorträge, Gottesdienste, kulturelle Veranstaltungen und Konzerte an öffentlichen Plätzen. Auch eine Pilgergruppe aus Österreich nahm am Kongress teil.


Bei seinem Haupreferat ging der Wiener Erzbischof auf die enge Verknüpfung von Barmherzigkeit Gerechtigkeit und Wahrheit ein. Er hob unter anderem hervor, dass Barmherzigsein in Konfliktsituationen, sei es in Familie, Beruf oder Gesellschaft, nicht möglich sei, ohne Opfer zu bringen. „Billig ist die Barmherzigkeit nicht! Es gehört oft sehr viel mehr Mut dazu, den Weg der Barmherzigkeit zu gehen als den der Gerechtigkeit um jeden Preis.“
Gänzlich ohne Gerechtigkeit allerdings sei Barmherzigkeit ebenfalls nicht denkbar. „Barmherzigkeit schließt die Gerechtigkeit ein, geht nicht ohne Gerechtigkeit“, sagte der Wiener Erzbischof. Erst dann könne sie auch „so manche Wunden heilen, die die Ungerechtigkeit geschlagen hat“. Wie bei der Frage nach der Gerechtigkeit könne Barmherzigkeit auch das Thema „Wahrheit“ nicht einfach wegwischen. „Wahrheit ohne Barmherzigkeit ist grausam. Darum ist es so wichtig, bei Versöhnungsprozessen Wahrheit und Barmherzigkeit zu verbinden."


Die göttliche Barmherzigkeit sei eine wesentliche Botschaft für die Menschen – insbesondere in einer Welt, in der Barmherzigkeit oft so wenig Platz habe, erinnerte Schönborn bei dem Kongress. Das Treffen diene deshalb auch dazu die vielfältigen Erfahrungen der göttlichen Barmherzigkeit zu sammeln. „Wenn man Vorbilder hat, kann man auch glauben, dass der Weg der Barmherzigkeit auch in einer Gesellschaft möglich ist, in der viel Unrecht und Gewalt geschieht.“


Am eigenen Leib  

Mehrere Vortragende berichteten in Bogotá, in welcher Form sie Gottes Barmherzigkeit am eigenen Leib erfahren haben. So etwa der kolumbianische Kardinal Ruben Salazar, ein in der Arbeit mit den Kriegsopfern beteiligter Rechtsanwalt der Versöhnungskommission und eine Vertreterin der Opferverbände dar, was Barmherzigkeit in ihrer Lebensrealität bedeutet. Weitere Zeugnisse, abseits der Thematisierung des Friedensprozesses, kamen unter anderem von der thailändischen Finanzmanagerin Mary Sarindhorn, die einst unschuldig eines Verbrechens angeklagt wurde, und der italienischen Ex-Pornodarstellerin Claudia Koll, die in ihrer Karriere eine deutliche Kehrtwende erfuhr, zum Glauben kam und seither als Missionarin tätig ist.


„Selfie" des Kardinals

Große Aufmerksamkeit bekam am Rande des Kongresses ein über soziale Medien verbreitetes mit dem Smartphone aufgenommenes Selbstporträt von Kardinal Schönborn. Binnen weniger Stunden hatte das Foto auf Facebook bereits mehr als 11.000 „Gefällt mir“-Einträge erhalten, auch auf Twitter wurde das Foto vielfach weiterverbreitet. Die Reaktionen fielen dabei sehr positiv aus.     

kap/ aha

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