Die zahlreichen Gespräche und Rückmeldungen der rund 1.500 Delegierten bei der 4. Wiener Diözesanversammlung sind „eine Bestätigung dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind“. So lautet das Resümee von Generalvikar Nikolaus Krasa und Pastoralamtsleiterin Veronika Prüller-Jagenteufel unmittelbar nach Ende der dreitägigen Versammlung. Es sei klar geworden, dass sich die Erzdiözese bei ihrem Reformprozess „noch in der Anfangsphase“ befinde.
Wichtig sei aus der Sicht des Generalvikars, dass nun ähnliche Versammlungen auch auf der Ebene der Dekanate und Vikariate stattfinden. Krasa, der wie Prüller-Jagenteufel der Steuerungsgruppe des Diözesanprozesses angehört, warnte jedoch vor „überdehnten Erwartungen“: Der „Wunsch nach Begleitung“ sei so hoch, dass er nicht erfüllbar sei, gab Krasa zu bedenken, der auf mehr „Selbstorganisation der Betroffenen“ hofft. Gleichzeitig wies der Generalvikar auf die schon laufenden Reformen im Bereich der Verwaltung und bei den diözesanen Zentralstellen hin. Anfang 2014 werde es auch erste konkrete Ergebnisse mit Blick auf die „Qualitätssicherung“ geben.
Die Pastoralamtsleiterin verwies in diesem Zusammenhang auf die bereits erfolgte Erhebung zur liturgischen Praxis, die im März stattgefunden hat und in Auswertung ist.
Möglich, aber nicht zwingend notwendig ist nach Meinung von Krasa und Prüller-Jagenteufel eine eigene Diözesansynode. Beide verwiesen dabei auf die Aussage des Kardinals, dass die Diözesanleitung die bald stattfindenden Diözesansynoden in Trier sowie in Bozen-Brixen aufmerksam verfolgen werde, um danach zu entscheiden, ob dies auch für Wien in Frage komme. Zu bedenken sei, dass eine Synode „die breiteste Form der Beratung für den Bischof“ ist, jedoch innerhalb eines „engeren Korsetts“.
Spürbar sei der „frische Wind“ des neuen Papstes gewesen, so Krasa, der gleichzeitig davor warnte, zu viele Erwartungen auf den Papst zu projizieren. Franziskus sei sicher kein „Wünsch-dir-was-Papst“. Dennoch gebe es zahlreiche Impulse des Papstes für eine dynamischere und missionarischere Kirche, so die Pastoralamtsleiterin, die auf entsprechende Papst-Zitate im Feierheft der Delegierten verwies.