Zum vierten Mal gibt es 2015 in der Schottenpfarre einen "verkehrten Adventkalender". Dabei wird nichts verschenkt, sondern jeden Tag werden unterschiedliche Spenden gesammelt. Es wird nichts herausgenommen, sondern jeden Tag etwas Gutes getan.
Ein Adventkalender, der zu Beginn des Advents leer ist? Die Schottenpfarre betreibt heuer das vierte Jahr mit großem Erfolg ihren "verkehrten Adventkalender". "Die Idee zum 'verkehrten Adventkalender' stammt von einem Pfarrgemeinderatsmitglied. Der Gedanke war, dass es sehr viel Freude bereitet, täglich etwas zu geben anstatt zu nehmen. Vor allem ist es doch viel sinnvoller, einen Pullover herzuschenken als ein kleines Stück Schokolade zu nehmen", berichtet Ruth Leskovar von der Pfarrcaritas der Schottenpfarre.
Der "verkehrte Adventkalender" sei eine einfache Idee, die im Pfarrgemeinderat sofort begeistert hat. "Wir haben im Stift einen alten Kasten aufgetrieben, den ein Herr aus der Pfarrgemeinde mit 24 Kästchen versehen hat. Wir aus der Caritas-Sprechstunde mussten diese 24 Kästchen nur noch mit Anliegen versehen", so Leskovar.
Grundidee des "verkehrten Adventkalenders" war es, die wöchentliche Caritas-Sprechstunde der Pfarre zu unterstützen und die aktuellen Nöte der Sprechstundenbesucherinnen und –Besucher zu lindern, sei es durch warme Bekleidung, Hygieneartikel, haltbare Lebensmittel, Fahrscheine und vieles mehr. "Zusätzlich zu diesen Lebensnotwendigkeiten unterstützen wir auch Einzelpersonen mit ihren Anliegen, wie beispielsweise mit einer Mietunterstützung oder der Suche nach einem Heizstrahler", erzählt Leskovar.
Der Erfolg des "verkehrten Adventkalenders" liegt definitiv auch darin, dass die Menschen, die spenden, genau wissen, wohin ihre Spende wandert und dass sie oft die Personen kennen, die die Spenden verwalten, da alles über die Pfarrcaritas läuft.
So wird auch dieses Jahr ab dem ersten Adventsonntag in der Schottenkirche vor einem Seitenaltar der "verkehrte Adventkalender", versehen mit 23 Anliegen, stehen. Spenden können dann direkt im Adventkalender in das passende Kästchen gelegt werden. "Wer zu einer Zeit kommt, zu der die Kirche verschlossen ist, kann die Spende im Klosterladen oder im Pfarrbüro abgeben", berichtet Leskovar.
"Unsere Erfahrungen mit dem 'verkehrten Adventkalender' sind sehr gute! Die Pfarrgemeinde spendet seit dem ersten Jahr sehr fleißig, bis jetzt war noch nie ein Kästchen bis Weihnachten leer", so Leskovar.
Das 24. Kästchen ist in der Schottenpfarre normalerweise ohne Anliegen. Dort bereiten die Mitarbeiter der Caritas-Sprechstunde ein kleines Dankeschön für alle Spenderinnen und Spender vor: Teelichter, kleine Schokoladen, das kommt besonders bei Kindern gut an.
Am Ende der Weihnachtszeit haben dann alle Begünstigten des Adventkalenders auf einem großen "Danke-Plakat" unterschrieben, so sehen alle, dass die Spenden auch bei konkreten Personen ankommen. "Ich kann für mich persönlich sagen, dass ich den "verkehrten Adventkalender" sehr gerne betreue, weil er einfach Freude bereitet. Es macht Spaß, ein Projekt vorzubereiten, für das man selbst so brennt. Und es ist irrsinnig schön, die Spenden regelmäßig auszuräumen", freut sich Leskovar: "Hier sollte ich vielleicht noch ergänzen, dass wir auch genau aufschreiben, was uns gespendet wird. Am Ende wird auch die Bilanz immer veröffentlicht."
Der "verkehrte Adventkalender" ist eine tolle Idee, die heuer bereits von einer weiteren Pfarre in Angriff genommen wird. Vielleicht ist es auch eine Idee für Ihre Pfarre oder Gemeinschaft?
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