
Jeden Mittwochnachmittag trifft sich die Malgruppe des Hauses "Franz Borgia" der Caritas der Erzdiözese Wien unter Anleitung einer Maltherapeutin. Die Gruppe steht allen Bewohnern offen. Um die zehn der über 80-jährigen Bewohnerinnen und Bewohner nehmen regelmäßig teil. Am Mittwoch, 16. März 2011, werden die Werke in der Ausstellung "Kunst_orientiert!" einen Tag lang im Palais Kabelwerk präsentiert.
Viele Menschen in den Häusern der Caritas leiden an Demenz, die Maltherapie hilft ihnen, wieder Selbstvertrauen in ihre Fähigkeiten zu fassen. "Bei der Maltherapie tritt die Krankheit in den Hintergrund. Die Bewohner erleben Spaß bei der Betätigung", erklärt Renate Plahs. Sie ist seit zwölf Jahren Stationsleiterin im Haus Franz Borgia und hat die Kunst ins Haus gebracht. Menschen mit Demenz haben häufig Probleme mit der Kommunikation. Mit Hilfe der Maltherapie können Betroffene einen kreativen Weg finden, sich auszudrücken. Die Maltherapie fördert die Konzentration, die Orientierungsfähigkeit und das Selbstwertgefühl.
"Wir kümmern uns um die Bewohnerinnen und Bewohner, von denen ein Großteil an einem kognitiven Abbauprozess leidet. Das sind verschiedene Arten der Demenz. Wir versuchen seit eineinhalb Jahren mit der Maltherapie die Leute so gut zu beschäftigen, dass sie selbst auch wieder tätig werden, dass sie sich trauen ihre Hände zu benützen, Dinge zu vollbringen, von denen sie gedacht haben, dass sie das vielleicht gar nicht mehr können oder gar nie konnten", erklärt Konstanze Welley, die im Haus Franz Borgia Koordinatorin der Sozialbegleitung ist. Die Bilder würden den Bewohner selbst, aber auch den Angehörigen Freude machen. "Es ist schön, wenn man den Leuten zeigen kann, dass nix schief gehen kann. Da kommt ein Stückchen Selbstbestimmung zurück", so Welley.
Man wolle zeigen, welche tolle Arbeiten auch Menschen mit Demenz und hohem Alter zustande bringen. Daher auch die Ausstellung. "Wir freuen uns, dass wir diese Ausstellung mit den Bewohnern machen können. Wir zeigen vor Ort, wie die Bilder entstehen, was die Leute trotz ihrer kognitiven Einschränkungen leisten", so Renate Plahs. Die ausgestellten Werke können direkt vor Ort erworben werden. Der Verkaufserlös wird einem Muskeltrainingsgerät für das Haus Franz Borgia gewidmet.
Mittwoch, 16. März 2011
10.00 bis 17.00 Uhr
Palais Kabelwerk-Groundfloor
Oswaldgasse 35 A, 1120 Wien
10.00 Eröffnung: Musik von den SchülerInnen der Volksschule "Maria Regina"
Präsentation der Bilder durch die hochbetagten KünstlerInnen aus dem Senioren- und Pflegehaus Franz Borgia.
15.00 Uhr Lesung mit der Schriftstellerin S. Ch. Hirsch
(ks/gg)