Erzdiözese-Wien.at: Erzdiözese Wien: : Start der Aktion Autofasten
Donnerstag, 17. Mai 2012
Gedenktag
Namenstag
Dietmar, Pascal,Antonella, Antonia, Walter
 

Start der Aktion Autofasten. © Gerlinde Wallner.

Gruppenfoto Autofasten. © Gerlinde Wallner.
Weihbischof Franz Scharl, Superintendent Hansjörg Lein, Markus Gerhartinger, Organisator der Aktion Autofasten und freiwilligen Helfer und "Radfahrer aus Überzeugung" verteilen Äpfel und werben für den Verzicht aufs Autofahren.

Start der Aktion Autofasten
(22.02.2012)

Weihbischof Scharl und Superintendent Lein werben an einer klassischen Wiener Pendlerkreuzung fürs "Autofasten".



An der Kreuzung Franzensbrücke/Schüttelstraße im 2. Wiener Gemeindebezirk treffen Weihbischof Franz Scharl und Superintendent Hansjörg Lein in den Morgenstunden am Mittwoch, 22. Februar 2012, auf Passanten und Autofahrer. Gemeinsam mit Ehrenamtlichen verteilen sie rund 2.000 Äpfel sowie Flyer der Aktion "Autofasten".

Es ist Aschermittwoch, die Fastenzeit beginnt: "Ein Bischof will natürlich immer, dass die Fastenzeit bekannt wird", meint Weihbischof Scharl. Das Autofasten sei eine konkrete Möglichkeit, die Beziehung zur Umwelt und zum Mitmenschen zu überdenken. Er selber habe kein Auto - auch kein Dienstauto. Zu den Visitationen in entlegenere Pfarren fährt Weihbischof Scharl mit dem Zug.

"Ohne Auto lebt man gesünder"

Auch der evangelische Superintendent Hansjörg Lein verzichtet sowohl privat als auch dienstlich auf das Auto: "Ich bin hauptsächlich mit öffentlichen Verkehrsmittel unterwegs, in Wien geht das sehr gut." Er gehe sehr viel zu Fuß und fahre gerne mit dem Fahrrad. "Ich verteufle das Auto nicht, für größere Strecken nehme ich auch mal ein Taxi. Aber insgesamt, finde ich, lebt man ohne Auto gesünder, denn man bewegt sich mehr. Vor allem aus ökologischen Gründen und - wie wir als Theologen sagen - aus schöpfungstheologischen Gründen habe ich selbst kein Auto."

Für verantwortungsvollen Umgang mit dem Auto

Die ökumenische Aktion "Autofasten" werde von Jahr zu Jahr besser angenommen, erklärt der Verantwortliche der Aktion, Markus Gerhartinger. Ziel der österreichweiten Aktion, die noch bis Karsamstag, 7. April, dauert, sei es, ein größeres Bewusstsein im Bereich der Mobilität zu schaffen und auf Alternativen wie Bahn, Bus, Fahrrad, Zufußgehen oder Fahrgemeinschaften hinzuweisen. "Es geht uns nicht darum, das Auto von allen Straßen zu verdammen, sondern um einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Auto". Man wolle die Menschen einladen, jede einzelne Autofahrt zu hinterfragen: "Man sollte sich fragen, ist diese Fahrt wirklich notwendig?"

Verkehrspolitik setzt nach wie vor auf Straßenbau

Zwar sei man derzeit in ländlichen Gegenden auf das Auto angewiesen, weiß Gerhartinger, aber auch da könnte sich manches ändern. Die Verkehrspolitik in Österreich investiere sehr viel in den Straßenbau, kritisiert Gerhartinger. "Österreich habe das drittdichteste Autobahnnetz in Europa und trotzdem wird weitergebaut." Das aktuelle Sparpaket der Regierung erwähne zwar die ÖBB und fordere Einsparung, nicht erwähnt werde aber die Asfinag und der Straßenbau. "Wir glauben, dass das die falsche Richtung ist."

Die Aktion Autofasten dauert noch bis Karsamstag, 7. April, ein verändertes Mobilitätsverhalten soll möglichst auch noch nach der Fastenzeit anhalten, meint Weihbischof Scharl: "Es ist ein Verzicht, der gut überlegt sein soll und der vielleicht auch außerhalb der Fastenzeit gut anwendbar sein könnte."

(gw/sj)



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