
Pünktlich zum 50. Jahrestag der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils, am 11. Oktober 2012, starten die Theologischen Kurse ins Wintersemester, das ganz dem Konzil gewidmet ist. Dem Eröffnungsgottesdienst im Stephansdom um 18.00 Uhr wird Weihbischof Helmut Krätzl vorstehen, die Predigt hält der emeritierte Wiener Dogmatiker Josef Weismayer.
Die Eröffnungsansprache Papst Johannes' XXIII. steht im Mittelpunkt des anschließenden Festvortrags von Weihbischof Krätzl. "Diese Ansprache Johannes' XXIII. hat weit über die Kirche hinaus Aufsehen erregt hat, in ihr ist in besonderer Weiser der 'Geist des Konzils' bemerkbar", erklärt der Leiter der Theologischen Kurse Erhard Lesacher. Der Papst hatte in seiner Rede die Öffnung der Kirche für das Heute, das "aggiornamento" und einen "Sprung nach vorne" angekündigt.
Noch vieles harrt der Umsetzung
Mit prominenten Referenten ausgestattet ist die Podiumsdiskussion am Freitag, 12. Oktober. Der Tübinger Dogmatiker Peter Hünermann, der Pastoraltheologe Rainer Bucher und der Liturgiewissenschaftler Basilius Groen von der Universität Graz wollen "das Konzil weiterdenken". Erhard Lesacher erklärt: "Es geht uns nicht darum zurück zu schauen, wie schön die Stimmung damals war, sondern es geht um die Frage, welches Potenzial haben die Dokumente und Beschlüsse des Konzils für heute noch?" Über den Weg, der durch das Konzil für die Zukunft der katholischen Kirche vorgegeben ist, solle diskutiert werden, so Lesacher, denn es sei "kein Geheimnis, dass noch vieles der Umsetzung harrt".
Ebenso hochkarätig besetzt ist die anschließende Vortragsreihe, die von November bis Ende Jänner Themen (Gewissen, Kirche, Gemeinsames Priestertum) und Personen (Romano Guardini, Pius Parsch, Kardinal Franz König) des Konzils aufgreift. Eingeladen sind etwa der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer ("Franz Jägerstätter und Gewissensfreiheit im Zweiten Vatikanischen Konzil"), Weihbischof Helmut Krätzl ("Ortskirche - Weltkirche: Ein Spannungsverhältnis") und Kardinal Christoph Schönborn ("Jesus Christus: Die christologische Mitte des Konzils"). Von der Universität Wien referieren unter anderem der Dogmatiker Jan-Heiner Tück ("Die Kirche als Zeichen und Werkzeug des Heiles") und der Pastoraltheologe Johann Pock ("Romano Guardini und Pius Parsch als 'Vordenker' des Konzils"). Abgeschlossen wird die Reihe mit einem Vortrag des emeritierten Regensburger Dogmatikers Wolfgang Beinert zum Thema "Die Piusbrüder und das Konzil".
"Laien müssen theologisch gebildet sein"
Ein neues Angebot gibt es auch bei den Basiskursen. Ab Oktober startet ein mehrteiliger Kurs über Grundlagen und Auslegung des Zweiten Vatikanischen Konzils. Der Kurs wird dann auch in fast allen Bundesländern von Eisenstadt bis Batschuns in Vorarlberg angeboten.
"Laien müssen theologisch gebildet sein, damit sie in ihrem Lebensumfeld den Glauben bezeugen können." Das sei das Anliegen der Theologischen Kurse, betont Erhard Lesacher. Lange vor dem Konzil (1940) gegründet würden die Theologischen Kurse einen wesentlichen Aspekt vorweggenommen: Die Bedeutung der Laien. "Das Konzil hat vom gemeinsamen Priestertum aller gesprochen. Da wurde nun hochoffiziell, was bei den Theologischen Kursen - aber auch in vielen anderen vorbereitenden Bewegungen - schon lange vor dem Konzil begonnen hat."
Das gesamte Programm der Theologischen Kurse finden Sie hier.
(sj)
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