Zum Thema Mission sagt Papst Franziskus gerne (mit Verweis auf seinen Vorgänger, der das auch gesagt haben soll): „Die Kirche wächst durch Anziehung und nicht durch Proselytismus.“
Aber was ist Proselytismus? Weder eine Nervenkrankheit, noch eine Verhaltensstörung, obwohl es so ähnlich klingt. Als Proselyt (griechisch: „Hinzugekommener“) bezeichnete man ursprünglich Menschen, die zum Judentum übergetreten waren.
Heute verwendet man Proselytismus als abwertende Bezeichnung für eine „Abwerbung“ von Gläubigen einer anderen Religion oder christlichen Konfession, bei der keine innere Bekehrung stattfindet, sondern Zwang, Ausnutzung, übertriebene Versprechungen, materielle Vergünstigungen oder andere Mittel zur Anwendung kommen, die die Freiheit und Würde des Betreffenden verletzen.
Wie Mission ohne Proselytismus verläuft, zeigt der Papst, indem er weiter fragt: „Und wodurch ist die Kirche anziehend? Durch das Zeugnis.“
In einer Ansprache 2014 hat er das so zusammengefasst:
Zeugnis: So leben, dass andere Lust bekommen, wie wir zu leben.
Zeugnis: damit das Licht leuchtet und die Menschen die guten Taten sehen, die der Vater durch uns wirkt.
Damit sie fragen, warum du so lebst.
Und Stimmigkeit des Lebens. Hinausgehen – als Wanderer, nicht als Umherirrender.