Das Urbild des Seelsorgers ist Christus als der Gute Hirte. Viel schwerer ist da schon die Erklärung, was Seelsorge heißt. Dazu gibt es nämlich keine einheitliche Definition.
In den Anfangszeiten der Kirche war Seelsorge auf die Befreiung des Gläubigen von seiner Sündenschuld – etwa durch die Beichte – konzentriert.
Heute sieht man den Begriff viel weiter: Es geht um alle Hilfen, die dazu beitragen, dass Menschen Christus als ihren Erlöser kennenlernen und aus dieser guten Nachricht (dem Evangelium) heraus ihr Leben meistern können. Dazu gehören Begleitung, Gespräch und das Angebot der Sakramente.
Oberste Hirten sind der Papst und die Bischöfe. Aber jeder Christ ist in dem weiteren Sinn zur Seelsorge berufen.
Die Kirche kennt aber auch die Seelsorge durch Beauftragung. Sie kann entweder territorial (also gebietsmäßig) organisiert sein, etwa in Pfarren.
Oder sie kann kategorial organisiert sein, das heißt nach Kategorien, nach speziellen Lebensumständen der Menschen. Dazu gehört etwa die Seniorenpastoral ebenso wie die Krankenhausseelsorge, die Telefonseelsorge (für Menschen in seelischer Not) oder die Polizeiseelsorge.