Zuerst ein wollener Überwurf, der im alten Rom Amtszeichen hoher Beamter wurde. Spätestens im 6. Jahrhundert wurde es auch vom Papst verwendet, der es seit dem 9. Jahrhundert den Erzbischöfen als Zeichen ihres Amtes verleiht.
Es ist aber längst zu einem Stoffstreifen zusammengeschrumpft, den man um den Hals trägt und von dem an Brust und Rücken ein kurzes Bandstück herabhängt.
Das Pallium wird aus der Wolle der sogenannten Agnes-Lämmer angefertigt, die am Fest der hl. Agnes (21. Jänner) vom Papst gesegnet und von den Trappistenmönchen in der Abtei Tre Fontane am römischen Stadtrand gehalten werden. Die Wolle wird von den Benediktinerinnen der Abtei Santa Cecilia in Trastevere zu Pallien verarbeitet. Die Symbolik ist klar: es geht um das Lamm, das der Gute Hirte auf den Schultern trägt.
Das mit schwarzen Kreuzen bestickte und mit drei Nadeln (in Anlehnung an die drei Kreuzesnägel Jesu) über dem Messgewand festgesteckte Pallium drückt auch die im gemeinsamen Hirtenamt bestehende besondere Verbundenheit der Erzbischöfe mit dem Papst aus. Sie tragen es in ihrer Kirchenprovinz bei Gottesdiensten. In Gegenwart des Papstes oder außerhalb ihrer Kirchenprovinz bzw. nach ihrer Emeritierung tragen sie es nicht. Neben den Metropoliten trägt seit Johannes Paul II. auch der Dekan des Kardinalskollegiums das Pallium, etwa in der Zeit der Sedisvakanz oder wenn er im Namen des Papstes Gottediensten vorsteht.