Es wird in der griechischen Übersetzung des Alten Testaments und in der Offenbarung des Johannes auf Gottvater bezogen. Schon in der frühen Kirche wird aber auch Christus so genannt, der im Matthäus-Evangelium sagt: „Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde“, und der ja auch als „wesensgleich“ mit dem Vater betrachtet wird.
In der christlichen Kunst der Ikonen der Ostkirche gibt es das Pantokrator-Motiv. Es zeigt meist nur den Oberkörper Christi, der die rechte Hand zur Segensgeste erhoben hat und in der linken Hand das Buch mit den Evangelien („Evangeliar“) hält – als Beleg für seine göttliche Allmacht.
In der westlichen Kirche gibt es ein ähnliches, mehr an weltliche Herrscher erinnerndes Motiv, die Majestas Domini („Herrlichkeit des Herrn“). Auch hier sieht man Christus mit segnender Hand und Evangeliar (oder dem „Buch des Lebens“, in denen alle verzeichnet sind, die gerettet werden), aber immer als ganze Figur, meist auf einem Thron sitzend, oft mit einem Schemel für die Füße.
Eine solche Darstellung, die in der Zeit der Romanik bis etwa 1300 gebräuchlich war, ziert auch das Riesentor des Wiener Stephansdomes.