
Der Ursprung des Worts Ökumene verweist auf den gesamten bewohnten Erdkreis und unterstreicht den universalen Anspruch dieser Bewegung. Theologisch wurzelt sie im biblischen Auftrag zur Einheit, wie er im Johannesevangelium formuliert ist:
"Alle sollen eins sein." (Joh 17,21)
Die Vielfalt der Traditionen wird dabei nicht als Hindernis, sondern als Reichtum verstanden, der durch Dialog neu erschlossen werden soll.
Die moderne ökumenische Bewegung nahm im frühen 20. Jahrhundert Fahrt auf, doch das II. Vatikanische Konzil (1962–1965) markierte für die katholische Kirche einen Wendepunkt.
Mit dem Dekret Unitatis Redintegratio bekannte sich Rom erstmals ausdrücklich zur Ökumene als Aufgabe der Kirche. Damit wurde der Weg frei für einen Dialog auf Augenhöhe, der nicht mehr auf „Rückkehr“ der anderen Kirchen, sondern auf gegenseitige Anerkennung und Zusammenarbeit setzt.
Ökumene ist nicht nur ein theologisches Projekt, sondern gelebte Geschwisterlichkeit.
– Kardinal Christoph Schönborn