
In der Feier der heiligen Messe gibt es bestimmte Texte, die unabhängig vom Anlass, Festtag oder der liturgischen Zeit stets gleichbleiben. Diese als Ordinarium bezeichneten Teile bilden ein wiederkehrendes Grundgerüst der Liturgie und dienen den Gläubigen als vertraute Orientierung im Ablauf der Eucharistiefeier.
Zum Ordinarium zählen fünf klassische Gesänge, die schon seit den ersten Jahrhunderten der Kirche bezeugt sind:
Der Bitte „Herr, erbarme dich“ kommt eine doppelte Bedeutung zu: Sie ist zugleich ein Ruf des Vertrauens auf Gottes Barmherzigkeit und Ausdruck der Bereitschaft, ihm in der Feier zu begegnen.
Das feierliche Lob- und Danklied wird an Sonn- und Festtagen angestimmt. Ursprünglich Teil des stunfengebetes als "laus angelica" preist es die Herrlichkeit Gottes und erinnert an das Engelshymnus aus der Weihnachtsgeschichte.
Im Glaubensbekenntnis spricht die versammelte Gemeinde die grundlegenden Wahrheiten des christlichen Glaubens aus. Es verbindet die Gläubigen über Jahrhunderte und Kontinente hinweg.
Dieses „Heilig, heilig, heilig“ erklingt vor der Eucharistie und verbindet die irdische Liturgie mit dem Lobgesang der Engel. Es ist einer der ältesten Bestandteile der Messe.
Der Ruf „Lamm Gottes“ bereitet auf die Kommunion vor und verweist auf Christus als das geopferte und zugleich siegreiche Lamm.
Dem Ordinarium gegenüber steht das Proprium, dessen Texte je nach Fest, Sonntag oder Gedenktag variieren. Während das Proprium den besonderen Charakter eines liturgischen Tages hervorhebt, schenkt das Ordinarium der Feier ihre vertraute Struktur. So entsteht in jeder Messe ein harmonisches Zusammenspiel aus Beständigkeit und Wandel – ein Kernmerkmal der römisch-katholischen Liturgie, das die Gläubigen seit Generationen begleitet.