
Wurzeln der Jüngerschaft: talmidim (תלמידים) & mathētēs (μαθητής)
Jüngerschaft hat tiefe Wurzeln im Judentum. Die Schüler eines Rabbis wurden talmidim (תלמידים) genannt – Lernende, die nicht nur Wissen wollten, sondern das Leben ihres Meisters nachahmen wollten.Die Evangelien übernehmen dieses Konzept und nutzen dafür das griechische Wort mathētēs (μαθητής) – „Schüler“, „Nachfolger“, „Lernender“.
Jesus knüpft bewusst an diese Tradition an:
Jüngerinnen und Jünger sind Menschen, die sich ihm anschließen, von ihm lernen und sich von ihm senden lassen. Sie leben in Beziehung zu Jesus und öffnen ihr Leben für den Heiligen Geist.
Freundschaft mit Jesus
Jesus nennt seine Jünger nicht Diener, sondern Freunde (Joh 15,15).
Jüngerschaft ist daher zuerst Beziehung: ein Hineinwachsen in Jesu Nähe, Liebe und Blick auf die Welt.
Lernen in der Lebensschule Jesu
Der Missionsauftrag Jesu (Mt 28,19f) beschreibt Jüngerschaft als Weg:
gehen – zu Schülern machen – taufen – lehren.
Jüngerschaft bedeutet: lebenslang lernen, immer neu beginnen, im Alltag geistlich wachsen. Sie umfasst drei Bereiche:
Glaubenserfahrung: Gott suchen, beten, sein Wirken erkennen.
Glaubenswissen: den Glauben verstehen und teilen können.
Glaubenshandeln: das Evangelium leben – im Dienst, in Barmherzigkeit, im Zeugnis.
Gemeinschaft leben: Jüngerschaft ist nie ein Einzelprojekt. Jesus gründete eine Gemeinschaft – und Christsein bleibt gemeinschaftlich. Kirche ist eine „Jüngerschaftsschule“, in der Menschen einander stärken, ergänzen und ermutigen.
Glaubwürdig Zeugnis geben
In einer Welt, in der Glauben frei gewählt wird, überzeugt nicht Macht oder Pflicht – sondern authentisches Leben. Jüngerschaft lädt ein, den Glauben sichtbar, erfahrbar und hoffnungsvoll zu leben.
Mission als Sendung – nicht als Druck
Mission heißt: gesendet sein, Menschen mit der Freude des Evangeliums in Berührung bringen.
Nicht wir „bekehren“ – Gott verwandelt Herzen. Unsere Aufgabe ist es, Spur zu legen, Hoffnung zu teilen und vorzuleben, was Christus wirkt.
Jüngerschaft heute
Jüngerschaft verbindet die jüdische Tradition der talmidim (תלמידים) mit Jesu Ruf, mathētai (μαθηταί) zu sein: Menschen, die in Freundschaft mit ihm leben, im Glauben wachsen und durch ihr Leben andere zum Glauben einladen.