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27.05.2026

Kirchenarchivare aus ganz Europa in Wien zu Gast

Die 4. Konferenz der Europäischen Kirchenarchivare beleuchtete u.a. über die Auswirkungen von Zusammenlegungen von Strukturen sowie der fortschreitenden Digitalisierung auf kirchliche Archive.

Wien war Schauplatz der 4. Konferenz der Europäischen Kirchenarchivare, zu der Expertinnen und Experten aus Österreich, Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien, Portugal, Polen, Tschechien, Slowenien, der Slowakei, Ungarn und Kroatien gekommen waren. Veranstaltet wurde die Tagung von der Associazione Archivistica Ecclesiastica und dem Archiv-Netzwerk "Icarus" unter der Schirmherrschaft des Pontificio Comitato di Scienze Storiche. Mit dabei waren auch Vertreterinnen und Vertreter der heimischen Ordensgemeinschaften.

Gianluca Marchetti, Präsident der Associazione Archivistica Ecclesiastica, hob laut einer Aussendung der Ordensgemeinschaften die wichtige Rolle des Archivars hervor. Gerade in einer Zeit, in der die Welt durch Massenmedien ihre Wurzeln zu verlieren droht und dadurch auch leichter manipulierbar wird, sei originales Schriftgut von wesentlichem Wert. Er verwies darauf, dass die in den Archiven und Bibliotheken verwahrten Schriftstücke Rechte und Eigentum klären, historische Kenntnisse zeigen und die gemeinsamen christlichen Wurzeln bewahren. Außerdem betonte er den Aspekt der ökologischen Nachhaltigkeit und verwies auf den enormen Energieverbrauch für die Digitalisierung.

Die Teilnehmenden der Konferenz beleuchteten u.a. die Auswirkungen von Zusammenlegungen von Strukturen sowie der fortschreitenden Digitalisierung. Diese Entwicklungen wirkten sich unmittelbar auf die kirchlichen Archive aus - auf ihre Organisation, ihre Aufgaben und ihre Zukunftsperspektiven. Unter den Vortragenden waren auch Vertreterinnen und Vertreter aus den österreichischen Ordensarchiven. Karin Mayer stellte den Bereich Kultur und Dokumentation der Österreichischen Ordenskonferenz vor, der als Schnittstelle für Weiterbildung, Forschung und Vernetzung fungiert. Dabei rückte sie besonders die unterstützenden Angebote für die Verantwortlichen der Ordensarchive in Österreich in den Fokus.

Isabella Zöchling berichtete über Digitalisierungsarbeiten im Archiv und die konkrete Umsetzung in der Bibliothek der Jesuiten in Wien. Miriam Trojer gab einen Einblick in die Tätigkeit im Prämonstratenserstift Wilten und nahm die digitale Datenverwaltung in den Blick. Sonja Führer, Bibliothekarin der Erzabtei St. Peter, gab einen Überblick über das Zeitschriftenarchiv der Orden. Über die Arbeit in der Erzabtei St. Peter in Salzburg berichtete Archivar Gerald Hirtner.