„Ich beginne mit einem Ganz großen Danke. Euer Dienst ist wichtig für die ganze Gemeinde. Es ist immer schön, wenn viele im Altarraum versammelt sind und mithelfen,“ begann Grünwidl seine Predigt.
Danach ging der Erzbischof auf das Evangelium ein, bei dem Jesus die Fischer aufgefordert hat die Netze auf der rechten Seite des Bootes auszuwerfen. „Über das Netz möchte ich gerne mit euch ein wenig nachdenken,“ so Grünwidl.
Dazu formulierte er drei Gedanken:
Für die Freunde von Jesus gehörte das Netz zum Alltag, das war ihr Beruf. Jeden Tag sind sie auf den See hinausgefahren, um mit dem Netz Fische zu fangen. „Es ist super, wenn du am Sonntag da bist und ministrierst, aber es wäre gut, jeden Tag auch an Jesus zu denken und mit ihm vernetzt zu sein, im Gespräch und im Gebet mit ihm.“ Mit Jesus vernetzt und verbunden zu sein gehöre für Minis auch zum Alltag nicht nur zum Sonntag, wenn man zum Ministrieren in die Kirche kommt.
Einen zweiten Gedanken zum Netz formulierte der Erzbischof so: „Vernetzt mit Jesus wird vieles möglich, was wir uns selber oft gar nicht zutrauen und nicht können.“ So haben die Fischer zuerst nichts gefangen, erst als Jesus ihnen gesagt hat, sie sollen das Netz auf der rechten Seite des Boots auswerfen, fingen sie viel Fische. Der Erzbischof zog eine Parallele zu seiner Bischofsernennung. Er sei lange der Meinung gewesen, dass er es nicht schaffe zu diesem Auftrag ‚ja‘ zu sagen. Aber dann sei ihm der Gedanke gekommen: „Es ist ja nicht so wichtig was ich kann oder nicht kann. Ich vertraue darauf, wenn Jesus mich braucht – auch in dieser Aufgabe als Bischof in Wien - dann wird er mir auch helfen.“
Das Fischernetz, so Grünwidl, erinnere ihn auch an die Gemeinschaft der Kirche. „Wir alle sind durch die Taufe, so wie jeder einzelne Faden in diesem Netz, ein- und festgebunden in ein Glaubensnetz, in die Gemeinschaft der Kirche,“ so der Erzbischof. „Ihr erlebt diese Gemeinschaft hoffentlich auch in einer super Ministrantengruppe. Ein Netz des Glaubens, der Gemeinschaft ist ganz wichtig, das gibt uns Halt,“ so Grünwidl abschließend.

Nach der Festmesse konnten sich die Ministrantengruppen, die aus insgesamt 60 Pfarren quer durch die Diözese gekommen waren, am Gelände nach Lust und Laune bewegen. Die Kletterwand und die beiden Hüpfburgen waren genauso beliebt wie das Bauen einer unendlichen Kugelbahn.
Organisiert wird der Minitag alle drei Jahre von der Jungen Kirche. Rund 100 Helferinnen und Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Raphaela Köfner, Hauptorganisatorin und Leiterin der Fachstelle Ministrieren freute sich: „Am Minitag gefällt mir besonders, dass wir ‚Danke sagen‘ können an alle Kinder und Jugendliche, die regelmäßig ihren Dienst in der Kirche leisten. Ich freue mich sehr auf das besondere Gemeinschaftsgefühl und die Freude der Kinder, wenn sie die verschiedenen Stationen entdecken. Die Kombination aus Messe, Spiel, Spaß, Action und Gemeinschaft macht diesen Tag einfach zu etwas ganz Besonderem. Da wird Kirche für mich lebendig.“

Die teilnehmenden Minis freuten sich sehr über den tollen Tag und über die Begegnung mit dem Erzbischof. Dieser erfüllte Foto- und Unterschriftenwünsche. Ein Ministrant zog sogar ein entwickeltes Foto des Erzbischofs heraus und bat um eine Unterschrift. Als der Erzbischof verwundert fragte, wo er das her habe, sagte der Bub: „Ausgedruckt, beim BIPA.“
Vero, Rosa und Anna aus der Pfarre Hadersdorf zeigten sich begeistert: „Es ist cool!“
Marie-Theres, Johanna, Franziska, Ismael und Marie-Luise aus der Pfarre Lichtenegg schwärmten vom „Klingeling-Spiel“: „Wir mussten einen Hindernisparcours mit einer Glocke (wie beim Ministrieren) in der Hand bewältigen. Dabei war das Schwierige, dass die Glocke nicht läuten durfte.“
Für die Ministrantengruppe aus der Pfarre Breitenfeld war das gruppendynamische Spiel, bei dem man miteinander in riesigen Skiern gehen muss, besonders lustig. Elvira, Tomas, Kathi, Manuel, Sophie, Hannah und Benjamin waren sich einig: „Der Minitag ist cool, wir freuen uns über das tolle Programm und auf ein Eis.“