Papst Leo XIV. verleiht am 29. Juni den in den vergangenen zwölf Monaten ernannten Metropolitan-Erzbischöfen ihr Rangabzeichen "Pallium". Zu ihnen zählt auch der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl. Bei der Feier am Hochfest der Apostel Peter und Paul ab 9.30 Uhr im Petersdom segnet der Papst die schmalen Bänder aus Lammwolle, wie der Vatikan am Dienstag ankündigte. Anschließend wird er sie den neuen Leitern von Kirchenprovinzen feierlich umlegen.
Das Pallium, ein mit sechs Kreuzen besticktes, etwa fünf Zentimeter breites Band aus weißer Lammwolle, dürfen nur Erzbischöfe tragen, die eine Kirchenprovinz leiten. In Österreich sind das die Erzbischöfe von Wien und Salzburg. Die Wiener Kirchenprovinz umfasst neben der Erzdiözese Wien auch die Diözesen Linz, St. Pölten und Eisenstadt.
In einem Kathpress-Interview im Mai sagte Erzbischof Grünwidl mit Blick auf die Übergabe des Palliums: "Dieses Wollband mit den schwarzen Kreuzen erinnert mich noch stärker an die Aufgabe und an das Geschenk, Hirte für die Menschen sein zu dürfen." Auch sei es ein Symbol der tiefen Verbundenheit mit dem Papst, so der seit Jänner amtierende Wiener Erzbischof.
Der Begriff "Pallium" stammt aus dem Lateinischen und bedeutet "Hülle". Ursprünglich bezeichnet es ein mantelähnliches Obergewand der Römer. Seit dem sechsten Jahrhundert gehörte das Pallium zur Kleiderordnung der Päpste, die es dann auch bestimmten Bischöfen als Auszeichnung verliehen. Ab der Mitte des neunten Jahrhunderts waren die Erzbischöfe verpflichtet, sich das Pallium vom Papst zu erbitten. Erst danach durften sie ihr Amt als Metropolitanbischöfe ausüben.
red/kathpress