Diakon Johann Brauner wurde am 21. April 1944 in Wien als Erstes von zehn Kindern geboren. Die Volksschule besuchte Johann in der Josefstadt in Wien. Danach absolvierte er das humanistische Privat-Untergymnasium in der Missionsschule Dachsberg (OÖ). Später wechselte er an das Bundes- und Realgymnasium in Ried im Innkreis (OÖ) und begann anschließend an der HTL Mödling, die er mit Auszeichnung abschloss und 1966 die Reifeprüfung ablegte.
Unmittelbar nach der Matura hatte er einen Motorradunfall, nach dem er fast ein Jahr im Spital verbringen musste. Er inskribierte ein Architekturstudium, musste dieses jedoch aus medizinischen Gründen wieder abbrechen. Danach begann Johann Brauner als Landesbeamter beim NÖ Gebietsbauamt in Wiener Neustadt zu arbeiten.
In den 1970er-Jahren baute Johann gemeinsam mit seiner Frau Jutta ein Haus in Felixdorf. Johann und seine Frau Jutta († 2020) haben neben zwei leiblichen Kindern noch eine Adoptivtochter und zwei Pflegekinder großgezogen.
In einem Schreiben an das Institut für den Ständigen Diakonat schrieb Johann Folgendes:
„Familie, Haus, Kirche waren, sind und bleiben immer meine gleichwertigen Lebensinteressen beziehungsweise -aufgaben. Im Zivilberuf konnte ich mich nach Gesetz und Menschlichkeit auf vielfältige Weise einbringen. Gott, Glaube und Menschen waren mir dabei immer Prüfstein, aber auch Hilfe, Wegweiser und Kraft!“
Nach einem Besuch in Medjugorje beschloss er, seine Spiritualität weiter auszubauen. Er begann ein Theologiestudium sowie die Ausbildung zum Diakon. Dabei hatte er eine große Stütze in seiner Frau Jutta, die ihn in seinem Übereifer stets am Boden hielt.
2001 wurde Johann von unserem Erzbischof Kardinal Dr. Christoph Schönborn im Stephansdom zum Diakon geweiht.
Johann war Diakon mit Leib und Seele. Er nahm die Menschen ernst und so an, wie sie waren. Besonders am Herzen lagen ihm Menschen in Not. Seine religiöse Überzeugung und seine Liebe zu Gott, zur Kirche und zum Diakonat versuchte er – manchmal auch sehr intensiv – an andere weiterzugeben. Neben unzähligen Besuchsdiensten, Taufen, Hochzeiten, Begräbnissen und Segnungen, die er als Diakon gerne verrichtete, setzte er sein Organisationstalent in der Pfarre ein.
Er wirkte als Diakon mit Zivilberuf in den Pfarren Felixdorf und Sollenau und ab 2017 in der neuen Pfarre „Zum Guten Hirten“ im Steinfeld. Mit 31. März 2022 wurde er entpflichtet, wirkte jedoch bis zu seiner Erkrankung weiterhin als Diakon. Die Diakone verlieren mit ihm einen fleißigen und eifrigen Mitbruder, der bei jeder Veranstaltung der Diakone dabei war. Besonders am Herzen lag ihm das Stephaniefest am 26. Dezember im Stephansdom, an dem er – selbst als ihm das Gehen bereits sehr schwerfiel – stets teilnahm.
Lieber Johann, möge unser Herr dir alles, was du aus menschlicher Schwäche getan hast, verzeihen und alles Gute, das du vollbracht hast, reichlich belohnen und dich in sein Reich aufnehmen, wo deine liebe Jutta auf dich wartet.
Wir Diakone der Erzdiözese Wien möchten dir, lieber Johann, herzlich danken und sprechen deiner Familie unser aufrichtiges Beileid aus.
Die Seelenmesse für Diakon Johann Brauner wird am 30. Juni 2026 um 11.00 Uhr in Sollenau gefeiert und danach wird die Urne nach Felixdorf auf den Friedhof gebracht, wo die Einsegnung stattfindet.