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15.06.2026

250 Jahre Pfarrkirche Ladendorf: Turnovszky feierte Jubiläumsgottesdienst

Nicht „Kraftort“, sondern Christus-Ort: Zum 250-Jahr-Jubiläum der Pfarrkirche Ladendorf erinnerte Weihbischof Stephan Turnovszky daran, worin die eigentliche Stärke einer Kirche liegt, in der Gegenwart Christi und in der Gemeinschaft der Glaubenden.

Mit einem Festgottesdienst hat die Pfarre Ladendorf am Sonntag, 14. Juni 2026, das 250-Jahr-Jubiläum ihrer Pfarrkirche gefeiert. Weihbischof Stephan Turnovszky stand der Eucharistiefeier vor, musikalisch gestaltet wurde sie vom Kirchenchor Ladendorf. 

 

In seiner Predigt erinnerte Turnovszky an die lange Geschichte des kirchlichen Lebens in Ladendorf. Die Pfarre selbst besteht bereits seit 1560, die heutige Pfarrkirche wurde vor 250 Jahren geweiht. Sie ist ein Nachfolgebau einer älteren Kirche, die sich vermutlich im Bereich des Schlosses befunden hatte. Der Neubau stehe auch im Zusammenhang mit den Umbrüchen am Ende der Barockzeit und dem Beginn der Aufklärung.

 

Entschieden widersprach der Weihbischof der Vorstellung, Kirchen seien vor allem deshalb besondere Orte, weil sie auf sogenannten „Kraftplätzen“ errichtet worden seien. Christliche Kirchen seien keine Orte magischer Energien. Ihre eigentliche Kraft liege darin, dass sie Orte der Begegnung seien: mit Jesus Christus und mit den Menschen, die zu ihm gehören. Über Generationen hinweg sei die Pfarrkirche Ladendorf zu einem Raum des Glaubens geworden, so Turnovszky. Hier sei gebetet, gehofft, gedankt, getrauert und gefeiert worden. Gerade diese Erfahrungen prägten einen Kirchenraum und gäben ihm seine geistliche Tiefe. Im Mittelpunkt stehe die Eucharistie, in der sich die Gemeinde um den auferstandenen Christus versammelt.  Besonders hob Turnovszky die Bedeutung des Altars hervor. Der feststehende Altar sei sichtbares Zeichen dafür, dass Jesus Christus die unverrückbare Mitte der Kirche ist. Er könne nicht einfach beiseitegeschoben werden, sondern erinnere daran, dass sich das kirchliche Leben um Christus sammelt. In diesem Sinn könne der Altar auch zum „Stein des Anstoßes“ werden. Jesus Christus sei nicht bloß ein bedeutender Prediger oder religiöser Lehrer, sondern Gott und Mensch zugleich, betonte der Weihbischof. Von ihm komme alle Kraft, die Kirche lebendig mache. Das zeige auch das Evangelium von der Aussendung der Apostel, unter ihnen der heilige Andreas, Patron der Pfarrkirche Ladendorf. Die Apostel würden gesandt, zu verkünden, zu heilen und Menschen zu befreien — nicht aus eigener Kraft, sondern weil Christus durch sie wirke.

Kirche bedeute daher immer beides: das Gebäude und die Gemeinschaft der Glaubenden. Sie sei ein Beziehungsraum, sagte Turnovszky. Weil die Menschen zu Christus gehören, gehören sie auch zueinander. In der Kirche werde sichtbar, dass die Beziehung zu Gott und die Beziehung der Menschen untereinander nicht zu trennen seien.

 

Abschließend rief der Weihbischof dazu auf, dankbar auf jene Generationen zu blicken, die vor 250 Jahren den Bau der Kirche ermöglicht haben. Sie hätten Opfer gebracht und aus ihrem Glauben heraus einen Ort geschaffen, der bis heute Menschen sammelt und stärkt. Dieses Erbe gelte es auch für kommende Generationen lebendig zu halten.