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EDW/Georg Schimmerl
15.06.2026

Wiener Hartmannspital: Gedenken an Redemptoristen P. Janauschek

Gedenkmesse am 1. Juli zum 100. Todestag Janauscheks (1859-1926) - Ordensmann war eine der prägendsten Priestergestalten der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts in Wien - Seligsprechung steht noch aus

Die Franziskanerinnen der christlichen Liebe (Hartmannschwestern) und das St. Klemens Hofbauer-Komitee laden am Mittwoch, 1. Juli, anlässlich des 100. Todestages von P. Wilhelm Janauschek zu einem Gedenkgottesdienst. Janauschek verstarb am 30. Juni 1926 im Hartmannspital nach einer langjährigen Krebserkrankung. Er war einer der prägendsten Priestergestalten der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts in Wien.

 

Janauschek war Redemptorist, Volksmissionar, Novizenmeister seines Ordens und sechs Jahre Provinzial der österreichischen Redemptoristen. Große Verdienste erwarb er sich auch als Förderer der Heiligsprechung von Klemens Maria Hofbauer, die im Jahr 1909 erfolgte. Ein Seligsprechungsprozess für Janauschek ist im Laufen.

 

Der Eisenstädter Bischofsvikar und Redemptorist P. Lorenz Voith hielt gegenüber Kathpress fest: "P. Janauschek war ein von pastoralem Elan, Weitsicht und Verfügbarkeit geprägter Ordensmann. Auch eine ausgeprägte Freundlichkeit und sein Humor sind überliefert. Sein besonderes Charisma lag in der Begleitung von unzähligen Personen. Er war einfach ein genialer und sehr geschätzter Beichtvater."

 

Die Hartmannschwestern waren die ersten, die die Verehrung von Pater Janauschek besonders förderten. Bis heute wird er bei Krebserkrankungen angerufen. "Möge seine Seligsprechung bald erfolgen", so Voith. Das Grab Janauscheks befindet sich in der Redemptoristenkirche Maria am Gestade in Wien.

 

P. Janauschek war auch Gründungsobmann des seit 1917 bestehenden Klemens Hofbauer-Komitees, das bis heute für pastorale und soziale Projekte weltweit tätig ist, sowie auch Wallfahrten und Pilgerreisen organisiert. Aktueller Obmann ist P. Voith. Er wird dem Gedenkgottesdienst am 1. Juli (17 Uhr, Klosterkirche, Hartmanngasse 7, 1050 Wien) vorstehen. Nach dem Gottesdienst finden eine Prozession zur "Janauschek-Kapelle" im Spital und eine Agape statt.


Volksmissionar, Seelsorger und Beichtvater

 

Wilhelm Janauschek wurde am 19. Oktober 1859 in Wien als Kind einer aus Mähren zugewanderten Kaufmannsfamilie geboren. Nach dem Besuch des Schottengymnasiums trat er in die Kongregation der Redemptoristen ein, die er durch die tschechischen Gottesdienste in Maria am Gestade kennengelernt hatte. Nach seiner Priesterweihe im Jahre 1882 war er in der Jugendseelsorge, als Volksmissionar sowie als gesuchter Seelsorger und Beichtvater in mehreren österreichischen Redemptoristenkollegien sowie im Redemptoristenkollegium Budweis tätig.

 

In den Jahren von 1890 bis 1901 hatte er zudem die Funktion des Novizenmeisters inne. Danach wurde er seitens der Generalleitung der Kongregation zum Provinzial der österreichischen Redemptoristenprovinz bestimmt und war in dieser Funktion in den Jahren 1901 bis 1907 tätig. Er verstarb als eine der bekanntesten Wiener Priesterpersönlichkeiten seiner Zeit nach einer Krebserkrankung im Wiener Hartmannspital am 30. Juni 1926.

 

Der Seligsprechungsprozess für P. Janauschek wurde 1934 in Wien begonnen, im selben Jahr wurden seine sterblichen Überreste vom Zentralfriedhof in die Kirche Maria am Gestade überführt. Seit 1955 ist der Seligsprechungsprozess bei der römischen Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen anhängig und fand am 15. April 2014 seinen vorläufigen Abschluss, als Papst Franziskus dem Redemptoristenpater den "heroischen Tugendgrad" zuerkannte und die Bezeichnung "Ehrwürdiger Diener Gottes" erlaubte. Für den endgültigen Abschluss braucht es allerdings noch eine offiziell anerkannte Wunderheilung.