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EDW/STSTSCH
19.06.2026

Erzbischof Grünwidl gratuliert neuem Oberrabbiner Nisenholz

Grünwidl in Grußbotschaft: "Gerade in schweren Zeiten steht die katholische Kirche in Wien kompromisslos an der Seite der Israelitischen Kultusgemeinde"

Der Wiener Erzbischof, Josef Grünwidl, hat dem designierten Oberrabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG), Yaron Nisenholz, zu dessen Bestellung gratuliert. In einem am Freitag veröffentlichten Schreiben wünschte Grünwidl dem Rabbiner für seinen Amtsantritt nach den Hohen Feiertagen "Kraft, Weisheit und ein offenes Herz für die Menschen". Angesichts aktueller Herausforderungen erklärte Grünwidl, die katholische Kirche stehe "kompromisslos an der Seite" der Israelitischen Kultusgemeinde. Gleichzeitig hob er das gewachsene Miteinander der Religionsgemeinschaften in Wien hervor und bezeichnete dessen Fortführung als gemeinsame Aufgabe.

 

"Die IKG Wien ist eine Gemeinde von großer Geschichte und Bedeutung weit über Österreich hinaus", würdigte der Erzbischof die Bedeutung für das jüdische Leben in Österreich und darüber hinaus. Zugleich betonte Grünwidl die Verbundenheit der katholischen Kirche mit dem Judentum seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65). In Wien habe sich über Jahrzehnte ein vertrauensvolles Gespräch zwischen Christentum und Judentum entwickelt.

 

Grünwidl verwies dabei auf die Rolle seiner Vorgänger, der Wiener Erzbischöfe Franz König (1905-2004) und Christoph Schönborn, sowie auf die Arbeit des Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Als Ausdruck der gemeinsamen Erinnerungsarbeit nannte er auch die jährlichen Gedenkveranstaltungen rund um den 9. November - wie von der katholischen Ruprechtsgemeinde in unmittelbarer Nachbarschaft zum Stadttempel - "ein wichtiges Zeichen dieses bleibenden Erinnerns und der gemeinsamen Verantwortung", so der Erzbischof.