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Firmung der anderssprachigen Gemeinde in der Canisiumskirche durch Weihbischof Scharl 2024
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19.06.2026

Erzdiözese Wien: Anderssprachige Gemeinden sind "Mitte der Kirche"

Wiener Kirchenexperte Kraljic in Magazin "Himmel & Erde": Ohne die anderssprachigen Gemeinden wären die Kirchenbänke vielerorts deutlich leerer - Magazin "Himmel & Erde" widmet anderssprachigen Gemeinden in der Erzdiözese Wien thematischen Schwerpunkt

Die anderssprachigen Gemeinden in der Erzdiözese Wien sind "kein Rand, sondern Mitte der Kirche". Das betont Alexander Kraljic, Leiter der "Sankt ­Lorenzo ­Ruiz­Stiftung", die die anderssprachigen Gemeinden organisatorisch in der Erzdiözese Wien begleitet. Er äußert sich in der aktuellen Ausgabe des Magazins "Himmel & Erde", das einen Schwerpunkt auf diese Gemeinde legt. Ohne die anderssprachigen Gemeinden wären die Kirchenbänke vielerorts deutlich leerer, so Kraljic. Zudem: Gastfreundschaft, Großzügigkeit und Solidarität seien in den anderssprachigen Gemeinden besonders erfahrbar. "Sie sammeln für Katastrophengebiete weltweit, sie halten Familien zusammen, sie leben Glauben selbstverständlich und fröhlich. Wir können viel von ihnen lernen."

In die gleiche Kerbe schlägt auch der Wiener Weihbischof Franz Scharl, der als Bischofsvikar für die anderssprachigen Gemeinden zuständig ist: "Immer mehr große Welt residiert aktuell in Wien. Wir pilgern in eine Zukunft von katholischer Kirche, in der final alle Sprachen, Kulturen (inklusive Riten), Völker und Nationen mehr als genug Platz finden können". Das sei "ur-katholische DNA von Kirche-Sein und Kirche-Werden", freilich auch mit Herausforderungen.

 

"Gottesdienst ist für viele ein Stück Heimat"

 

Für viele Migrantinnen und Migranten sei ihre Gemeinde über Jahre hinweg ein Ort geworden, an dem sie auftanken, ankommen und sich verstanden fühlen, wie Kraljic erläutert: "Der Gottesdienst ist für viele ein Stück Heimat - in der eigenen Sprache, mit vertrauten Melodien, mit den Festen, die sie aus ihren Herkunftsländern kennen", so Kraljic: "Die Feste und Bräuche aus den Heimatländern werden hier lebendig gehalten."

 

Der Sonntag sei ein besonderer Ankerpunkt. Was für viele österreichische Pfarren ein kurzer Treffpunkt beim Pfarrcafé nach der Messe ist, sei für die anderssprachigen Gemeinden ein ganzer Tag. Familien kämen aus ganz Wien, aus Niederösterreich, manchmal sogar aus der Steiermark. Es werde nicht nur gebetet, sondern auch gekocht, gegessen, gelacht. Die Kinder hätten oft noch eine Sonntagsschule in der eigenen Sprache, die Jugendlichen begegnen einander regelmäßig und würden, mit Aufgaben betraut, in die Gemeinde hineinwachsen. "Die jungen Menschen sind ja hier geboren. Sie suchen ihren Platz zwischen zwei Kulturen. Und die Gemeinde hilft, diesen Platz zu finden", schildert Kraljic.

 

Finanzielle Sorgen und Raummangel

 

Bei aller Lebendigkeit hätten viele Gemeinden aber mit praktischen Herausforderungen zu kämpfen. Die wichtigste davon: Raum. "Wir brauchen Orte, an denen man feiern kann - und zwar nicht nur eine halbe Stunde im Pfarrcafé", so Kraljic. Oft spitze sich die Situation zu, wenn die Gemeinden zwar willkommen sind, aber nur eingeschränkt Zugang zu Räumen hätten.

 

Dazu komme die finanzielle Seite: Anderssprachige Gemeinden sind keine Territorialpfarren, daher fließt kein direkter Kirchenbeitragsanteil. "Wir zahlen für jeden Raum Miete", so Kraljic: "Einige Pfarrer verstehen, wie wichtig diese Gemeinden sind. Wieder andere sehen eher, dass ein Konzert mehr Einnahmen bringt." Die Gemeinden hofften auf ein stärkeres Bewusstsein dafür, wie zentral sie - auch zahlenmäßig - für die Kirche in Wien geworden sind, so der Diözesanverantwortliche.

 

Das 80 Seiten starke Magazin "Himmel & Erde" der Erzdiözese Wien erscheint vierteljährlich, bietet einen niederschwelligen Zugang zu Lebens- und Glaubensfragen und will damit eine breite Leserschaft ansprechen.