Die Weltkirche ist längst auch in der Erzdiözese Wien Realität. Darauf hat Kardinal Christoph Schönborn in seiner Freitagskolumne in der Gratiszeitung "Heute" hingewiesen. Am Samstag werden im Wiener Stephansdom von Erzbischof Josef Grünwidl fünf Männer zu Priestern geweiht, die aus drei Kontinenten kommen: aus Europa (zwei aus Österreich), aus Asien und aus Amerika. Damit würden die Neupriester abbilden, "was in unserer Gesellschaft längst Wirklichkeit ist: die Migration! Sie geht auch an der Kirche nicht vorbei", so Schönborn. In Wien gebe es gut 30 anderssprachige Gemeinden. Etwa die Hälfte der Priester, die in der Erzdiözese Wien tätig sind, stamme nicht aus Österreich. Das sei freilich "nicht untypisch für eine Kirche, die weltweit wirkt", betont der Kardinal.
Die neuen Priester würden künftig auch Leitungsaufgaben in Gemeinden inne haben, so der Kardinal. Gute Leitung heiße aber nicht "selbstherrlich herrschen, wie das zur Zeit in manchen Teilen der Welt praktiziert wird". Leiten bedeute vielmehr, "Menschen sammeln, ermutigen, zur Mitarbeit gewinnen, Gemeinschaft fördern und Konflikte entspannen". Am besten gelinge das, wenn Priester an Jesus Maß nehmen. Er bleibe "das große Vorbild, der beste Trainer, der treue Helfer". Das wünsche er den fünf Neugeweihten, so Schönborn.
Josef Grünwidl wird am Samstag im Stephansdom (9.30 Uhr) fünf Priesteramtskandidaten die Hände auflegen und sie zu Priestern weihen. Bei den Kandidaten handelt es sich um den aus Neunkirchen (NÖ) stammenden Manuel Rennhofer (26), den Wiener Richardf Andrae (37), den Münchner Joachim Losehand (56), den US-Amerikaner Cristian Xavier Gonzalez (33) und Giovanni Wu (34) aus dem Missionskolleg Redemptoris Mater, wie die Erzdiözese Wien mitteilte.