Österreich erlebt derzeit eine intensive Hitzewelle mit Temperaturen deutlich über 30 Grad. In den kommenden Tagen soll die Hitze weiter zunehmen, vielerorts werden Spitzenwerte von bis zu 38 Grad erwartet. Besonders gefährlich sind die hohen Temperaturen für ältere Menschen, Babys und Kleinkinder, Schwangere, chronisch Kranke sowie obdachlose Menschen und Personen, die in schwierigen sozialen Verhältnissen leben. Die Caritas bietet daher in mehreren Bundesländern Klimaoasen, kühle Aufenthaltsorte und ein Hitze-Schutzpaket für Menschen in belastenden Lebenssituationen an. Zudem fordert die Hilfsorganisation einen nationalen Hitzeplan der Regierung.
"Obdachlose Menschen sind der Hitze meist schutzlos ausgeliefert. Und auch Menschen mit niedrigem Einkommen leben oft in beengten, schlecht isolierten Wohnungen und können den extremen Temperaturen kaum entfliehen", so der Wiener Caritas-Direktor Klaus Schwertner. "Die Klimakrise ist längst auch eine soziale Krise", so Schwertner. Notwendig seien vor allem Maßnahmen zum Schutz besonders gefährdeter Menschen - etwa hitzebeständiger Wohnraum, mehr Grünflächen und frei zugängliche kühle Räume in Städten.
In den 24 Klimaoasen in Wien und Niederösterreich betreuen rund 500 Freiwillige gemeinsam mit Pfarren die kühlen Rückzugsorte. Dort werden kalte Getränke und kleine Mahlzeiten verteilt. Streetwork-Teams sind mit Hitzepaketen - bestehend aus Trinkwasser, Sonnenschutz und Sommerschlafsäcken - unterwegs und informieren über Hilfsangebote wie die Klimaoasen. Auch der Louisebus, "die rollende Ordination der Caritas", ist an fünf Tagen die Woche mit freiwilligen Ärztinnen und Ärzten unterwegs, um Menschen zu versorgen.
Auch die Bevölkerung wird um Mithilfe und Aufmerksamkeit gebeten. Im Sommer sei es oft schwieriger, gesundheitliche Notfälle zu erkennen. "Bei der Gruft können Schlafplätze und Aufenthaltsorte obdachloser Personen auch im Sommer gemeldet werden. Im Notfall gilt immer: Bitte die Rettung unter dem Notruf 144 verständigen", informierte Lis Pichler, Leiterin der Gruft.
Ebenso appellieren die VinziWerke an die Bevölkerung: "Wenn Ihnen Menschen auffallen, die desorientiert oder schwach wirken, sprechen Sie sie an und rufen Sie bitte im Zweifelsfall immer die Rettung", so Amrita Böker, Geschäftsführerin der VinziWerke. In den mittlerweile 40 Einrichtungen der VinziWerke in der Steiermark, Wien und Salzburg finden täglich bis zu 450 Personen Unterkunft und 1.700 Personen werden mit Essen und Lebensmitteln versorgt.