Rund 400 Menschen aus den Schulen, Kindergärten und Horten sowie der Verwaltung der Schulstiftung fanden am Dienstag, 23. Juni 2026, im Stephansdom zusammen, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern. Die Messe für alle Mitarbeitenden markiert alljährlich das Ende des Schuljahres und ist vor allem auch eine Gelegenheit für das gemeinsame Innehalten und Reflektieren über die vergangenen Monate.
Mit dem inhaltlichen Leitmotiv "pädagogisch gut" nahm der Gottesdienst die Bildungsarbeit all jener Menschen, die den schulischen Alltag der Privatschulen prägen, in den Fokus. Damit wird Bezug genommen auf einen Jesus, der den Menschen in den Evangelien als Lehrender begegnet und sie mit seinen Worten berührt. Seine Botschaft ist lebensnah und eröffnet neue Perspektiven. Der Gottessohn gibt keineswegs nur fertige Antworten, sondern ermutigt die Menschen dazu, selbst nach Erkenntnis und Wahrheit zu suchen.
Ein Psalmvers erinnerte daran, dass Menschen stets Lernende bleiben: "Gott, du hast mich gelehrt von Jugend auf und bis heute verkünde ich deine Wunder." (Ps 71,17) Der Betende versteht sein Leben als einen Weg des Lernens, der nie abgeschlossen ist. Und wer mit solcher Offenheit auf die Welt blickt, entdeckt auch im Gegenüber die Potentiale, die vielleicht noch verborgen sind — ein wesentlicher Grundgedanke guter Pädagogik.
Der Terminus "pädagogisch gut" stammt aus der theologischen Grundlegung der Privatschulen der Erzdiözese Wien. Mit 21 Begrifflichkeiten wird darin die Vision eines werteorientierten Bildungszugangs beschrieben. Diese Werte prägen unseren Schulalltag.
Wir — die Privatschulen, Kindergärten und Nachmittagsbetreuungseinrichtungen der Schulstiftung der Erzdiözese Wien — wollen Orte sein, an denen Bildung Menschen zu eigenverantwortlichem Handeln befähigt. Gute Pädagogik bedeutet nicht nur, Wissen weiterzugeben. Sie will Menschen auf ihrem Weg begleiten, ihre Entwicklung fördern und sie dazu ermutigen, ihre Fähigkeiten zu entdecken und zu entfalten.
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Generalvikar Nikolaus Krasa zelebrierte auch heuer wieder die Messe. Als Konzelebranten standen ihm Thomas Wisotzki, Schulseelsorger des Campus Sacré Coeur Wien Währing, und Pater Karmel Weglarz zur Seite. In seiner Predigt knüpfte Krasa an den lateinischen Johannes-Hymnus an, der im Gottesdienst erklungen war. Dieser habe einst dazu gedient, den Mönchen das Erlernen der gregorianischen Choräle leichter zu machen, so der Generalvikar, der hier den Bogen schlug zum Leitmotiv des Gottesdienstes. Das im Hymnus beschriebene Singen "mit entspanntem Mund" setzte voraus, dass man gelernt habe, seine Fähigkeiten einzusetzen. "Und das steht für alles, was wir in unseren Schulen vermitteln wollen", so Krasa abschließend.
Für Nikolaus Krasa war es im Übrigen wohl der letzte Gottesdienst, den er in seiner Funktion als Generalvikar für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schulstiftung zelebrierte. Am 1. September wird sein designierter Nachfolger Andreas Kaiser das Amt des Generalvikars übernehmen. Dieser managt insbesondere die Verwaltung der Diözese und ist der Schulstiftung unter anderem als Vorsitzender des Aufsichtsrates eng verbunden. Im Rahmen der gemeinsamen Feier wurde der scheidende Generalvikar sehr herzlich verabschiedet.
Traditionell wird der jährliche Abschlussgottesdienst natürlich auch zum Anlass genommen, um den vielen verdienstvollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im feierlichen Rahmen des Stephansdoms einen besonderen, gewissermaßen offiziellen Dank auszusprechen. Im Anschluss an die Messe überreichten daher die beiden Geschäftsführer der Schulstiftung, Constantin Haider und Harald Mühlberger, die entsprechenden Dekrete im Namen der Privatschulen der Erzdiözese Wien.
Auch in diesem Jahr sorgte ein Kinderchor der Domsingschule St. Stephan unter der Leitung von Markus Göller für die musikalische Begleitung des Gottesdienstes: Es sangen die Schülerinnen und Schüler der 2A von der Volksschule Sacré Coeur Wien, der 2B von der Volksschule St. Raphael in Maria Enzersdorf, der 2C von der Volksschule Judenplatz sowie der Domsingschulgruppe der Volksschule Maurer Lange Gasse. Instrumentalist:innen und Sänger:innen des Gymnasiums Sacré Coeur Wien ergänzten den vielstimmigen Chor. Es ministrierten Schüler:innen des Campus Sacré Coeur Wien.
Nach dem Gottesdienst ging es für die Mitarbeiter:innen der Schulstiftung wie immer zur Agape hinüber in den historischen Arkadenhof des erzbischöflichen Palais direkt neben dem Dom. Bei sommerlichen Temperaturen bot sich dort eine schöne Gelegenheit für den persönlichen Austausch, um den Tag — und gewissermaßen auch gleich das Schuljahr — gemeinsam ausklingen zu lassen. Im Mittelpunkt standen dabei Begegnung, Vernetzung und das gute Miteinander der Privatschulen.