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Little boy with inscription 'safe'
Deklofenak, Stock photo ID:498913356 / Little boy with inscription "safe"
01.07.2026

Kinderrechte in der Kirche: Kinderschutz bleibt zentrale Aufgabe

Nach einer Fachtagung der Erzdiözese Wien zu Kinderrechten fordert die Katholische Jungschar gemeinsam mit weiteren Organisationen klare gesetzliche Vorgaben für Ferienlager und Camps.

Kinderrechte und Kinderschutz standen am 19. Juni im Mittelpunkt einer Fachtagung der Erzdiözese Wien im Club 4 am Stephansplatz. Unter dem Titel „Kinderrechte in der Kirche“ lud die Stabsstelle für Prävention von Missbrauch und Gewalt gemeinsam mit der Jungen Kirche, der St. Nikolausstiftung, der St. Elisabeth Stiftung, der Schulstiftung der Erzdiözese Wien und der Katholischen Jungschar Österreich zu Impulsen und Workshops ein. Begrüßt wurde die Tagung von der Leiterin der Stabsstelle, Mag. Sabine Ruppert, sowie von Weihbischof Stephan Turnovszky.

 

Themen waren unter anderem Kinderrechte in Österreich, Kinderrechte in der Justiz, Gewaltprävention im Alltag sowie die Bedeutung von Kinderrechten und Kinderschutz für die Erzdiözese Wien.

 

Die Katholische Jungschar Österreich hat ihrerseits gemeinsam mit weiteren Kinder- und Jugendorganisationen eine gesetzliche Verpflichtung zu Kinderschutzkonzepten für Ferienlager, Camps und andere mehrtägige Angebote mit Übernachtung gefordert. Kinder hätten ein Recht auf Schutz vor Gewalt – auch und gerade dort, wo sie Ferien, Gemeinschaft und Freizeit erleben, betonte Jungschar-Bundesvorsitzende Martina Erlacher.

 

Konkret verlangen die Organisationen verpflichtende Kinderschutzkonzepte für alle Anbieter, die Bekanntgabe von Kinderschutzbeauftragten und externen Beschwerdestellen sowie mehr Qualitätssicherung und Vernetzung im Kinderschutz. Auch der Zugang zur erweiterten Strafregisterbescheinigung Kinder- und Jugendfürsorge soll erleichtert werden.

 

Besondere Aufmerksamkeit brauche es bei Ferienlagern, weil Kinder dort mehrere Tage in einer ungewohnten Umgebung und meist ohne Eltern oder vertraute Bezugspersonen verbringen. Schutzkonzepte sollen deshalb klare Zuständigkeiten schaffen, Mitarbeitende sensibilisieren und Kindern wie Eltern verlässliche Beschwerdewege eröffnen. Die Katholische Jungschar verweist auf eigene Erfahrungen mit Schutzkonzepten, Schulungen für ehrenamtlich Engagierte und Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder. Beim bundesweiten Jungscharlager Kaleidio etwa ist ein Kinderschutzteam rund um die Uhr für Kinder und Gruppenleiter erreichbar.

 

Unterstützt wird die gemeinsame Erklärung unter anderem von der Evangelischen Jugend, der Alpenvereinsjugend, den Kinderfreunden, der Naturfreundejugend, den Pfadfindern, den Roten Falken sowie den Kinder- und Jugendanwaltschaften Österreichs. „Ferienlager sollen Orte sein, an denen Kinder Gemeinschaft, Freude und Sicherheit erleben“, so Erlacher. Kinderschutz sicherzustellen heiße, Kinderrechte ernst zu nehmen.