Von 3. bis 5. Juli 2026 hatten 35 Seelsorgerinnen und Seelsorger aus der katholischen und evangelischen Kirche auf Europas größtem kostenfreien Open-Air-Festival ein offenes Ohr für die Sorgen und Anliegen der Besucherinnen und Besucher. Die Festivalseelsorge hatte einen Stand in der Nähe der Electronic Music Bühne und war in mobilen Teams auf dem gesamten Festivalgelände unterwegs. Edina Kiss, Koordinatorin der Festivalseelsorge auf dem Donauinselfest, zieht nach den drei Festivaltagen positive Bilanz: Das Seelsorge-Team führte 1.600 Gespräche. Das sind gleich viele Gespräche wie im Vorjahr, als ein Gesprächsrekord aufgestellt wurde. „Die Besucherinnen und Besucher konnten sich mit allen Anliegen an die Festivalseelsorge wenden, unabhängig von ihrer Religion und Weltanschauung“, so Kiss.
Am häufigsten wandten sich die Festivalgäste mit Lebenskrisen sowie Problemen in der Familie, in Freundschaften und Partnerschaften an die Seelsorge. Auch Drogenprobleme, Belastungen in der Arbeit, Stress sowie Sinn- und Glaubensfragen waren Gesprächsthemen. 50 Prozent der Gesprächspartnerinnen und -partner waren unter 35 Jahre alt. Auch Prominenz stattete dem Zelt der Festivalseelsorge einen Besuch ab: Am Samstag besuchten Bürgermeister Michael Ludwig und Erzbischof Josef Grünwidl das Seelsorgeteam, wie wir berichteten.
Edina Kiss zieht positive Bilanz über den Seelsorge-Einsatz: „Das Thema Awareness war einer der Schwerpunkte auf dem heurigen Donauinselfest. Wir durften unseren Beitrag dazu leisten, dass sich die Besucherinnen und Besucher auf dem Festival wohlfühlen und waren auch heuer gut aufgehoben in der Donauinselfest-Familie. Besonders unsere mobilen Teams, die auf dem Gelände unterwegs waren, waren bei den Gästen sehr beliebt. Besucherinnen und Besucher warteten sogar häufig darauf, dass ein Gesprächsplatz frei wurde.“ Auch einige Menschen, die in den vergangenen Jahren mit dem Seelsorgeteam ein Gespräch geführt hatten, seien wieder vorbeigekommen, um zu erzählen, wie es ihnen seit der letzten Begegnung gegangen sei, sagt Kiss weiter.

Besonders gut angekommen sind die mobilen Teams: Festivalseelsorgerinnen und -seelsorger waren zu zweit auf dem Donauinselfest mit Stühlen unterwegs.
Die Kernbotschaft der Festivalseelsorge sei es, dass Seelsorgerinnen und Seelsorger ein offenes Ohr für alle Anliegen und Sorgen hätten, so Kiss weiter: „Wir möchten vermitteln: Wir sind für dich da und freuen uns, wenn du zu uns kommst. Du kannst mit allem zu uns kommen, was dich beschäftigt. Denn du bist uns wichtig.“ Deutlich werde das an einer Begegnung am Festivalgelände, die Kiss erzählt: Nach einem Gespräch verabschiedete sich ein Seelsorger bei seinem Gesprächspartner mit den Worten: „Schön, dass Sie da waren.“ Darauf antwortete der Mann sichtlich berührt: „Schon lange hat sich niemand mehr darüber gefreut, dass ich da war.“ Begegnungen wie diese würden die hohe Bedeutung des Seelsorgeangebotes auf dem Donauinselfest bestätigen, resümiert Kiss.
Die Festivalseelsorge war heuer zum vierten Mal am Donauinselfest vertreten und Teil des Awareness-Teams, das gemeinsam mit den Einsatzorganisationen, Behörden und Veranstaltern für das Wohlbefinden und die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher auf der Donauinsel sorgte. Jörg Neumayer, Veranstalter des Donauinselfestes, würdigte im Vorfeld des heurigen Festes die Initiative: „Seit 2023 ist die Festivalseelsorge ein fester Bestandteil unseres Awareness-Konzepts – und längst nicht mehr wegzudenken. Mitten im Trubel des Donauinselfests schafft das Team einen Raum, in dem zugehört wird, ohne zu werten. Das ergänzt unser Sicherheits- und Hilfsangebot um eine Dimension, die kein anderer Einsatzbereich abdecken kann. Ein offenes Ohr ist für viele Besucherinnen und Besucher Gold wert – danke für diesen wertvollen Beitrag zum Fest.“
Die Festivalseelsorge am Donauinselfest 2026 war ein Projekt der Erzdiözese Wien gemeinsam mit der „Festivalseelsorge Österreich“ und der Initiative „Denk Dich Neu“.