Montag 28. September 2026

Schnellsuche auf der Website

Propsteipfarrer Renner und Erzbischof Josef Grünwidl
kathbild.at / Franz Josef Rupprecht, Franz Josef Rupprecht / Propsteipfarrer Renner und Erzbischof Josef Grünwidl
28.09.2026

Wr. Neustadt: Propsteipfarrer Renner offiziell ins Amt eingeführt

Der früherer Abt von Stift Altenburg ist offiziell neuer Propsteipfarrer von Wiener Neustadt.

Der frühere Abt von Stift Altenburg, P. Thomas Renner, ist am Sonntag als neuer Propsteipfarrer von Wiener Neustadt eingeführt worden. Der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl nahm die Amtseinführung des 55-Jährigen im Rahmen eines Festgottesdienstes im Wiener Neustädter Dom vor. Renner hat das Amt bereits seit 1. September inne und folgt auf Franz Xaver Brandmayr, der zum Rektor des Österreichischen Pilger-Hospizes in Jerusalem ernannt wurde.


Für seine neue Aufgabe kündigte Renner zunächst eine Phase des Kennenlernens an. Er wolle sich ein Jahr Zeit nehmen, um die Menschen und Strukturen der Domgemeinde mit ihren Teilgemeinden kennenzulernen, sagte er den "Niederösterreichischen Nachrichten" (NÖN). "Vorerst einmal keine großen Veränderungen, sondern einfach einmal mitleben", beschrieb Renner seinen Zugang.


Sein Amt und sich selbst sieht er dabei als verbindendes Element innerhalb der Domgemeinde. "Ich glaube, ich bin die große Klammer zwischen den Teilgemeinden und den Kuraten", so Renner. Weiters bezeichnete er sich im "NÖN"-Interview als "Troubleshooter" und Letztverantwortlichen, der "fördern, stützen, helfen und im Notfall dann auch Probleme lösen" soll. Schon im Vorfeld seiner Amtseinführung hatte Renner im Wochenblatt der Propsteipfarre angekündigt, in seinem Dienst "die Menschen in den Blick" nehmen zu wollen. Wo Veränderungen notwendig seien, wolle er diese "in Einheit mit der Kirche und ihrer Lehre" umsetzen.


Zu den längerfristigen Vorhaben zählt die Vorbereitung auf das 750-Jahr-Jubiläum der Domweihe im Jahr 2029. Zudem stehen laut Renner eine Generalüberholung der Domorgel und eine Sanierung der "Silbersakristei" im Raum.


Von Stift Altenburg nach Wr. Neustadt

P. Thomas Renner wurde 1971 in Wien geboren und trat 1993 ins Benediktinerstift Altenburg ein. Nach der Feierlichen Profess 1997 und dem Abschluss seines Theologiestudiums an der Philosophisch-theologischen Hochschule St. Pölten 1998 wurde er am 11. Juni 1999 von Kardinal Franz König in der Stiftskirche Altenburg zum Priester geweiht. Renner war Religionsprofessor am Gymnasium Horn und als Seelsorger und Pfarrer in verschiedenen Pfarren tätig, die zum Stift Altenburg gehören. 2011 wurde er Prior und 2014 wurde er zum Abt gewählt. Sein Nachfolger (als Administrator) des Stifts ist seit März 2026 P. Albert Groiß.


In der Wiener Erzdiözese gibt es in den drei Vikariaten je eine Propsteipfarre, deren Seelsorger einst nur auf Vorschlag des Monarchen ernannt werden konnte. Es handelt sich dabei um Wiener Neustadt (Südvikariat), Votivkirche (Stadtvikariat) und Staatz (Nordvikariat).

Wiener Neustadt war von 1469 bis 1785 eine eigene Diözese. Diese wurde durch Kaiser Joseph II. und Papst Pius VI. aufgehoben und an ihrer Stelle in St. Pölten eine Diözese für die beiden westlichen Landesviertel Niederösterreichs errichtet. Sitz wurde das aufgehobene Augustinerchorherrenstift St. Pölten. Der letzte Propst ("Vorsteher") dieses Stiftes, Ildefons Schmidbauer, wurde im Gegenzug Pfarrer der bisherigen Dompfarre Wiener Neustadt. Natürlich wurde er weiter als "Propst" angesprochen. Pfarrer Schmidbauer starb 1791. Anlässlich der Wiederbesetzung der Pfarre verlieh Kaiser Leopold II. - er war als Landesfürst nun der Patron der Dompfarre Wiener Neustadt - 1792 der Pfarre die Propsteiwürde, wohl auch ein wenig als Ausgleich für den verlorenen Bischofssitz. Seither heißt sie "Propstei- und Hauptpfarre".